21.12.2019 Weihnachtsfeier

Es findet an der Kleingartenanlage Birkschenweg wieder die beliebte Weihnachtsfeier des KSV Germania Krefeld statt. Die Karten für 15 Euro kann man bei den Trainingszeiten Dienstag Donnerstag und Freitag in der Halle Steinstrasse 73 erwerben. Im Eintrittspreis enthalten ist Flatrate Essen vom Buffet und Getränke bis zum Abwinken.

2.11.2019

Germania Krefeld gegen Hürth 31:14
Muhammed Alkan kämpft mit Frisur. Und gewinnt!

Wir sehen heute einen klaren Pflichtsieg für Krefeld ohne nennenswerte Überraschungen. Das war heute ein Kellerduell des vorletzten gegen den letzten der Oberliga. Zwei „Gurkentruppen“ treffen an diesem Abend aufeinander. Beide Mannschaften pfeifen zu diesem Zeitpunkt aus dem letzten Loch, Krefeld konnte keinen 57 Kilo Kämpfer aufbieten, ansonsten müssen gleich vier Ersatzleute gestellt werden. Bei Hürth sieht es noch schlechter aus, so geben gleich zwei Ringer ihren Kampf auf, einer hat Übergewicht.

Aber alles der Reihe nach.
Der Kampfabend beginnt mit einem besonderen Schmankerl: Es soll eine Breakdance Show geboten werden. Angekündigt wurde „Weltklasse Breakdance“ mit Keanu Bots. Hat da die Werbung eventuell ein wenig übertrieben? Egal, die Halle ist heute wieder rappelvoll.

Wie machen die Krefelder das nur, sie verlieren fast alle Kämpfe und trotzdem ist die Stimmung immer formidabel und die Zuschauer strömen in Scharen zur Matte. Ist das Trotz? Ist das bedingungslose Zuneigung zur Mannschaft? Oder leiden die Fans unter Realitätsverweigerung?

Auch heute ist die Atmosphäre wieder vorzüglich. Die beiden Breakdancer Brüder Keanu und Jaden Botz fangen erstmal gemütlich an, bewegen sich lässig zu der Musik gehend hin und her über die Matte. Na super denke ich mir, das soll Weltklasse Breakdance sein? Ich will Akrobatik sehen! Dann legen die beiden langsam los mit Tanz. Aber immer noch sparsam, ein synchrones „Ballett“ bekommen wir zu sehen. Alles noch gesittet, man will mehr, wir wollen die beiden auf dem Boden wälzen sehen. Und dann geben die beiden uns Futter, sie fangen langsam an mit ihren Rotationen am Boden. Das sieht noch ein wenig holperig aus, nicht so richtig rund. Ich denke mal, das ist dem Bodenbelag geschuldet, sie tanzen auf der Ringermatte. Die ist für schnelle Drehungen scheinbar zu stumpf. Doch dann zeigen uns die beiden ihre wahre Klasse, und jetzt fangen die Zuschauer vor Begeisterung an zu kreischen. Keanu dreht auf dem Bauch seine Kreise, fast ohne den Boden zu berühren, nur mit den Händen stützt er sich ab. Wow, das möchte ich auch können. Und dann geht das Kreisen in der Armstütze weiter, mit flankierenden Beinen wie ein Pferd-Turner. Auch hier sind die Drehungen so schnell, das man meint, er hebt gleich ab. Jetzt flippt das Publikum endgültig aus! Und zum Abschluss verlassen die beiden mit einer Radwende und Salto Rückwärts die Matte! Geil, geil geil!

So, das war es mit dem Breakdance, jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt kommen wir zum Ringen.

Der 80 Kilo Kampf wird vorgezogen, hier muss der eigentlich schon „ausgemusterte“ Kämpfer Vitali Jeschke gegen den Hürther Semih Isikkan ran. Er fährt einen soliden 4:0 Punktesieg nach Hause.

In der 57 Kiloklasse stellen die Krefelder keinen Kämpfer und verschenken somit fünf Punkte.

Im Schwergewicht gibt der Hürther Florian Ostwald gegen Nigel Weber gleich auf. Hat er Angst vor den fast 40 Kilo mehr an Fleischmasse, die unser Kämpfer aufbringt?

In der 61 Kilo Klasse steht für Krefeld Emil Gozalov gegen Asadula Karimov auf der Matte. Emil ist seit einer Woche krank. So hat er in der ersten Halbzeit Probleme, mit seinen Beinangriffen durchzukommen. In der zweiten Halbzeit macht er dann mit Durchdrehen alles klar. Hier wirbelt er seinen Gegner gleich viermal durch und gewinnt technisch Überlegen. Aber der Kampf war sowieso gewonnen. Denn denn der Hürther hatte Übergewicht.

In der 98 Kilo Klasse sehen wir Tolga Alkan gegen Batuhan Koca für Hürth. Tolga ist hier nicht nur körperlich überlegen. Er muss für seine Gewichtsklasse drei Kilo abtrainieren, sein Gegner wiegt lediglich 84 Kilo. Auch technisch ist hier der Krefelder stärker. Mehrfach kann er einen Armschulterzug bei seinem Gegner ziehen. Aber die sind nicht besonders sauber und eng. Dennoch punktet er hierbei. Als der Hürther wegen Passivität auf dem Boden geschickt wird, versucht Tolga einen Durchdreher. Aber er greift nicht eng genug. Trotz seiner körperlichen Überlegenheit schafft er den Durchdreher nicht. Hier hat der Krefelder scheinbar nicht seine Hausaufgaben gemacht, da ist noch viel Luft nach oben drin.
Dann, bei einem Gerangel am Mattenrand, versucht der Hürther Tolga raus zuschieben. Hier nutzt der Krefelder den Druck und dreht sich ein. Er zieht er einen blitzblauen Armschulterzug, der Gegner landet platt auf den Rücken. Das ist eine klare „Vier“. Da gibt es für das Publikum was zu jubeln, das war wunderschön, das will man sehen! In der sechsten Minute dann, Tolga hat den Kampf schon technisch Überlegen gewonnen, setzt der Krefelder dem Kampf noch das Sahnehäubchen auf: Er schultet seinen Gegner!

Es steht jetzt zur Pause17:5 für Krefeld, das sieht komfortabel aus. Schauen wir mal, ob es weiter so gut läuft.

Weiter geht es in der 66 Kilo Klasse mit Abdul-Malik Magomadov. Der junge Krefelder wurde bislang immer in der 57 Kiloklasse eingesetzt, schafft das Gewicht aber nicht mehr. So wurde er aus Verlegenheit in die höhere Klasse berufen, da der eigentliche Mann hierfür, Amer Bolakhrif heute verhindert ist. Für diese Gewichtsklasse wiederum ist Malik viel zu leicht. So verliert er technisch unterlegen.

Es steht jetzt nur noch 17:9 für Krefeld. Es ist also noch nicht alles entschieden.

Dann kommt der 86 Kilo Kampf mit Jure Cubelic gegen den Hürther Serhat Apaydin. Zum Auftakt greift der Hürther mit einem Beinangriff außen an. Jure kennt sich mit der Beinabwehr nicht so recht aus, schließlich ist er noch Anfänger. Aber intuitiv macht er es richtig, er belastet mit seinem Oberkörper den Gegner und macht es ihm schwer. Und verhindert erfolgreich, das der Gegner punktet. Als nächstes wird Jure Hintermann. Und setzt zum Durchdreher an. Das konnte er bisher nicht gut genug, kommt er dieses mal damit durch? Man kann unseren Mann live beim lernen und besser werden zusehen, man sieht von Mal zu Mal seine Fortschritte. So schafft er ihn dieses mal, den Durchdreher. Und noch einen. Und noch einen! Jeder hiervon wird frenetisch bejubelt.

Dann stehen sich die beiden gegenüber, Jure klammert den Kopf von Apaydin. Will er den Kopfdurchdreher wagen? Hierbei wurde er vor zwei Wochen gegen den Walheimer Marco Kreutz abgefangen und geschultert. Hoffentlich verbockt er es heute nicht wieder? Aber, wie gesagt, man kann die Entwicklung bei unserem Mann direkt erkennen, das sieht alles sauber und eng aus was Jure hier vollzieht. Er schafft den riskanten Kopfdurchdreher. Und gleich noch einen. Und jetzt scheint der Widerstand des Hürthers gebrochen zu sein, es sieht fast so aus, als wolle er mitrollen. Und Jure und rollt und rollt: Das ist die technische Überlegenheit noch in der zweiten Minute!

Es steht jetzt 21:9 für Krefeld, ja kann da noch was anbrennen?

Dann schafft es auch noch der Krefelder Muhammed Alkan seinen Gegner Saidazam Karimovin der 71 Kilo Klasse zu schultern. Der schwerste Gegner von Muhammed in diesem Kampf ist wohl seine eigene Frisur. Seine langen Haare sind zu Beginn des Kampfes noch zu einem Zopf zusammengebunden. Im Verlauf des Gefechtes ist die Haarpracht dann ein wenig derangiert. Er sieht sehr wild aus, ein wenig wie ein urzeitliches Tier mit rotem Trikot, das hier kämpft. Die Haare hängen ihm wie eine Gardine vor den Augen. Egal, dann wird eben blind weitergekämpft. Das dies möglich ist zeigt er uns hier auf eindrucksvolle Art und Weise. Ohne zu sehen, was er tut zieht er hier sogar zwei wunderschöne Gepäckträger. Und: Er holt fünf Punkte für Krefeld!

Jetzt steht es schon 26:10 für Krefeld, das war es für Hürth, da ist nichts mehr zu machen, sie haben zwei Kämpfe vor Schluss schon verloren.

Bei dem nächsten Kampf in 75 Kilo Griechisch Römisch schultert der stärkste Hürther Kämpfer Saeid Esmaeili Fini den Krefelder Anton Sattler . In der 75 Kilo Freistil Klasse gibt der Gegner von Ben Haeffner, der Hürther Babak Soleymanifar seinen Kampf gleich auf. Nun ist der Kampf heute für Krefeld gewonnen.

Somit ist die Hauptrunde beendet, jetzt müssen die Krefelder wohl ober übel in die Play Off Runde. Und das stellt, wie schon berichtet, praktisch ein komplettes Wiederholungsprogramm der Hauptrunde dar. Allerdings nur gegen die drei stärksten Mannschaften. Wo man als Krefelder grade froh war, diese Konkurrenz hinter sich gelassen zu haben. Statt jetzt gegen die Gruppe Westfalen antreten zu dürfen werden die Kämpfe der Gruppe Rheinland „wiedergekäut“. Das bedeutet vorprogrammierte Langeweile.

Ich habe bei dem Ringerverband nachgefragt, was sie sich hierbei gedacht haben. Hierauf teilt mir der Redakteur des Verbandes, Carsten Schäfer, mit, das die beiden Gruppen Rheinland und Westfalen erst bei den „Final Six“ aufeinandertreffen sollen.
Na super, ein Kampfabend mit drei Finalkämpfen der Bezirks-, Landes- und Oberliga an einem Abend an einem einem Ort (das bedeuten die „Final Six“) soll der Höhepunkt der Saison sein. Dafür müssen sich die Mannschaften in den Play Offs sechs Kampfabende durch gähnend langweilige Wiederholungskämpfe quälen.
Als wenn es das Ringen nicht schon schwer genug hätte in Bezug auf die Popularität. Das ist die denkbar schlechteste Werbung für diese Randsportart, die in NRW sowieso schon ein Schattendasein fristet.

Doch grade in Krefeld konnte in den letzten Jahren eine kleine aber feine Fangemeinde heranwachsen. Die Halle ist fast jedes Wochenende auf der Steinstrasse voll. Wird das Publikum hierdurch vergrault? Wir hoffen es nicht!

19.10.2019 TV Aachen Walheim gegen Germania Krefeld 26:19

In der ersten Halbzeit war noch alles drin für Krefeld. Doch der 86 Kilo Schlüsselkampf kippte das Ergebnis zugunsten von Walheim: Jure Cubelic wurde unglücklich geschultert.

Die Krefelder waren heute schwach angetreten. Die 57 Kilo hatten sie an diesem Tag gar nicht besetzt, und der 71 Kilo Mann Mert-Fatih Simsek gab seinen Kampf aus Verletzungsgründen gleich auf. Das waren 10 Mannschaftspunkte als Gastgeschenke an die Aachener. Doch der Gastgeber zeigte sich heute gleichfalls sehr großzügig, hier hatten der 61 und der 66 Kilo Mann Übergewicht. Das sind auch zehn Punkte, also gleichen sich die Defizite aus.

Bei der 66 Kilo Klasse werden sich die Aachener wohl gehörig in  ins Gesäß gebissen haben. Denn der extra für diesen Kampfabend teuer herbeigeflogene und zum ersten Mal eingesetzte Marcin Kunysz hatte lumpige 100 Gramm Übergewicht. Er mochte es gar nicht glauben, stieg ab, zog seine Socken aus und ging erneut auf die Waage. Hier wurden jetzt tatsächlich 61 Kilo angezeigt. Nach einer zehnminütigen Diskussion entschied der Kampfrichter auf Übergewicht. Denn das besagt das Reglement. Man darf sich nur einmal wiegen.

Die Oberligabegegnung beginnt mit der 130 Kilo Klasse. Hier steht für Krefeld Nigel Weber auf der Matte. Er hat gegen den Walheimer Jörn Drue keinen starken Gegner, das sieht man gleich. Aber der schwerere Gegner von Nigel ist heute Nigel Weber selbst. Es ist völlig unkonzentriert und schaut sich in der Halle um. Dann lächelt er mal die Mannschaftskameraden in der Mattenecke an. Ach ja, er muss hier auch noch ringen. Beinangriffe von Jörn kann er problemlos abwehren. Er versucht seinen Kopfpressgriff, kommt damit aber nicht durch. So geht es lustig weiter, Nigel schaut sich weiterhin in der Halle um. Was gibt es denn da interessantes? Hat Nigel da eine besonders hübsche Frau im Blick? Flirtet er etwa? Nebenher kommt er dann doch noch durch mit seinem Kopfpressgriff. Jetzt schultert er seinen Gegner. Und nun kann er sich endlich weiter umschauen.

Egal, die Krefelder jubeln, das hatten wir heute gar nicht auf dem Plan, im Hinkampf noch hatten wir im Schwergewicht drei Punkte abgegeben, das sieht ja gut aus.

Zumal die Krefelder in der 61 Kilo Klasse fünf Punkte sicher haben, weil der Gegner von Emil Gozalov, der Walheimer Naweed Sayed mehrere Kilos Übergewicht hat. Aber die drei Kilo Übergewicht helfen hier den Aachener gegen Emil auch nicht. Gleich in der ersten Minute zeigt Emil einen Bildschönen Gepäckträger, bei dem er seinen Gegner sogar aufbockt. Dann zwei Griffe, die eher nach Judo aussehen. Aus der Außenarmklammer überläuft er seinen Gegner und stellt ihm „Beinchen“. Das gibt jeweils vier Punkte. Und den Schultersieg für Gozalov.

Krefeld führt jetzt 5:10. Das wird aber in der 98 Kiloklasse ausgeglichen, hier wird der Krefelder Tolga Alkan geschultert.

Dann kommt der schon erwähnte 66 Kilokampf mit Marcin Kunysz, der ein paar Strümpfe zu viel auf der Waage getragen hatte. Amer Bolakhrif steht für Krefeld auf der Matte. Es ist ein recht ausgeglichener Kampf, bei dem aber der Walheimer die Oberhand behält. Bis zur fünften Minute steht es 8:2 für den Walheimer, es sieht nach einer knappen Punkteniederlage aus. Dann zieht Kunysz den Krefelder mit beiden Armen auf und lässt ihn sehr passiv aussehen. Er taucht an die Hüfte von Amer ab. Bolakhrif macht sich ganz schwer, damit er nicht übergestürzt werden kann. So kippt Kunysz den Krefelder einfach auf den Rücken. Und schultert ihn. Das Walheimer Publikum feiert seinen Helden. Und ärgert sich gleichzeitig. Denn das sind fünf verlorene Punkte wegen der blöden Socken!

Zu Pause führt Krefeld mit 10:15! Entspannt gehen wir Kaffee trinken, ja, das sieht doch ganz gut aus, beim Hinkampf lief es in der ersten Halbzeit nicht so gut, könnte das für heute reichen?

Beim folgenden 86 Kilo Kampf läuft es für Jure Cubelic für Krefeld gegen Marco Kreutz nicht so gut. In der zweiten Minute liegt Jure bereits fünf Punkte zurück. Dann packt Jure seinen Gegner in der Kopfklammer und will ihn durchdrehen. Das sieht schön eng aus, das könnte klappen. Aber Marco Kreutz ist ein Gummimann. Das hatten wir im Hinkampf schon gesehen, als er sich gegen Alexander Wagner zweimal in der gefährlichen Lage befand. Jedes mal konnte er sich raus winden. Er ist einfach unschulterbar. Und wie gesagt, er ist aus Gummi. Und wegen dieser Beweglichkeit ist Kreutz nicht zu drehen. Sein Kopf rotiert zwar. Der Körper aber nicht. Das wird Cubelic zum Verhängnis. Denn der Kampfrichter ist jetzt hellwach und schaut Jure direkt unter dem Rücken. Und pfeift unverzüglich wegen Schultersieg ab. Obwohl der Krefelder noch mitten in der Aktion ist. Das ist gemein, das gefällt uns gar nicht. Schade, schade, denn bei Jure kann man immer mit Überraschungen rechnen, er ist immer brandgefährlich, riskiert viel und kann auch stärkere Gegner abfangen und schultern. Nützt aber nichts, diese Kröte müssen wir schlucken.

Es steht jetzt 15:15 Unentschieden im Mannschaftsergebnis, puh, das wird knapp, zumal uns als nächstes der 71 Kilo Kampf bevorsteht, bei dem Mert-Fatih Simsek für Krefeld direkt aufgibt.

Jetzt führt Walheim 20:15.

Im 80 Kilokampf sieht es erst noch nach einem Sieg für den Krefelder Dieter Tschierschke aus. Doch letztendlich kann Maximilian Otto den Kampf noch für sich drehen. Der Krefelder verliert denkbar knapp nach Punkten 5:4.

Es steht jetzt 21:15 für Walheim zwei Kämpfe vor Schluss. Wir wissen, das das heute wohl nicht reichen wird. Denn im folgenden 75 Kilo Griechisch Römisch Kampf können wir mit Anton Sattler einen Ersatzmann stellen, da Jakub Marchlewski heute verhindert ist.

Noch in der ersten Minute wird Anton geschultert.

Jetzt steht es 26:15 für Walheim, Krefeld hat also schon verloren, die Stimmung ist in der Halle somit ausgezeichnet. Schließlich sind die Aachener ähnlich wie die Krefelder diese Saison nicht besonders vom Erfolg verwöhnt, sie hatten bisher erst einen Kampf gewonnen.

Aber jetzt folgt noch mit der 75 Kilo Freistil der letzte Kampf mit Ben Haeffner gegen Michael Otto für Walheim. Ein Leckerbissen für die Krefelder, den sich die Walheimer sicher gerne erspart hätten. Denn die beiden jungen Kämpfer schenken sich in diesem Kampf nichts. Doch Ben gibt sich hier besonders sparsam, er will hier gar keine Punkte abgeben. Er ist sogar außerordentlich geizig, egal wie es Otto auch mit seinen Beinangriffen versucht, die Punkte macht Ben in der Abwehr. Und nun kommt auch Ben mit Beinangriffen. Otto wehrt sich wie ein Löwe, es ist ein zerren und winden. Aber Ben kann sich unter dem Schwerpunkt des Walheimers wühlen und ihn anheben. Otto verteidigt sich mit Händen und Füßen. Nützt aber nicht, der Krefelder macht die Punkte. Und wie wir es von Ben her kennen, er arbeitet und arbeitet und lässt seinem Gegner nicht zur Ruhe kommen. So gewinnt der Krefelder in der sechsten Minute mit verdienter technischen Überlegenheit.

Zum Abschluß haben wir noch einen äußerst anspruchsvollen Kampf gesehen, der uns Krefelder trotz der Mannschaftsniederlage noch versöhnt hat.

Die Krefelder rutschen jetzt auf den fünften Platz in der Oberliga Rheinland, Walheim steigt Punktegleich aber wegen des direkten Vergleichs auf den vierten Platz.

Vorschau Aachen Walheim gegen Germania Krefeld 19.10.2019

Die Krefelder Ringer treffen das kommende Wochenende auf den Aachener Verein, der im Vorjahr noch in der ersten Bundesliga verweilte. Es kommt zum entscheidenden Kampf um den vierten Tabellenplatz, den im Moment noch die Krefelder innehaben, Walheim liegt einen Platz darunter. Diese Platzierung ist besonders wichtig, denn nur die ersten vier Vereine qualifizieren sich für die Play Off Runde gegen die Oberligagruppe Westfalen. Bei dem Hinkampf am 14 September hatten die Krefelder noch die Nase vorn, sie siegten 21:16. Das denkbar knappe Ergebnis spiegelt wieder, wie nah die beiden Vereine Leistungsmäßig beieinander liegen. Daher kann wieder mit einem spannenden, engen Kampfverlauf gerechnet werden.

Die Aachener werden ihren Heimvorteil sicher nutzen, um eine bestmögliche Mannschaft aufzubieten. Denn an diesem Tage haben sie wohl die letzte Chance, in der Tabelle an Krefeld vorbeizuziehen. Die Krefelder werden alles daran setzen, dieses zu verhindern. Leider ist der Kader des Seidenstädter Verein weiterhin durch Verletzungen geplagt. So kann man nur hoffen, das die Langzeitverletzten Ayoub Bolakhrif und Philipp Haeffner wieder einsatzbereit sein werden.

Germania Krefeld gegen Köln Mülheim 15:24 Gefühlter Sieg trotz klarer Niederlage

Eine deutliche Niederlage kassieren die Krefelder an diesen Abend. Doch die Krefelder Fans lassen sich den Abend nicht verderben. Sie ignorieren diese offensichtliche Tatsache. Und wie aus Trotz feiern sie ihre Mannschaft wie die Sieger.

Heute Abend ist die Halle wieder randvoll. Schließlich wird Aline Focken der rote Teppich ausgebreitet und empfangen. Die Krefelderin ist Ende September dritte bei den Weltmeisterschaften in Kasachstan geworden.

Sogar der Bürgermeister von Krefeld, Frank Meyer hat sich die Ehre gegeben. Er gibt sich sehr bürgernah und mischt sich unter die Fans. Als Aline geehrt wird, kommt auch er auf die Matte. Er hat ein Gastgeschenk mitgebracht: Er macht 2000 Euro locker für eine neue Ringermatte. Als Aline auf die Bühne kommt gibt es frenetischen Applaus. Aline ist den Tränen nahe.

Und nun zum sportlichen. Es beginnt ziemlich schlecht für Krefeld, Abdul-Malik Magomadov verliert im Leichtgewicht auf Schulter. Eine originelle Einlage bietet hier der Kampfrichter. Als sich der Mülheimer Ringer über ein Kampfrichterentscheidung beschwert, holt der Referee die Trillerpfeife aus Hosentasche und hält sie dem Kölner vors Gesicht. Der weiß gar nicht, wie ihm geschieht und was das soll. Doch die Geste ist klar: Soll er doch den Kampf doch selber pfeifen. Gute Idee vom Kampfrichter.

Im Schwergewicht hat dann Alexander Walheim mit Asghar Laghari einen Gegner, den man in der Tat einen echten Schwergewichtler nennen kann. Ein Mann wie ein Baum, Aber im Gegensatz zu anderen Schwergewichtlern hat dieser Athlet kein Gramm Fett. Riesengross ist er, Beine wie Säulen hat der Mann. Hände wie Toilettendeckel und Arme wie ein Bär. Der arme Alex, denke ich mir, das sieht ja total ungerecht aus. Als ob ein Kind gegen einen Erwachsenen kämpfen müsste. Dabei ist Alex ein großer kräftiger Mann. Aber er sieht hier plötzlich so klein und zerbrechlich aus. Denn hier stehen sich 90 Kilo 130 Kilo reiner Muskelmasse gegenüber. Woher die Mülheimer diesen Ringer ausgegraben haben ist mir ein Rätsel, den Mann hatte ich bisher bei den Kölnern noch nie gesehen.

Alex bleibt verständlicherweise nur die Defensive gegen diesen Riesen, denn Ringen kann der auch noch. Als Laghari seinen Gegner mit seinen mächtigen Pranke anreist, kracht Alex hart in die Matte. Puh, das muss weh tun. Und auch sonst hat Alex nicht den Hauch einer Chance, das kann man nicht schönreden, da ist nichts drin für unseren erfolgreichen Ringer. So passiert es wie es geschehen muss, Laghari schultert Alex in der zweiten Minute beim Stand von 0:13.

Als dann in der 61 Kiloklasse Emil Gozalov gegen den Mülheimer Khamzat Banukaev nach zwei Beinangriffen 0:4 zurückliegt sieht es rabenschwarz aus für Krefeld. Ganz leise wird es in der Halle, wir sind geschockt, soll jetzt selbst unser stärkster Mann auf der Matte unter die Räder kommen?

Emil lässt sich das aber nicht gefallen und zieht in der zweiten Minute einen Armschulterzug. Ein Griechisch Römisch Griff, in den der Freistil Spezialist Banukaev hier blindlings rein läuft. Und nun liegt der Kölner in der gefährlichen Lage. Jetzt ist schlagartig Schluss mit der Stille in der Halle, jetzt tobt der Mob, Pardon, das Publikum. Schultern, schultern, brüllen die Leute, sie wollen jetzt den Sieg, und zwar sofort. Doch Banukaev tut uns nicht den Gefallen, er kann sich raus winden.

Aber er kämpft jetzt respektvoller, diese Lektion hat gesessen.

In der zweiten Halbzeit punktet fast nur noch Emil. Und als hätte er es dramaturgisch extra so abgestimmt, in der letzten Minute setzt er dem Kampf noch das Sahnehäubchen auf: Er kann den Kopf mit den Beinen von Banukaev verschnüren. Dieses Paket wendet er jetzt wie in Zeitlupe auf den Rücken. Nun geht ein Aufschrei durch die Zuschauerreihen, denn der Kölner liegt auf dem Rücken. Das sieht gar nicht gut aus für Banukaev, da dürfte er nicht mehr rauskommen. Aber die Zeit kommt ihn entgegen, es sind nur noch 25 Sekunden bis zum Abpfiff. Schafft das Emil noch? Er schafft es, wie ein Vater sein Baby legt Gozalov seinen Gegner behutsam auf die Schultern! Und jetzt platzt es aus den Krefeldern raus, na endlich, ein Sieg und was für einer!

In 98 Kilo kommt die erwartete Niederlage von Tolga Alkan mit einer technischen Unterlegenheit. Als dann in der 66 Kiloklasse Krefeld kampflos 5 Punkte abgeben, weil kein Kämpfer gestellt wird steht es zur Halbzeit bereits 5:19 für den Kölner Verein. Das sieht gar nicht gut aus, werden wir heute Abend total unter die Räder kommen?

In der folgenden 86 Kilo Klasse steht Jure Cubelic dem Mülheimer Said Mostafa Sadri gegenüber. Unser Mann scheint hier die schlechteren Karten zu haben. Einerseits ist Jure mit seinen erst zwei Jahren Ringererfahrung noch ein Anfänger. Und zweitens ist er Griechisch Römisch Spezialist. Aber das schöne ist, das ist Jure egal. Ungeniert und technisch einwandfrei greift er die Beine seines Gegners an. Und das erstaunliche passiert: Obwohl es gar nicht sein dürfte, nur Jure kassiert hier die Punkte. Man kann es ihm bei dem Training einmal gezeigt haben, sofort kann er das im Kampf umsetzten. Sogar als Sadri Hintermann wird, lässt sich Jure nicht auf die Knie zwingen und gibt nicht die „Zwei „ ab. Wie ein Profi macht Jure das. Woher er das kann? Letzte Woche in Neuss hatten wir diese Situation, nur umgekehrt, Cubelic war Hintermann und hatte die Punkte nicht erhalten. Er hat daraus gelernt und macht es prompt selber so.

Jetzt versucht Sadri, den Krefelder durchzudrehen. Aber Jure hat enorme Kräfte. Er kann seinen Gegner abfangen. Und dann passiert das Unglaubliche: Er befördert seinen Gegner in die gefährliche Lage. Jetzt steht die Halle wieder Kopf, jetzt liegt es in Jures Hand, seinen Gegner zu schultern. Und er kennt keine Gnade, er vollstreckt wie ein Profi.

Das sind weitere fünf Punkte, Es steht jetzt „nur“noch 10:19 für Mülheim, könnte da etwa doch noch was drin sein für Krefeld?

In den Kommenden zwei Kämpfen wird es dann auch noch mal richtig spannend, Mert-Fatih Simsek Muammed in der 71 Kiloklasse und Muammed Zakir Tan in der 80 Kilo Klasse verlieren knapp nach Punkten, obwohl sie beide in Führung lagen. Schade Schade, Es steht jetzt 22:10 für Mülheim, jetzt ist der Kampf für Krefeld endgültig verloren. Aber irgendwie ist es heute den Krefeldern egal, die Stimmung ist formidabel, sie feuern weiter an, was das Zeug hält.

Auch in dem 75 Kilo Griechisch Römisch Kampf von Dieter Tschierschke gegen den Mülheimer Poyan Shahbazi. Hier sieht es für den Krefelder Anfangs noch hoffnungslos aus. Dennoch ertönen „Dieter Dieter„ Chöre aus dem Fanblock. Der Mülheimer weißt eine vorzügliche Technik auf, besonders wenn er blitzschnell abtaucht und an Tschierschke vorbei schlüpft. Auch am Boden kann er den Krefelder mehrfach durchdrehen. Es sieht sehr nach technischer Überlegenheit aus. Doch in der zweiten Halbzeit fängt sich Dieter. Jetzt punktet fast nur noch er. Die Krefelder wittern die Sensation und hoffen, das er den Kampf noch für sich entscheiden kann.

Doch es reicht leider nicht ganz, Dieter verliert 8:14 nach Punkten.

Am Ende im 75 Kilo Freistil gibt es einen ganz besonderen Leckerbissen. Denn hier kämpft nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder der junge Ben Haeffner gegen den Mülheimer Abbas Goli Garmestani. Der Kölner Ringer ist ein ganz harter Brocken, schon seit Jahren konnte kein Krefelder Ringer gegen ihn gewinnen, in der Oberliga entscheidet er fast alle Kämpfe für sich.

Und so sieht es zu Anfang gleich auch sehr schlecht aus für Ben. Bei einem Beinangriff wird Ben in die gefährliche Lage geworfen und wird fast geschultert. Irgendwie kann er sich zum Glück noch raus retten. Was wir dann sehen, ist ein beinharter Kampf, bei dem sich beide nichts schenken. Aber auch überhaupt gar nichts. Manchmal sind die beiden bei der Abwehr von Beinangriffen dermaßen verknotet, das man gar nicht mehr erkennen kann, welche Körperteile von welchem Ringer sind. Das ist unglaublich spannend. Aber jetzt kann Ben die Oberhand gewinnen, er holt bei einem Angriff die „Zwei“. In der zweiten Halbzeit erkennt man, wie bei Garmestani langsam die Kräfte schwinden. Das kann er sich bei Ben aber gar nicht erlauben, denn der Krefelder ist ein unglaublicher Kämpfer, der es wissen will. Bei ihm muss man schon im Vollbesitz seiner Kräfte sein, denn sonst geht man unter. Und so ist es dann auch, Ben kann bei einem Beinangriff Hintermann werden. Und wie aus einem Guss greift er zur Beinschraube. Und dreht seinen Gegner durch. Und nochmal. Und nochmals. Das wird jeweils mit frenetischen Applaus honoriert. Der Kölner kann sich nur retten, indem er sich in die Passivitätszone rettet. Hier erteilt der Kampfrichter Ben vier Punkte zu wenig. Aber das ist letztendlich auch egal . Denn Garmestani nimmt jetzt eine Verletzungspause nach der anderen. Und nun wirft der Coach der Kölner das Handtuch: Garmestani muss aufgeben. Damit ist der Ringer gar nicht zufrieden, er möchte den Kampf scheinbar unbedingt noch zu Ende bringen. Sein Coach kommt ihn auf der Matte entgegen, Abbas Goli Garmestani stürmt auf ihn zu, als wolle er jetzt mit ihm kämpfen. Eine komische Situation. Die Krefelder Fans sind jetzt ein wenig gemein, sie feuern jetzt mit „Hey Hey“ Rufen an, als wenn nun ein Kampf bevorstehen würde. Dazu kommt es zu Glück nicht.

Das war`s für diesen Abend, Ben holt die höchstmögliche Punktezahl gegen diesen übermächtigen Gegner aus diesem Kampf. Mit diesem Gefühl des Sieges kann das Publikum doch noch zufrieden nach Hause gehen.

Bronzemedalliegewinnerin Aline Focken kommt

Am kommenden Samstag steht die Oberligabegegnung Germania Krefeld gegen die Kölner Mannschaft aus Mülheim bevor. Vorher begrüßen wir die lebende Ringer – Legende Aline Focken. Sie bringt uns die Bronzemedaille aus Kasachstan mit. Denn sie ist sage und schreibe dritte Weltmeisterin im Ringen Ende September geworden. Das bedeutet sogleich die Qualifikation für die olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die 28 Jahre junge Hülserin ist den Krefeldern seit Jahren als Weltklasseathletin bekannt. Schliesslich ist sie dieses Jahr zum 10 Mal deutsche Meisterin geworden und sogar 2014 Welmeisterin in ihrer Sportart. Damals allerding in der leichteren Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm, heute tritt sie im Schwergewicht bis 76 Kilo an.

Ab 19 Uhr wird ihr der gebührenden Empfang auf dem roten Teppich in der Halle auf der Steinstrasse 73 bereitet. Wir hoffen auf reichlich Zuspruch aus der Bevölkerung.

Bei dem darauffolgenden Oberligakampf hat man mit Köln Mülheim einen schweren Gegner, gegen den man in der Hinrunde deutlich verloren hatte. Hier trifft mit Krefeld der vierte auf den dritten der Oberligatabelle. Doch wir hoffen, dass Mannschaftskapitän Jochen Haeffner die Mannschaft dieses mal stärker auf- und einstellen wird. Damit dem Heimpublikum wieder eine gute Show geboten wird.

Im Vorfeld findet die Straßenveranstaltung „Drahtseilakt und Eiertanz“ auf der Leverenzstrasse statt. Hier gibt es um 12 bis 15 Uhr 30 unter dem Motto „Ab auf die Matte“ Ringervorführungen. Gezeigt werden sie in dem Bereich zwischen Garnstrasse und Tannenstraße.

28.9.2019 Hürth gegen Krefeld 11:32 schmerzhafte Niederlage für Hürth

Endlich wieder ein Sieg für Krefeld. Und ein schwarzer Tag für die Hürther Mannschaft, die am Ende der Hinrunde gegen den schwächelnden Krefelder Verein vielleicht doch noch mehr erhofft hatte. Man konnte schon an der traurigen Zuschauerbeteiligung ermessen, wie es um die Moral der Gastgeber steht. Die Halle ist fast leer.

Zu Anfang läuft es erstmal nicht gut für die Gäste. In 57 Kilo wird der Krefelder Abdul-Malik Magomadov von Tamim Hashimy in der zweiten Minute geschultert. Aber schon im Schwergewicht egalisiert Nigel Weber gegen den um über 30 Kilo leichteren Florian Ostwald mit einem Schultersieg in der zweiten Minute.

In der folgenden 98 Kiloklasse hat Alexander Wagner keinen Gegner, die fünf Punkte bekommen wir Krefelder hier also geschenkt.

Dann kommt mit der 86 Kiloklasse zwischen dem Hürther Markus Kurle gegen Jure Cubelic ein ganz besonderes Schmankerl. Denn der Krefelder Jure ist noch ein Anfänger. Aber was für einer. Ein ungeschliffener Diamant als Ringer, bei ihm ist immer alles möglich. Denn er riskiert alles bei seinen Kämpfen. Das kann zuweilen in die Hose gehen. Oder aber unglaublich spektakulär werden. Langweilig wird einem bei seinen Kämpfen beileibe nicht. Und so freuen wir uns schon wie die Kinder auf einen spannenden Kampf. Zu recht, wie wir schnell sehen werden.

Noch in der ersten Minute fasst Kurle seinen Gegner im Zwiegriff. Cubelic tut es ihm gleich. Beide stehen tief gebeugt, damit man nicht an die Hüfte gelangt. Und nun wagt Jure den ersten Schritt. Er leitet den Rotationsschritt ein und stürzt Kurle über. Und wie: So hoch und rund und schön und perfekt, dass es uns im ersten Augenblick die Sprache verschlägt. Ein „Ahh und Ohh“ wäre hier angemessen, aber es kommt nur ein Schrei der Erleichterung aus unseren Mündern, wir können es gar nicht fassen.Woher kann der das nur? Solche Überstürzer sieht man nur ganz selten, das ist Griechisch Römisch in Perfektion!

Das gibt natürlich fünf Punkte für diese vorzügliche Aktion. Kurle befindet sich in der gefährlichen Lage, kann sich aber noch raus retten.

In der zweiten Minute wird es einmal kritisch für Jure als Kurle einen Kopfhüftzug ansetzt. Aber richtig gefährlich wird es für unseren Kämpfer nicht wirklich. Dann versucht es der Hürther noch einmal mit dem Zwiegriff. Hätte er lieber nicht machen sollen, eine nicht so gute Idee gegen Jure Cubelic.

Denn sogleich fliegt Kurle erneut durch die Hürther Hallenluft, das es nur so eine Freude ist.

Und, ebenfalls in der ersten Halbzeit, erkämpft sich Jure die Hintermannposition. Es steht jetzt 2:12 für den Krefelder, das sieht nach einem klaren Punktesieg aus für ihn. Er könnte jetzt eigentlich den Sack zumachen und einen Gang zurückschalten. Aber das ist seinem Programm scheinbar nicht vorgesehen. Kurz vor der Pause setzt Kurle erneut den Zwiegriff an. Das sollte er lieber lassen. Erneut segelt er kopfüber in die für ihn immer dünner werdende Luft. Jetzt hat Jure praktisch schon technisch überlegen gewonnen. Aber das reicht ihm nicht, er will mehr: Kurle liegt in der gefährlichen Lage, es sind noch wenige Sekunden bis zum Pausenpfiff. Doch der Krefelder erspart seinem Gegner heute nichts und macht es perfekt: Schultersieg! Wir Krefelder tanzen vor Freude am Mattenrand, das war hier erste Sahne, was uns unser Mann uns geboten hat!

Weitere Siege: Alexander Wagner hat keinen GegnerAmer Bolakhrif in der 71 Kilo Klasse nach Punkten 5:13 Emil Gozalov technisch Überlegen, Vitali Jeschke 80 Kilo und Dieter Tschierschke 75 Kilo Freistil Schultersieg

Niederlagen : Mert-Fatih Simsek 66 Kilo 10:5 Punkteniederlage, Anton Sattler 75 Kilo Griechisch Römisch, technische Unterlegenheit

Aline Focken Rotter holt Bronze bei den Weltmeisterschaften und olympische Qualifikation

Nur Sultan /Kasachstan: Aline Focken ist nun endgültig in der Weltklasse in der neuen Gewichtsklasse angekommen.

Ihre Gegnerin Elmira Syzdykova im kleinen Finale der 76 Kiloklasse hatte bei diesem Kampf sogar Heimvorteil: Schließlich kommt sie aus Kasachstan. Aber es sollte ihr nichts nützen, Aline ließ sie in diesem beinhart geführten Kampf überhaupt nicht zum Zuge kommen. Wie hart der Kampf ablief belegt die Platzwunde am Kopf der Krefelderin. Gleich in der ersten Minute musste ihr nach Kopfstößen, die ihr ihre Gegnerin verabreicht hatte, die Stirn getackert klammert werden.

Nur mit Kopfbinde konnte sie weiterkämpfen. Doch damit ließ sich Aline nicht den Schneid abkaufen. Im Gegenteil. Sie setzte die Kasachin unter Dauerdruck. Nur Focken punktete und konnte mit 3:0 Punkten ungefährdet die Medaille nach Hause holen.

Und ganz wie nebenbei bekommt Focken durch diese Platzierung die Qualifikation zu den olympischen Spielen in Tokio 2020.

Am Vortag noch sah es eher wie ein Spaziergang ins Finale aus, denn in ihren Vorkämpfen gewann Focken Rotter gegen Sabira Aliyeva aus Aserbaidschan 10:4 und Alla Belinska aus der Ukraine 5:3 nach Punkten.

Auch im Halbfinale gegen die vierfache Weltmeisterin Adeline Gray aus den Staaten sah erst erst noch nach einem Sieg für Focken Rotter aus. Leider punktete die Amerikanerin am Ende der sechsminütigen Kampfzeit zum 5:2. So reichte es leider „nur“ für das kleine Finale.

„Aus meiner Sicht war es ein ausgeglichener Kampf, Aline hat ihre taktische Linie eingehalten und hätte mit einem Quäntchen mehr Glück auch gewinnen können“, so Frauen-Bundestrainer Patrick Loes.

Und wenn hier von „nur“ geredet wird, dann trägt Aline selbst ein wenig mit die Schuld hierfür. Schließlich hat sie die Messlatte so hoch gelegt, als sie vor fünf Jahren in Usbekistan sogar Weltmeisterin wurde. Wie soll sie das nur noch toppen? Wohl nur noch mit einer Medaille bei den olympischen Spielen .

Diese Platzierung ist besonders hoch einzuschätzen, da Aline in der höheren Gewichtsklasse einige Kilos zu wenig auf den Rippen hat. Diese Kilos sind nicht , wie bei den Sumo – Ringern üblich, einfach „anzuessen“. Beim olympischen Ringen ist das kaum möglich. Denn im Gegensatz zum japanischen Sumo Ringen, wo ein Kampf meistens nur ein paar Sekunden dauert, ist das olympischen Ringen ein Ausdauersport. Hier beträgt die reguläre Kampfzeit sechs Minuten, das bedeutet eine Belastung vergleichbar dem eines 2000 Meter Mittelstreckenlauf. Das bedeutet, professionelles Ringer Training ist dermaßen auszehrend, dass man kaum zunehmen kann.

Die frischgebackene Bronze- Medaillengewinnerin wird am 12.10.2019 beim dem Oberliga Heimkampf gegen Köln Mülheimin Krefelder Halle an der Steinstrasse 73 um 19 Uhr empfangen werden können. Wir hoffen auf eine volle Halle an dem roten Teppich für unsere Weltklassenathletin.

21.9.2019 Germania Krefeld gegen Simson Landgraaf klare aber nicht hoffnungslose 13:30 Niederlage

Da ist Krefeld nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Wieso mag man sich fragen, es gab doch eine deutliche Niederlage? Nun, man hatte mit der totalen Klatsche gegen den holländischen Favoriten gerechnet. Denn neben den zwei Dauerverletzten hatte es sechs weitere Ausfälle wegen Krankheit oder berufliche Abwesenheiten auf Krefelder Seite gegeben. Also trat man an diesem Tage sozusagen mit der “zweiten Mannschaft „ an.

Und dennoch haben sich die Germanen an diesem Kampftag achtbar geschlagen und ihr Gesicht gewahrt.

Nun die Kämpfe im einzelnen:

In der 57 Kiloklasse schenken die Krefelder den Gästen fünf Punkte denn hier konnte man keinen Kämpfer stellen. Die 130 Kilo Klasse ist eine klare Sache: Das 120 schwere reine Muskelpaket Iman Bahramsari aus Landgraaf gewinnt gegen Nigel Weber erwartungsgemäß technisch Überlegen. Ebenso klar verliert Abdul-Malik Magomadov gegen Alex Paulanyi in der 61 Kilo Klasse technisch unterlegen. Magomadov ist für den verhinderten Krefelder Emil Gozalov eingesprungen und durfte sich heute das abtrainieren auf 57 Kilogramm ersparen.

Interessant wird es dann in der 98 Kiloklasse zwischen Alexander Wagner gegen den Landgraafer Rochel Gumuljo. Wir kennen den holländischen Ringer schon aus vergangenen Zeiten, ein exzellenter Griechisch Römisch Kämpfer der aber auch im Freistil das Leben von Alex bei Kämpfen schwer gemacht hatte. In den letzten Jahren war er dem Ringen fern geblieben, soweit ich gehört habe, ist er zum MMA gewechselt. Wir freuen uns schon auf diese Begegnung, weil wir wissen, wie spektakulär diese Kämpfe verlaufen können.

Uns genauso geschieht es dann auch: In der zweiten Minute greift der Holländer das Bein von Alex von außen. Alex belastet sein Bein und greift die Handgelenke von Gumuljo. Der Landgraafer aber schafft es schon fast, Alex auszuheben. Aber eben nur fast, denn plötzlich stürzt sich Alex hinten über und schleudert Gumuljo in die gefährliche Lage. Das gefällt, das will man sehen. Und nun hat es Alex in der Hand, seinen Gegner zu schultern. Das Publikum springt von seinen Plätzen und brüllt wie aus einer Lunge „Schultern, Schultern“. Leider reicht es nicht ganz, Gumuljo kann sich raus retten.

Und dann in der sechsten Minute, Alex führt schon mit 11:2 Punkten, wagt er selber einen Doppeltbeinangriff. Und füttert das Publikum mit dem, was es so gern mag: Einen Schultersieg! Die Halle steht Kopf, das lässt man sich nicht nehmen, denn wir wissen, zu feiern wird es heute nicht mehr viel geben, und die Feste feiert man bekanntlich, wie sie fallen.

Bei den nächsten Kämpfen mit Mert-Fatih Simsek, 66 Kilo, Muammed Zakir Tan in der 86 Kilo Klasse und Muhammed Alkan in der 71 Kilo Klasse kommen die Krefelder technisch unterlegen unter die Räder.

Interessant aus Krefelder Sicht wird es dann wieder in der 80 Kilo Klasse. Hier kämpft für die Gastgeber nach zwei Jahren mal wieder Julian Olbrich. Er hatte mit einem Kreuzbandriss im Knie eine sehr schwere und langfristige Verletzung. Zudem ist er zu der Konkurrenz zum MMA Kampfsport abgewandert. Daher wissen wir gar nicht, wo er formmäßig steht. Das weiß er wahrscheinlich selber nicht. Gegen seinen Gegner Scott Geelen passiert in der ersten Halbzeit recht wenig. Bis darauf, des der Kampfrichter Julian ein Aktivitätspunkt gibt, weil sein Gegner passiv kämpft. Erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit traut sich Julian dann einen Doppelbeinangriff: Und der ist gut, na bitte, es geht doch noch, er befördert seinen Gegner sogleich in die gefährliche Lage. Und jetzt hat das Krefelder Publikum mal wieder einen Grund zu feiern. Denn das riecht förmlich nach Schultersieg. Geelen liegt schon fast auf der Schulter als dann der Kampfrichter abpfeift. Ja was soll das denn, warum verdirbt der uns jetzt den Spaß? „Das ist doch eine Frechheit“, empören wir uns. Doch dann ist es klar, die Halbzeit ist vorbei, schade schade, das wäre es doch jetzt gewesen. Auch nach der Pause behält Olbrich die Oberhand und schaukelt den klaren 9:0 Punktesieg sicher nach Hause.

In der 75 Kilo Klasse Freistil wird der Krefelder Anton Sattler geschultert. Jetzt bleibt nur noch die 75 Kilo Griechisch Römisch Klasse mit dem Krefelder Dieter Tschierschke gegen Islam Korigov. Hier haben wir auch keine besonders hohen Erwartungen. Denn Dieter war die ganze Vorbereitungszeit verletzt und ist beruflich stark eingespannt. Und so beginnt der Kampf recht ungünstig für Tschierschke. Korigov wird gleich in der ersten Minute Hintermann und will Tschierschke durchdrehen. „Jetzt geht das abschlachten der Krefelder weiter“ denke ich mir und habe keine eigentlich Hoffnung mehr für unseren Mann. Doch dann, ja was ist das denn, fängt Dieter seinen Gegner bei dem Durchdreher ab. Er ist jetzt Hintermann und setzt einen Nackenhebel bei Korigov an. Ein Griff, der bei Erwachsenen eigentlich gar nicht angewendet wird, es ist eher eine Kindertechnik. Aber warum eigentlich? Denn, wie wir hier anschaulich erkennen können, kann dieser Griff erstaunlich effektiv sein. Denn Dieter wendet seinen Gegner wie in Zeitlupe in die gefährliche Lage. Und jetzt bricht es aus den Krefeldern heraus. Und als wenn es jetzt um etwas unheimlich wichtiges gehen würde, um den Mannschaftssieg, um die Weltmeisterschaft, oder um die Rettung der Welt. Es wird angefeuert was das Zeug hält. eigentlich geht es hier um um gar nichts mehr außer um die Ehre und um die kosmetische Korrektur des Endergebnisses. Aber das ist nicht rational zu erklären. Rational ist jetzt hier keiner mehr. Und Dieter tut uns den Gefallen und schultert seinen Gegner. Und das Publikum liegt sich vor Freude in den Armen und tanzt, als ob die Weltmeisterschaft gewonnen, die Welt gerettet und die Mannschaft besiegt wäre.

Aber nichts dergleichen, wir haben heute hier eine Klatsche kassiert. Eine, die zwar noch moderat ausgefallen ist. Die sich aber aufgrund der schlechten Voraussetzungen wie ein Sieg anfühlt. Da haben die Krefelder noch das Optimum aus dieser aussichtslosen Situation herausgeholt. So können hier die Zuschauer trotz der Niederlage dann doch noch mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

Nächste Woche kann man in Hürth auf Besserung hoffen. Dann wird die Mannschaft hoffentlich halbwegs komplett stehen. Hier können die Krefelder auf einen Sieg hoffen.

Nächster Heimkampf: 21.9.2019, 19 Uhr gegen Landgraaf

Der zu erwartende Gegner wird der holländische Verein Simson Landgraaf sein. Auch wenn die Krefelder mit dem Sieg gegen Aachen Walheim dieses Wochenendes gestärkt und selbstbewusst in den Kampf gehen werden, es wird eine sehr schwere Aufgabe werden. Schließlich wurde der Holländische Verein letztes Jahr sogar Oberligameister. Die Landgraafer durften aber nur aus dem Grund nicht in die Bundesliga aufsteigen, weil es eben kein deutscher Verein ist.

Der holländische Verein hat aber mit einer knappen Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Neuss eine Schwäche gezeigt.

Landgraaf hat mehrere englische Nationalringer und Meister in seinem Kader. Und die besten Ringer der Niederlande, denn in den Niederlanden gibt es ansonsten selbst kein Mannschaftsringen.

Auch wenn die Krefelder an diesem Tage ihren Mannschaftskampf nicht gewinnen sollten, werden auf jeden Fall spannende Kämpfe und Siege in verschiedenen Gewichtsklassen erwartet. Auch wenn es nach dem dritten Kampftag bereits keinen in der Mannschaft mehr gibt, der die weiße Weste des unbesiegten trägt: bei dem Mannschaftskampf kommt es immer auf die Gesamtleistung der 10 Einzelkämpfer an.

14.9.2019 Krefeld gegen Walheim 21:16 Sensationeller Nervenkrieg mit Happy End

Endlich, es geht doch! Die Germanen und der KFC können also doch noch gewinnen. Und wie. Nach einer Berg -und Talfahrt der Emotionen können die Krefelder nach einer enormen Energieleistung die Begegnung dann doch noch für sich entscheiden. Und es blieb bis zum letzten Kampf eng. Eine spannende Begegnung bis in die letzte Sekunde. Und dann auch noch mit Happy End. Das will der Zuschauer sehen, das war Dramaturgie vom feinsten. Denn nach der völlig unglücklichen technischen Unterlegenheit vom ansonsten deutlich überlegenen Alexander Wagner hatte man eigentlich keine Hoffnung mehr für die Krefelder Mannschaft. Doch die darauf folgenden Krefelder Ringer konnten den Kampf dann doch noch unerwartet drehen. Das war erste Sahne.

Und nun die Entscheidungen im Einzelnen: Im Leichtgewicht verliert Malik Magomadov und Nigel Weber im Schwergewicht nach Punkten. Man hatte sich hier vielleicht ein wenig mehr erhofft, aber immerhin gab es keine Schulterniederlagen oder technische Unterlegenheiten, daher hält sich der Schaden in Grenzen. Zumal der Krefelder Emil Gozalov in der 61 Kiloklasse gegen Naweed Sayed den Kampf technisch Überlegen für sich entscheidet. Das ist aber egal, weil der Walheimer Übergewicht hat gibt es mit fünf Punkten die Höchstwertung für Krefeld. Es steht jetzt 5:6 für Walheim, also alles noch im grünen Bereich für Krefeld.

Dann kommt die 98 Kilo Klasse mit dem zuverlässigen Alexander Wagner. Gegen den Aachener Marco Kreutz scheint es eine klare Sache zu werden: Bereits in der ersten Minute attackiert der Walheimer das Bein von Alex. Wagner kontert mit eine schulmäßigen Schleuder seinen Gegner in die gefährliche Lage: Jetzt wird das Publikum wach, alle springen auf und wollen ihn sehen: Den Schultersieg, den Alex jetzt in der Hand hat! Doch sein Gegner ist elastisch wie Gummi, er dreht sich raus. Aber Alex hält noch den Arm seines Gegners und dreht ihn zurück: Wird es ihm jetzt gelingen? Alles Brüllen und anfeuern nützt nichts, Kreutz kommt wieder raus. Schade schade, aber dann wird wohl Alex eben nach Punkten gewinnen. Denken wir. Zumal Alex noch weiter Punkte holt. Aber Kreutz ist kein Fallobst, im Gegenteil, er macht Alex zusehend das Leben beziehungsweise, den Kampf schwer und punktet bei seinen Beinangriffen ebenfalls. In der zweiten Halbzeit führt der Walheimer sogar schon 5:9 als Alex ihn wieder mit seiner unnachahmlichen Schleuder von der Matte direkt auf die Schultern fegt. Schon wieder schnellen unsere Zuschauerherzen auf 180 Puls hoch weil hier ein Schultersieg aussteht. Doch der Aachener Gummimann tut uns wieder nicht den Gefallen. Kann der nicht mal nett sein und uns den Sieg schenken? Wir wollen endlich mal hier mit der Mannschaft gewinnen!

Kreutz ist heute gar nicht nett zu uns und befreit sich aus der gefährlichen Lage. Und in der fünften Minute, es steht noch Unentschieden 9:9 in diesem Kampf, erkämpft der Aachener die Hintermannposition und packt die Beinschraube bei Alex. Egal, denke ich mir, den wehrt Alex schon ab. Von wegen, Kreutz hat gut gepackt und kann Alex drehen. Ok, das sind nur zwei Punkte, Alex wird hier sicher noch was einfallen. Doch Kreutz hat verdammt gut gegriffen und dreht nochmal. Und nochmal Und nochmal. Ich kann gar nicht hinsehen wie jetzt hier Alex vorgeführt wird. Er ist total ausgepumpt, sein Widerstand ist gebrochen. Und jetzt passiert das Desaster, Alex verliert seinen Kampf schlussendlich technisch unterlegen! Ich schreie meinen Frust in den nebenliegenden Geräteraum, um niemanden einen Hörsturz anzutun. Das tut weh, jetzt steht es 5:10 für Walheim, ja das gibt wieder eine saftige Niederlage heute, das können wir nicht mehr aufholen heute, verdammt verdammt!

Jetzt erst mal durchatmen, auf ein Wunder hoffen und sich erst mal den nächsten Kampf in der 66 Kilo Klasse ansehen. Schließlich ist Polen noch nicht verloren. Jetzt kämpft Mert-Fatih Simsek gegen Kemran Nihatov Nazifov für Walheim. Und jetzt passiert dieses erste kleine Wunder: Mert wächst über sich heraus und erkämpft mit Beinangriffen einen Punkt nach dem anderen. Kann er das durchstehen, geht er eventuell auch nicht zu hohes Risiko und letztendlich sogar noch auf Schulter? Wir zittern uns fünf Minuten durch diesen Kampf in dem Mert alles richtig macht und: Er gewinnt tatsächlich technisch überlegen, damit hätten wir hier überhaupt nicht gerechnet!

Na bitte es geht doch noch, vor der Pause steht es jetzt nur noch 9:10, jetzt haben wir unsere Hoffnung wiedergefunden, Puh.

Nach der Pause geht es weiter in der 86 Kiloklasse mit Jure Cubelic für Krefeld gegen Wolfgang Hellebrandt. Wer ist Jure Cubelic werden sich wohl einige Krefelder fragen? Jure ist eigentlich Anfänger im Ringen, er betreibt diese Sportart erst seit ungefähr zwei Jahren. Er kommt vom Judo. Und er hat Talent ohne Ende. Aber er ist ein Wackelkandidat, weil er unerfahren ist. Und weil er Griffe aus allen unerdenklichen Positionen riskiert.

Heute zieht er gleich in der ersten Minute eine sehr riskante Suplex. Mir bleibt das Herz fast stehen, denn dieser Griff ist, wie gesagt, sehr riskant und kann gut abgefangen werden. Und Jure hat nicht besonders eng die Arme gegriffen. Aber er hat auch Kraft wie ein Bär und es reicht: Er befördert seinen Gegner in die gefährliche Lage. Jetzt springen alle in der Halle auf und wollen die Sensation sehen. Und brüllen aus vollen Lungen: Wird es diesmal ein Schultersieg? Wird es, das Publikum fällt sich jubelnd in die Arme! Jemand merkt an, er hätte lieber noch mehr von diesem Kampf gesehen. Ich meine, Hauptsache fünf Punkte sicher, so schnell es geht. Mehr Nervenkrieg muss nicht sein.

Nach diesem Kampf führt Krefeld erstmals 14:10! Ja, jetzt ist erst mal die Welt wieder in Ordnung, bloß sicher ist hier heute gar nichts.

In der 71 Klo Klasse macht Amer Bolakhrif heute einen ganz starken Kampf. Gegen Yaschar Jamali-Esmaeili-Kandi sieht er stark aus, lässt ihn passiv aussehen und geht sogar mit 5:1 in Führung. Nur weil der Walheimer in der Bodenlage Amer mehrfach hintereinander durchdrehen kann, verliert der Krefelder knapp 5:9 nach Punkten. Das bedeuten zwei Punkte für Walheim, Krefeld führt immer noch mit 14:12.

Erst als dann Vitali Jeschke gegen den Bundesligaringer Maximilian Otto in der 80 Kiloklasse technisch Unterlegen verliert liegen jetzt die Walheimer wieder mit 14:16 vorne. Puh, das wird knapp, es liegen jetzt noch zwei Kämpfe in der 75 Kilo Klasse vor uns.

Und hier hat im Freistil Ben Haeffner mit Ibragim Veliyev einen ganz harten Brocken als Gegner. Man sieht es dem Walheimer schon an das er Profi ist, seine Blumenkohlohren liegen in voller Blüte und er hat einen Körper wie ein durchtrainierter Schrank. Er wurde wahrscheinlich extra für diesen Kampf gegen Germania Krefeld aus der Bundesliga Kiste ausgekramt und reaktiviert. Denn nach zwei Niederlagen wollen die Walheimer diesmal unbedingt wieder gewinnen. Und in dem Kampf sieht es tatsächlich erst sehr schlecht aus für Ben. Ben greift munter die Beine an, genauso wie wir es von ihm kennen. Jetzt klammert Veliyev den Kopf von Ben und dreht in um seine Achse. Das ist eng und präzise, hier sieht man gleich die Klasse des Walheimers. Oh, das wird schwierig für unseren jungen Athleten. Und egal was Ben versucht, Veliyev kontert und macht die Punkte. In der zweiten Minute schickt er Ben sogar in die gefährliche Lage: Aber Ben windet sich nochmals knapp raus, puh, das hat Kraft gekostet. Jetzt steht es schon 0:10 für den Walheimer, das sieht klar nach einer technischen Niederlage für den Krefelder aus. Wenn nicht noch ein Wunder passiert. Und dann, kurz vor der Pause, deutet es sich schon an, jetzt kann Ben den Kampf zu seinen Gunsten wenden, er macht die erste zwei, indem er bei einem Beinangriff Hintermann wird. Nach der Pause haben wir unser Wunder: Ben dreht jetzt richtig auf. Und wie, er wirft seinen Gegner mit einem Doppelbeinangriff in die gefährliche Lage! Jetzt hält es keinen mehr auf den Sitzen, man sieht, wie der junge Nachwuchsathlet das Ruder in die Hand nimmt und seinen Frust an seinem Gegner auslässt. Jetzt punktet nur noch Ben und die Halle kocht. Das will das Publikum sehen. Die Rollen haben sich komplett gewandelt, das Opfer wird zum Täter. Auf der Anzeigetafel sieht man jetzt fast nur noch rote Punkte. Auch wenn Veliyev hin und wieder ein paar Zweierwertungen holt, es ist nur ein letztes Aufmucken. In der zweiten Halbzeit holt Ben sage und schreibe 25 Punkte, die Anzeigetafel rattert wie ein bei einem Flipperautomat, das Kampfgericht kommt kaum mehr nach mit dem Eintragen der Punkte. Das gefällt natürlich den Zuschauern, jede Wertung wird wild gefeiert. Und punktgenau auf die letzte Sekunde schafft Ben mit 29:14 die technische Überlegenheit, die Sensation, an die man nach den ersten Minuten des Kampfes im Leben nicht mit gerechnet hätte!

Es führt jetzt wieder Krefeld mit 18:16 und es steht nur noch der letzte 75 Kilo Kampf im Griechisch Römisch bevor. Krefeld hat zwar zwei Punkte Vorsprung. Das bedeutet, es ist auf jeden Fall noch alles offen in diesem letzten entscheidenden Kampf. Jakub Marchlewski tritt für Krefeld gegen Marcel Graf an. Der Krefelder ist gehandikapt, er hat grade eine Lungenentzündung überstanden. Und er ist drei Kilo leichter als sein Gegner. Also keine guten Voraussetzungen. Doch Jakub gibt den Ton an auf der Matte und macht die Punkte. Sorge bereitet mir ein wenig, wie er sich in der Bodenlage verausgabt. Hier versucht er mehrfach, seinen schwereren Gegner auszuheben und zu werfen. Das kostet verdammt viel Kraft und er schafft es nicht, hierbei zu punkten. Und kurz vor der Pause schafft es der Walheimer, Jakub zu schleudern. Doch wie ein echter Profi besiegt Jakub seinen Gegner letztendlich 13:4 deutlich nach Punkten. Das war es, Krefeld hat heute tatsächlich in diesem packenden Krimi Wahlheim geschlagen.

Schicksalshafte Woche für Germanias Ringer

Es ist jetzt genau fünf Jahre her, das Weltklasse Ringerin Aline Focken in Taschkent in Usbekistan Weltmeisterin in der 69 Kilo Klasse wurde. Für die Krefelderin geht es diese Tage zu den Weltmeisterschaften nach Nur Sultan in Kasachstan.

Vom 14.-22. September gehen die Meisterschaften. Hierbei werden zu Beginn die Greco-Spezialisten ihre Titelträger ermitteln, danach die Frauen.

Am 18.9 2019 greift Aline in das Wettkampfgeschehen in der höheren 76 Kiloklasse ein. Focken hat sich für die höhere Gewichtsklasse entschieden, weil im Gegensatz zu früher am Tag des Ringkampfes gewogen wird. Vor Jahren war das noch anders, da wurden die Athleten einen Tag vorher gewogen und konnten sich nach dem auszehrenden „abkochen“ einen Tag wieder mit normaler Nahrungsaufnahme regenerieren. Außerdem wird auch an dem zweiten Wettkampftag nochmals gewogen, was zuvor nicht so gehandhabt wurde.

Diese Gewichtsklasse ist für Focken nicht optimal. Ansonsten schickt es sich ja nicht, das Gewicht einer Dame anzugeben, aber bei einem Ringerprofi wie Aline Focken besteht begründetes öffentliches Interesse. Da darf man wohl eine Ausnahme machen. Sie wiegt 74 Kilo und ist somit einige Kilos zu leicht für das Schwergewicht der Frauen. Optimal wäre ein Gewicht von zwei bis drei Kilos über die 76 Kilo, um vor dem Wettkampf ein paar Kilo ab zu trainieren. Dann hat man das optimale Kraft- Kampfgewicht.

Bei einer Platzierung unter den ersten sechs qualifizieren sich die Athleten automatisch für die olympischen Spiele in Tokio 2020. So sind die Weltmeisterschaften für Aline dieses Jahr besonders wichtig, denn das wird wahrscheinlich dann die letzte Olympiade für Focken werden.

Auch schicksalshaft geht es bei den Ringer Männern in der Oberliga zu

Nach zwei verlorenen Auftaktkämpfen muss die Germania jetzt endlich bei ihrem zweiten Heimkampf Stärke zeigen. Der Gegner, Aachen Walheim ist dieses Jahr aus der ersten Bundesliga abgestiegen. Die Aachener Mannschaft hat aber ebenfalls ihre beiden Kämpfe verloren. Nach der Papierform ist Walheim der klare Favorit des Abends.

Mannschaftsführer Jochen Haeffner muss sich was einfallen lassen, da bei den Krefeldern schon gleich zu Beginn der Saison einige der Ringer verletzt sind. So wird dem elfte Mann, dem Publikum, eine tragende Rolle zugerechnet. Man hofft auf ein reges Zuschauerinteresse, um die Krefelder Athleten zum Sieg zu verhelfen.

6.9.2019 Köln Mülheim gegen Germania Krefeld 28:14 Schlappe

Ein rabenschwarzer Tag für die Krefelder Ringer. Und dabei das Ergebnis ist noch schmeichelnd für die Krefelder. Denn die Kölner stellten in der 98 Kilo Klasse gar keinen Kämpfer, in 75 Kilo Freistil gab der Kölner Poyan Shahbazi seinen Kampf gleich auf. So wurden den Krefeldern sozusagen noch 10 Punkte geschenkt.

Ansonsten war die Leistung der Seidenstädter auf der Matte desaströs, von 8 Kämpfen wurde lediglich nur einer von dem starken Nachwuchskämpfer Ben Haeffner gewonnen. Er konnte seinen Gegner Karim Masaev technisch Überlegen bezwingen.

In den anderen verbleibenden sieben Kämpfen blieben die Krefelder erfolglos.

Alexander Wagner 98 erhielt für Krefeld fünf Mannschaftspunkte, weil er keinen Gegner gestellt bekam ebenso wie Anton Sattler in der 75 Kilo-Klasse, weil sein Gegner aufgab.

Entschuldigend für diese Total-Schlappe an diesen Abend könnte man die Verletzungen von Amer und Ayoub Bolakhrif, Jakub Michalski sowie Philipp Haeffner anführen, sowie die Tatsache, das Dieter Tschierschke und Julian Olbrich an diesem Abend aus beruflichen Gründen in Köln nicht antreten konnten. Doch deutet die zweite Niederlage in Folge die formschwache Gesamtlage der Germanen an, die in der schlechten Trainingsbeteiligung ihre Bewandtnis findet.

Die weiteren Kämpfe: Emil Gozalov und Vitali Jeschke verlieren nach Punkten, Mert-Fatih Simsek und Muhammed Alkan sind technisch Unterlegen und mit Abdul-Malik Magomadov, Jure Cubelic und Nigel Weber hat Krefeld an diesem denkwürdigen Abend gleich drei Schulterniederlage zu verschmerzen.

Knapp am Sieg vorbei ging der Kampf des Krefelders Emil Gozalov gegen den bärenstarken jugendlichen Bredi Slinkers in der 61 Kilo Klasse. Der Kölner ist Ringer der holländischen Nationalmannschaft. Hier hatte es Gozalov in der Hand, seinen niederländischen Gegner überzustürzen, als er ihn an der Hüfte mit beiden Armen umklammern kann. Aber statt ihn kopfüber nach hinten zu schleudern kippt er ihn nach vorne um. Und setzt dabei seine Beine regelwidrig ein, die Begegnung war im Griechisch Römischen Stil. So verliert Emil knapp 5:2 nach Punkten.

31.8.2019 Krefeld gegen Neuss: 10:25 Niederlage bei Hitzeschlacht in Krefeld

Eine hohe Niederlage, die man nach der ersten Halbzeit noch nicht so absehen konnte. Da führte nämlich Krefeld noch mit 10:8 nach drei gewonnenen Kämpfen. Doch das war es dann auch für die Seidenstädter, in der zweiten Halbzeit gingen alle Kämpfe an Neuss.

Es ist heiß am jenem Abend. Verdammt heiß. Tropisch heiß. Und in der Sauna, pardon, in der Halle, ist es noch schlimmer. Jeder hier dünstet seine eigene Hitze aus. Das macht es noch heißer. Es ist die Hölle! Wenn man sich nicht bewegt ist es schon eine Qual. Aber wie sieht es nur für die Ringer aus, die noch Schwerstarbeit zu leisten haben?

Da müssen die Kämpfer jetzt durch!

Es beginnt mit dem Leichtgewicht in der 57 Kiloklasse, hier steht Abdul-Malik Magomadov dem Neusser Albert Nakaev gegenüber. Wir setzen keine große Hoffnung auf unseren Mann, schließlich ist der Neusser deutscher Jugendmeister. Aber im Griechisch Römisch, und heute wird hier Freistil gekämpft.

Und unser Mann stellt sich geschickt an. Er nervt seinen Gegner mit Beinangriffen, die dem gar nicht zu gefallen scheinen. Und Malik holt direkt die ersten zwei Punkte mit einer Hintermann-Wertung. Na bitte, das fängt ja schon gut an, Szenenapplaus für diese Aktion. Denn wir denken, das war sicher nur ein Glücksgriff für unseren Mann. Aber weit gefehlt. Malik macht gleich mit einer Beischraube am Boden weiter. Nakaev hat noch Glück, das Malik ihn aus der Matten raus dreht, sonst hätten noch weitere Schrauben folgen können.

Und Magomadov macht weiter mit Beinattacken, so scheint er den Deutschen Meister knacken zu können. Und holt einer zweier Wertung nach der anderen.

Aber wird er sich noch abfangen lassen, wie es bei ihm sonst so oft schon auch bei deutlichen Führungen passiert ist?

Er scheint dieses Jahr aber technisch und körperlich ordentlich gereift zu sein. So vollbringt er die Sensation des Abends, es steht schon sage und schreibe 14:0 für ihn und er packt Nakaev erneut in der Bodenlage mit der Beinschraube. Aber am Boden lässt der Neusser sich diesmal nicht drehen. Dann versucht es Malik eben im Stand. Und dann sind sie da, die letzten zwei Punkte zur technischen Überlegenheit. Und der Jubel bricht aus den Fans heraus, hiermit hatte keine gerechnet, so kann es weitergehen.

Als nächstes steht der Krefelder Tolga Alkan im Schwergewicht gegen den Neusser Robert Talaska auf der Matte. Nachdem der bisherige Schwergewichtler Tim Focken seinen verdienten Rücktritt erklärt hat muss Mannschaftskapitän Jochen Haeffner in der Mannschafts- Kiste kramen. Mit Tolga Alkan hat er einen Schwergewichtler aufgestöbert, der schon lange bei Germania verweilt aber bisher in der ersten Mannschaft noch nicht zum Einsatz gekommen ist. Er ist heute ein Überraschungs- Ei, wir wissen nicht so recht, wo er von seiner Form her steht.

Wir sehen hier kein schönen Kampf, es ist ein hin und her Geschiebe und Gewürge, beiden Kämpfern fällt nichts besonderes ein. Aber der Neusser sieht passiver aus, und wir Fans machen die Kampfrichterin lautstark darauf Aufmerksam. Tolga erhält einen Punkt hierfür. Na bitte, hat sich das Geschreie also gelohnt. In der zweiten Halbzeit wird Tolga selbstbewusster und traut sich mehr. Beim Kampf am Mattenrand stürzt er seinen Gegner über: Satte vier Punkte sind das für unseren Mann was mit ordentlich Jubel unserseits gefeiert wird. Und Tolga lässt nichts anbrennen, er holt noch ein paar Punkte indem er seinen Gegner raus schiebt. Er gewinnt 9:1, ja wie schön ist das denn, das hatten wir hier unbedingt auch nicht auf dem Plan, es steht jetzt nach zwei gewonnen Kämpfen schon 7:0 für Krefeld.

Aber nach dem nächsten Kampf in der 61 Kiloklasse wird unsere Euphorie gedämpft. Hier muss unser stärkster Mann, Emil Gozalov gegen den dreifachen deutschen Jugendmeister und in der Nationalmannschaft kämpfenden Aaron Bellscheidt antreten. Das ist der hochklassigste Kampf des Abends. Bellscheidt setzt unseren Mann direkt stark unter Druck, indem er Emil aufzieht. In der Not zieht Emil ein Verlegenheits-Armzug. Der rutscht ab. Die Kampfrichterin lässt am Boden weiterkämpfen. Und hier besitzt der Neusser die Frechheit, unseren Mann auszuheben. Und obwohl Emil sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, sich wegdreht und um die Hüfte seines Gegner greift, vollzieht Bellscheidt den Kraftakt und wirft Emil. Dieser fällt auf den Bauch, daher gibt es nur zwei Punkte.

Und so geht es weiter, der Neusser zeigt keine Schwäche. Nur in der vierten Minute wird es dann mal richtig spannend. Bellscheidt versucht ein weiteres Mal, unseren Mann überzustürzen. Aber diesmal fängt Emil ihn ab, der Neusser liegt in der gefährlichen Lage. Jetzt liegt die Sensation in der Luft, wird es hier gar noch ein Schultersieg geben? Aber die Kampfrichterin macht uns einen Strich durch die Rechnung und pfeift wegen angeblicher Beinarbeit von Gozalov ab. Empört schreie ich auf, was für eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, was ist das denn für eine Kampfrichterin? Aber dann werde ich kleinlauter, aus der Krefelder Fan-Ecke klärt man mich auf, das hier tatsächlich Beinarbeit vorlag. Das hatte Emil aber geschickt gemacht, ich konnte das nicht sehen. Und eine gute Leistung der Kampfrichterin.

Bellscheidt gewinnt diesen Kampf verdient technisch Überlegen. Hut ab vor dieser Leistung, auch wenn sie mir hier nicht schmecken mag.

Dann folgt wieder ein Sieg für Krefeld in der 98 Kiloklasse von Alex Wagner gegen Fatih Cinar. Er gewinnt sicher 9:0 nach Punkten, das sind drei Punkte für die Mannschaft.

In der 66 Kiloklasse hat Mert-Fatih Simsek mit Ayub Musaev einen weiteren hochdekorierten Weltklasse-Gegner. Der Neusser ist sage und schreibe dritter Europameister. Da ist es für den Krefelder beileibe keine Schande, dass er hier technisch Unterlegen verliert.

Und Simsek versteckt sich nicht bei diesem Kampf, weil man das ohnehin bei dieser Sportart ja nicht kann. In einer Situation erwischt er den dritten Europameister an den Beinen und kann ihn fast aus dem Gleichgewicht bringen. Es reicht zwar nicht ganz, aber alleine diese Aktion wird beim Publikum mit frenetischem Jubel belohnt.

Auch Muammed Zakir Tan verliert erwartungsgemäß gegen den Nationalringer von Neuss Julian Lejkin technisch unterlegen in der 86 Kiloklasse.

In der 71 Kilo Klasse hat auch Amer Bolakhrif mit Deni Nakaev eine ganz harte Nuss als Gegner. Der Neusser ist viermaliger deutsche Jugendmeister und zweiter der Olympischen Jugendspiele geworden.

Aber Amer kämpft heute vorzüglich, man kann hier keinen Klassenunterschied erkennen, es ist ein Kampf auf Augenhöhe. Nur weil der Krefelder mit einem Überstürzer, der abgefangen wird, zu viel riskiert, kann Nakaev die Punkte erzielen. Später wird Bolakhrif noch Hintermann, erhält aber keine Punkte, weil sich der Neusser doch noch rauswinden kann. So verliert Amer knapp 0:6 nach Punkten. Eine beachtliche Leistung gegen diesen weiteren Weltklasse Athleten.

In der 80 Kiloklasse muss Dieter Tschierschke für den verletzten Philipp Haeffner einspringen. Er verliert knapp 0:7 gegen den Neusser Mikalai Savenka nach Punkten.

Im folgenden 75 Kilo Freistil sehen wir einen hochklassigen Kampf von Ben Haeffner für Krefeld gegen Lom-Ali Eskijev. Aber der seit Jahren ungeschlagene Eskijev ist heute noch stärker als der jugendliche Krefelder. Und ich betone hier das Wort „noch“, denn der Krefelder ist enorm stark im kommen. Und auch wenn Ben diesem Kampf hier technisch unterlegen verliert wird da wohl nicht das letzte Wörtchen gesprochen sein. Denn der Krefelder ist jung, enorm ehrgeizig und hat unglaublich viel Talent.

Der letzte Kampf des Abend verläuft tragisch. Hier kugelt sich der Krefelder Ayoub Bolakhrif scheinbar die Schulter aus. Er kann natürlich nicht weiterkämpfen und gibt sofort auf.

Auch wenn Krefeld an diesem Abend hier recht deutlich verliert ist diese Saisoneröffnung wieder eine tolle Werbung für den Ringersport mit Gänsehautmomenten und vorzüglicher Stimmung in randvoller Halle. Selbst bei den Kämpfen, bei denen die Krefelder chancenlos waren, wurde tosend angefeuert. Bei absolut friedlicher Stimmung.

31.8.2019 Saisonauftakt Oberliga Ringen Krefeld gegen Neuss

Das Volk ist hungrig. Das Volk will Brot. Das Volk will Spiele. Das Volk soll es bekommen. Am Nachmittag ab drei Uhr gibt es das beliebte Sommerfest mit Hüpfburg für die Kinder und jede Menge Verköstigung für das ausgehungerte Publikum. Um 19:30 Uhr geht es dann in der Sporthalle Steinstrasse 73 in Krefeld in der Halle mit dem ersten Oberliga-Ringkampf der Saison los. Die „Gladiatoren“ sind wiederverwertbar, also nachhaltig und aus 100% lokalem Anbau.

Der Gegner Konkordia Neuss wird wohl die härteste Nuss der Liga werden, die es zu knacken gilt: Schließlich ist der Derby-Gegner der Vorjahresfinalteilnehmer der Oberliga. Zumal die Neusser mit Aaron und Samuel Bellscheidt sowie Deni Nakaev sogar Weltklasse Nachwuchsathleten in ihrem Kader aufweisen können.

Aline Focken gewinnt Bronze beim internationalen Ranking Turnier in Italien

Diese Woche stellte Aline Focken bei den Sassari Citiy Matteo Pellicone Memorial Turnier in Italien ihre bestechende Form unter Beweis und errang die Bronzemedaille. Hier gab sich die Weltklasse ein Stelldichein. So musste Focken in der Vorrunde gegen die Vizeweltmeisterin 2014 aus Brasilien, Aline Da Silva Ferreira antreten. Hier konnte die Krefelderin in der allerletzten Sekunde den Kampf nach einem Rückstand für sich entscheiden.

Nur im Halbfinale wurde Aline von der Olympiasiegerin Erica Elizabeth Wiebe aus Canada mit mit 2:3 Punkten ausgebremst. Diese hauchdünne Niederlage gegen die wohl weltbeste Ringerin dieser Gewichtsklasse zeigt, wie dicht Aline zur Zeit an der Weltspitze steht. Zumal war Aline Focken im Vorfeld durch eine Virusinfektion geschwächt, so hatte sie selbst mit einer solchen Leistung nicht gerechnet.

Im kleinen Finale um den dritten Platz besiegte Focken dann ungefährdet die Norwegerin Iselin Maria Moen Solheim deutlich nach Punkten.

Durch diese Platzierung sammelt die Krefelderin wichtige Weltranglisten Punkte, sie steht somit auf den dritten Platz auf der Welt!

Aline Focken zum zehnten Mal Deutsche Ringer Meisterin

Im Saarländischen Riegelsberg wurde Aline Focken ungefährdet Deutsche Meisterin. Somit ist jetzt seit einem Jahrzehnt in Deutschland ungeschlagen.

Sie spazierte, oder besser gesagt, marschierte ungefährdet ins Ringer Finale der Deutschen Meisterschaften in der bei den Frauen schwersten 76 Kiloklasse. Wie stark die Krefelderin der nationalen Konkurrenz davongeeilt ist zeigt die Tatsache, das sie in der Vorrunde alle ihreKämpfe technisch Überlegen gewonnen hatte. Zudem konnten ihre Opfer, Pardon, ihre Gegnerinnen keinen einzigen Punkt gegen Focken erringen.

Erst im Finale hatte sie eine härtere Nuss zu knacken. Denn Francy Rädelt vom RSV Frankfurt/Oder ist die dritte der U23 Europameisterschaften geworden und holte die Bronzemedaille bei den U23 Weltmeisterschaften 2018. Doch davon ließ sich Aline nicht beirren, schließlich ist Aline Weltmeisterin von 2014. So schlägt sie Francy Rädelt technisch Überlegen. Hiermit bleibt Aline Focken weiterhin der „Platzhirsch“ in Deutschland und hält den Nachwuchs auf Distanz.

Aline Focken holt Bronze bei Europameisterschaften

Die Ringerin Aline Rotter-Focken hat die erste deutsche Medaille bei den Europameisterschaften in Bukarest gewonnen. Die Krefelderin entschied am Donnerstag den Kampf um Bronze in der Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm deutlich für sich. Die Weltmeisterin von 2014 setzte sich im kleinen Finale gegen Kamile Gaucaite aus Litauen schon nach eineinhalb Minuten mit einem Schultersieg durch.

Nach Siegen gegen die Italenerin Enrica Rinaldi, Belinska aus der Ukraine und Epp Mae aus Estland konnte Aline im Pool-Vorkampf nur durch die türkische Vize Welmeisterin Yasemin Adar aus der Türkei gestoppt werden. Hier unterlag sie in einem etwas unglücklichen Kampfverlauf nur knapp nach Punkten.
Damit bestätigt die Krefelderin ihre hervorragende Form und sammelt weiterhin Punkte für die kommenden Olympischen Spiele 2020 in Tokio. In der Weltklasse ist somit Focken Rotter weiterhin ganz oben mit dabei.

Dieter Tschierschke gleich zweimal Landesmeister

Bei den Ringer Landesmeisterschaften dieses Wochenende in Düren Merken brachte Dieter Tschierschke von Germania Krefeld eine Dublette zustande: Gleich in beiden Stilarten, im Griechisch Römisch sowie im Freistil wurde der Krefelder jeweils Landesmeister. Ein Kraftakt, bei dem die Frage offen bleibt, wie er das alleine zeitlich zustande brachte. Denn die beiden Wettkämpfe wurden am 30.3.2019 ausgetragen, im Griechisch Römisch besetzte Dieter die 72 Kilo Klasse, im Freistil die 74 Kilo-Klasse.

Im Griechisch Römischen Klasse absolvierte Dieter drei Kämpfe, die er alle vorzeitig beendete. Bei zwei Kämpfen siegte er mit technischer Überlegenheit, den nächsten Gegner schulterte er kurzerhand. In seinem Freistil Wettkampf konnte er ähnlich „durchmarschieren“, hier hatte er nur mit Ibragim Jusupov aus Bonn Duisdorf einen Gegner auf Augenhöhe, den er knapp nach Punkten besiegen konnte.

Der Germane aus Sankt Tönis bestätigt seine hervorragende Form ungefähr 10 Jahre nachdem er als B Jugendlicher sogar deutscher Meister im Griechisch Römischen Ringen werden konnte. In den folgenden Jahren wechselte er zum Freistil. So lässt sich erklären, das er in beiden Disziplinen fast gleich stark ist.

Super Ergebnisse bei deutschen Ringer Junioren Meisterschaften

Ben Haeffner und Nigel Weber vertraten dieses Wochenende den Ringerverein Germania Krefeld bei den deutschen Junioren Meisterschaften auf eindrucksvolle Weise. So konnte Ben Haeffner bei den Freistilmeisterschaften im Nordbadischen Waghäusel-Kirrlach einen vorzüglichen fünften Platz erringen. Nach zwei deutlichen Siegen konnte Ben Haeffner in der mit 16 Gegnern am stärksten besetzten 70 Kilo Klasse nur durch Tino Rettinger aus SC Kleinostheim gestoppt werden. Das ist aber keine Schande, denn sein international erfolgreicher Gegner ist fast drei Jahre älter als Ben. Eine „Ewigkeit“ in dieser Altersklasse, bei dem der Altersunterschied durch körperliche Vorteile enorm ins Gewicht fällt.

Im kleinen Finale um den dritten Platz unterlag Haeffner gegen Lucas Kahnt vom RV Thalheim leider knapp nach Punkten. Auch dieser Gegner ist entsprechend älter als Ben Haeffner, daher ist diese enge Punkteniederlage als gefühlter Sieg zu verbuchen.

Einen noch bessere Platzierung bei den deutschen Juniorenmeisterschaften im Griechisch Römisch im sächsischem Plauen konnte Vereinskamerad Nigel Weber mit dem 4 Platz erringen. Ein Erfolg, der die Ringerszene überraschte. Zumal der Krefelder am 16.2.2019 in Dortmund Landesmeister wurde.

Weber startet im Schwergewicht, eine Gewichtsklasse, die in den letzten Jahren für die Krefelder Mannschaft schwer zu besetzten war. Hier wurden meist leichtere Kämpfer eingesetzt, die sich gegen die schweren Brocken abquälen mussten. Da keimt natürlich die Hoffnung auf, dass man für die kommenden Jahre im Schwergewicht ein „Vollblut-Schwergewichtler“ in der Oberligamannschaft aufstellen kann. Denn Weber bringt fast die vollen 130 Kilo auf die Waage, was immer schon ein Vorteil beim Kampf darstellt. Zumal Nigel Weber schnell ist und ein gute Technik aufweist. Was in dieser Gewichtsklasse durchaus keine Selbstverständlichkeit ist.

Aline Focken ist Deutschlands Ringerin des Jahres

Aline Focken ist Deutschlands Ringerin des Jahres 2017. Die Vize-Weltmeisterin vom KSV Germania Krefeld gewann die Auszeichnung des Deutschen Ringer Bunds nach 2013, 2014 und 2015 bereits zum vierten Mal. Bei den Männern erhielt Weltmeister Frank Stäbler ebenfalls zum vierten Mal den Titel „Ringer des Jahres“.

7.10.2017: Germania Krefeld gegen KSV Simson Landgraaf

Krefeld muss bittere 15:17 Niederlage einstecken

Eine ganz unglückliche und unnötige Niederlage mussten die Germanen gegen den Holländischen Oberligaverein einstecken. Als Knackpunkt ist hierbei vor allem der 98 Kilokampf hervorzuheben, bei dem der Freistilkämpfer Alexander Wagner von dem Landgraafer Mick Bos geschultert wurde. Mit dieser Niederlage hatten wir im Leben nicht gerechnet, sie war so unglücklich und unverdient, aber nun mal passiert. Diese Kröte mussten die Krefelder schlucken.

So lagen die Krefelder nach einer desaströsen ersten Halbzeit schon 0:17 zurück! Hier war schon klar, dass gegen den übermächtig erscheinenden Gegner an diesen Abend wohl nichts mehr zu machen war. Die Frage war nur noch, wie hoch würde man unter die Räder kommen? Das noch eine so furiose Aufholjagd folgen sollte, damit hatten hier freilich keiner gerechnet.

Aber alles der Reihe nach. In der 57 Kiloklasse stellen die Krefelder an diesem Tag keinen Gegner, im Schwergewicht wird der Krefelder Nigel Weber geschultert. Einzigen Lichtblick der ersten Halbzeit liefert Jakub Marchlewski auf der Krefelder Seite. Er hat mit Alex Paulanyi einen sehr starken Gegner, der in dieser Saison fast alle seine Kämpfe gewonnen hatte. Umso mehr überrascht es, als Jakub in der 10 Sekunde Paulanyi um die Hüften greift und mit einen Überstürzer fliegen lässt! Ja, es geht doch, schon tobt die Halle. Jetzt seinen Gegner schultern, das wäre es! Aber leider Gottes kann sich der Holländer raus winden.
Was wir hier in dem weiteren Kampfverlauf sehen, ist ein Kampf auf Augenhöhe, bei dem sich beide nichts schenken. Mal führt Paulany, mal Jakub, spannender geht es nicht. Jakub führt 7:6, ist aber nicht abgebrüht genug, seine Überlegenheit über die Zeit zu retten. Leider verliert er hauchdünn 8:9 nach Punkten.

Na ja, das ist kein Beinbruch, ein Pünktchen verschenkt, das tut doch nicht so weh. Was aber dann weh tut, ist das, was wir dann zu sehen bekommen. Und das tut sehr weh, wenn ich mir jetzt das Video noch mal anschaue, kann ich nur noch in die nächstbeste Tischplatte beißen!

Es folgt der schon oben erwähnte Kampf von Alex Wagner gegen den Landgraafer Mick Bos. Hier läuft erst noch alles nach Plan. Alex greift die Beine des Holländers. Er befördert ihn in die gefährliche Lage und scheint ihn zu Schultern. Alles gut, wir feuern ihn an und freuen uns schon auf die vier Punkte, die das für unsere Mannschaft bringt. Aber zu früh gefreut. Denn jetzt überträgt der Holländer unseren Mann, der sich wohl schon zu sicher gefühlt hatte. Und jetzt ist plötzlich Alexander in der gefährlichen Lage. Nein, nein, nein, das darf doch nicht sein! Und jetzt passiert der Supergau des Ringens, Alex kann sich nicht mehr in die blaue Zone retten. Er wird, ich will es gar nicht mit ansehen, geschultert. Ich kann es nicht fassen, brülle in die nächstbeste Ecke der Halle. Verdammt, Verdammt Verdammt! Das ist die bittere Seite des Ringens, das ist, was das Ringen so besonders spannend macht. Aber das ist das, was ich heute überhaupt nicht haben will.

Auch bei dem nächsten Kampf wird der Krefelder Ben Haeffner geschultert. Aber das hatten wir erwartet, schließlich ist sein Gegner, George Ramm, Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Junioren Weltmeisterschaften.

So steht es zur Pause 0:17 für Landgraaf. Christian Zuhr, der Wittener Schwergewichtsringer, der heute als Zuschauer zugegen ist, meint, dass so eine unglückliche Schulterniederlage von Alex Wagner ja nicht sooo bitter ist, weil Krefeld heute ja eh keine Chance gegen Landgraaf hat. Wenn man schon verliert dann kann man gleich ordentlich verlieren. Da gebe ich ihm recht. Doch wir beide werden kein Recht behalten.

Denn ab jetzt gewinnen nur noch die Krefelder. Und wie!

Der Gegner von Muammed Zakir Tan hat Übergewicht und gibt gleich auf. 4:17 für Landgraaf.

Dann kommt Ayoub Bolakhrif auf die Matte. Er hat heute mit Wesley Mulder auch wieder einen ganz schweren Gegner. Und hier meine ich mit „schwer“ nicht das Gewicht. Sondern die Klasse.

Ayoub ist heute nicht besonders gut aufgelegt. Er hat noch Wut im Bauch von seinem Kampf der Vorwoche, wo ihn der Kampfrichter seinen Kampf hat verlieren lassen. Ayoub will heute nicht spielen. Ayoub will vernichten. Gleich in den ersten Sekunden wird der Krefelder Hintermann und Mulder ist auf dem Boden. Und den wird der Landgraafer in diesem Kampf nicht mehr verlassen. Bolakhrif will seinen Gegner ausheben. Aber sein Gegner macht Beinarbeit. Und trotz Verwarnungen der Kampfrichters kann er es nicht lassen. Er fasst sogar mit seinen Armen die Beine von Ayoub. Er erhält Strafpunkte hierfür. Und das Spiel geht weiter, Bolakhrif will ausheben, Mulder hält das Bein dazwischen. Und jetzt wirft Ayoub dennoch, das sind Fünf Punkte, Technische Überlegenheit noch in der ersten Minute!

Jetzt steht es „nur“ noch 8:17 für Landgraaf, die Laune steigt bei den Krefeldern.

Einen ebenfalls sehr starken Gegner hat der Krefelder Philipp Haeffner. Sein Gegner Oleksandr Koval hat bisher die meisten seiner Kämpfe gewonnen, sogar den ehemaligen Bundesligaringer Nils Hausegger aus Herdecke konnte er bezwingen. Aber heute hat hier der Krefelder die Hose an, in der ersten Minute legt er ein beachtliches Tempo vor und führt bereits 5:0.

Und auch in der zweiten Halbzeit mach Haeffner alles richtig. Auch Beinangriffe des Gegners kämpft er bis auf letzte aus und kann kontern. In der fünften Minute hat es Philipp sogar in der Hand, Koval zu schultern. Leider kann sich dieser ins „Blaue“ retten. In der letzten Minute fallen die meisten Punkte, von Müdigkeit auf beiden Seiten keine Spur. Wir sehen hier einen offenen Schlagaustausch, bei dem beide Gegner Federn lassen müssen. Aber Haeffner lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und gewinnt 15:11.

Jetzt steht es 10:17 für Landgraaf. Ist da heute etwa tatsächlich doch noch was drin für Krefeld?

Aber danach sieht es in dem folgenden Kampf anfangs erst mal nicht aus. Hier steht der Krefelder Julian Olbrich dem Landgraafer Lewis Mc Grath. Denn der Holländer übernimmt die Führung, nach dreieinhalb Minuten liegt Olbrich schon 0:6 zurück. Es ist ein hochklassige Kampf bei dem jeder Punkt verbissen ausgekämpft wird. Aber der Landgraafer ist immer ein Tick schneller, stärker, technisch raffinierter. Aber eben nur ein Tick.

Wir sehen unsere Felle wegschwimmen, da ist wohl nichts mehr drin. Doch dann wendet sich das Blatt. Bei einem Doppelbeinangriff erwischt Olbrich seinen Gegner kalt und katapultiert ihn in die gefährliche Lage. Ja was ist denn das? Julian wird jetzt wach. Jetzt ringt er viel selbstbewusster, er übernimmt die Initiative. Wie ausgetauscht sind jetzt die Rollen, Julian greift nur noch an. Sein Gegner ist verunsichert. Olbrich holt Punkt um Punkt auf, der Kampf kippt zugunsten des Krefelders. Er gewinnt seinen Kampf 8:6 nach Punkten.

Super gekämpft und gewonnen, aber für die Mannschaft hat es leider nicht gereicht, denn Landgraaf führt 11:17. Und es steht nur noch ein Kampf bevor.

Und diesen Kampf kann unser Dieter Tschierschke gegen Jeffrey Hanssen in der Tat technisch überlegen gewinnen! Somit mausert sich unser Freistil Spezialist klammheimlich zum zweitstärksten Kämpfer der Mannschaft hinter Ayoub Bolakhrif.

So sehr wir uns über diese fulminante Aufholjagd in der zweiten Halbzeit freuen, desto mehr kommt der Ärger auf, dass wir diese Begegnung heute hätten tatsächlich gewinnen können. Wäre nicht diese unselige Schulterniederlage in 98 Kilo vorgefallen. Es ist zum Haareraufen!

Landgraaf steigt somit auf den zweiten Tabellenplatz auf, Essen Dellwig hat durch den Sieg gegen Neuss seinen ersten Tabellenplatz gefestigt. Damit sieht Essen nach dem Herbstmeister aus, denn nächste Woche ist der letzte Kampf der Hinrunde. Krefeld bleibt mit ausgeglichenen Punktestand auf dem vierten Platz.

3.10.2017 Bonn Duisdorf gegen Germania Krefeld

klarer 11:28 Sieg von Krefeld

Schon auf der Waage konnte man aus Krefelder Sicht absehen: Das wird heute eine lösbare Aufgabe werden. Denn der Bonner Schwergewichtler Justin James läuft mit Armschlinge auf, er geht mit einem Sehnenabriss in der Schulter auf die Waage und der 75 Kilokämpfer Mohammad Nawid Amani ist dritter Ausländer der Duisdorfer Mannschaft, er würde also auch bei gewonnenen Kampf nicht für sein Team gewertet werden.

Auf der Matte läuft es dann im Leichtgewicht mit Mert-Fatih Simsek vorzüglich. Schon in den ersten zehn Sekunden erzielt er eine „Vier“ mit einem Doppelbeinangriff gegen seinen Gegner Omair Sayhan. Nach einer halben Minute ist gar Schluss mit lustig, denn Mert schultert seinen Gegner! Das fängt ja schon gut an, so kann es weitergehen.

Geht es auch, Justin James gibt gegen den Krefelder Tim Focken gleich auf.

Anders verteilt sind die Kräfteverhältnisse in der 61 Kiloklasse. Hier lässt der Bonner Goran Izadi dem Krefelder Jakub Marchlewski keine Chance. Noch in der ersten Halbzeit wird er geschultert.

In der 98 Kiloklasse bekommt auch Alexander Wagner ein Gastgeschenk. Sein Gegner gibt gleich auf.
So steht es schon 4:12 für Krefeld, ja kann da noch was anbrennen?

Aber Duisdorf hat noch einige Trümpfe in der Hinterhand, so hat der Krefelder Ben Haeffner mit Vasileios Tersenidis wieder einen ganz schweren Gegner. Er war gar griechischer Meister im Ringen, kämpfte jahrelang bei Bonn in der ersten Bundesliga. Wie stark er ist, kann man aus der Tatsache ermessen, dass er vor zwei Jahren gegen den Krefelder Spitzenringer Emil Gozalov technisch überlegen gewonnen hatte.

Heute rät Jochen Haeffner seinem Sohn Ben, lieber gleich den Arm zu heben und aufzugeben. Zumal Ben sich bei seinem letzten Kampf eine Schulterverletzung zugezogen hat. Aber wer Ben Haeffner kennt, der weiß, er gibt nicht auf. Er ist jung, er ist hungrig, er will es wissen. Und er weiß, er ist in aufsteigender Form.

In den ersten zwei Minuten beschnuppern sich die beiden Kämpfer erst mal. Dann fällt die erste Wertung: Vasileios wird Hintermann. Doch Haeffner lässt sich nicht schocken. Der nächste Beinangriff geht auf sein Konto. Und jetzt hat scheinbar der Bonner schon sein Pulver verschossen, denn jetzt greift nur noch Haeffner an. Er marschiert und marschiert. Vasileios bekommt seine Beine gar nicht mehr sortiert, denn ständig hängt ihm der junge Krefelder an den Schenkeln. Dann erwischt Haeffner in der Hintermannposition seinen Gegner mit der Beinschraube. Jetzt wird munter gedreht. Leider kann sich der Bonner nach einem Dreher in die blaue Zone retten.

Bis zur Pause steht es schon 3:8 für den Krefelder, wird Vasileios noch einmal gefährlich werden?

Und es ist unglaublich, wir können hier den Generationenwechsel der Ringerspitze live beiwohnen. Denn Haeffner deklassiert seinen Bundesligagegner wie einen Anfänger. Fast schultert er ihn noch. 4:18 gewinnt Ben technisch Überlegen! Wahnsinn, und das gegen solch einen Übergegner!
Ich möchte mich hier ja nicht in Erziehungsfragen einmischen aber, und jetzt sollten alle Eltern mal kurz wegschauen, manchmal ist es eben besser, wenn man nicht auf seinen Vater hört!

Es steht zur Pause 4:16 für die Krefelder, das sieht ja komfortabel aus, jetzt ist zumindest ein Unentschieden sicher. Gewinnen können die Bonner jetzt schon nicht mehr, da der 75 Kilokampf, wie oben schon erwähnt, an Krefeld gehen wird.

In der 86 Kilo Klasse kommt der Krefelder Waldemar Schäfer gegen Mansour Selamat unter die Räder. Er verliert technisch unterlegen.

Dann folgt mit dem Kampf in der 71 Kilo Griechisch Römisch Klasse wohl die Begegnung mit den stärksten Ringern der Liga. Aber unser Ayoub Bolakhrif ist heute angeschlagen, er hat eine Erkältung. Und er hat nicht nur Daniel Persch auf der Bonner Seite als Gegner. Er muss heute auch gegen den Kampfrichter antreten. Denn Ayoub zieht gleich zwei wunderschöne Überstürzer aus dem Stand. Das wären jeweils vier Punkte für unseren Mann, also ein ordentliches Polster. Aber wir trauen unseren Augen kaum, der Kampfrichter zeigt jeweils Beinarbeit an!

Jetzt läuft unser Mann einem Rückstand hinterher. Er liegt 8:1 zurück, kann aber 8 Punkte aufholen. Ayoub zieht seinen Gegner auf und lässt ihn passiv aussehen. Doch er hat heute noch einen dritten Gegenspieler. Das Duisdorfer Publikum! Das feuert jetzt frenetisch seinen Mann an. So wird tatsächlich nur Ayoub auf den Boden geschickt, obwohl er der eindeutig aktivere ist.
Zudem setzt ihm die Krankheit zu. In der fünften Minute ist er so ausgepumpt, dass Persch ihn mehrfach auf dem Boden ankippen kann. Jetzt müssen die Krefelder sogar noch fürchten, das Ayoub auf den „letzten Metern“ noch technisch unterlegen verliert. Was für eine Ungerechtigkeit, wo unser Mann schließlich überlegen war. Letztendlich verliert unser Mann 20:9 nach Punkten.

Einen ganz starken Kampf legt auch Phillipp Haeffner gegen den Bonner David Harth auf die Matte. Er überrennt regelrecht seinen Gegner. Einen Beinangriff folgt dem nächsten. Aber nur von Haeffner. Noch in der ersten Kampfhälfte erledigt er seinen Job. In der dritten Minute ist Harth technisch unterlegen besiegt. Mit einem so deutlichen Sieg hatten wir in dieser Klasse nicht gerechnet. Auch der ältere der Haeffner Brüder präsentiert sich hier in einer vorzüglichen Form.

In der 75 Kiloklasse im Freistil und im Griechisch Römisch setzen Rick Nürnberger und Dieter Tschierschke dem Kampfabend heute noch die Krone auf: Punktgenau wie die Synchronschwimmer schultern sie ihre Gegner nach exakt 1:27 Minuten nachdem sie zuvor genau dreimal Hintermann wurden.

Somit gewinnt hier Krefeld überraschend deutlich und steigt mit einer positiven Punktebilanz gar auf den vierten Platz in der Oberliga auf.

Die zweite Mannschaft von Krefeld gewinnt an diesem Tage gegen die Reserve von Bonn Duisdorf noch klarer mit 0:36. Damit sind die Krefelder Tabellenführer in der Bezirksliga.

Hervorzuheben ist hier vor allem der 66 Kilokampf von Hasan Rahaal. Die Begegnung muss hier wegen der Fehlleistung des Kampfrichters erwähnt werden. Denn drei eindeutige Aktionen von Hasan wurden hier nicht gewertet. So hebt der Krefelder seinen Gegner Siavash Davari aus und wirft ihn in die gefährliche Lage. Hier gibt es keine Punkte.

Später zieht Hasan eine Kopfschleuder: Wieder keine Wertung, obwohl Davari hierbei sogar kurz geschultert wird. Aus lauter Verzweiflung zieht Hasan die im Freistil sehr gefährliche Suplex: Und auch bei dieser Aktion verweigert der Kampfrichter die Punkte! Jetzt reicht es den Krefeldern, sie stürmen empört die Matte und beschweren sich, Hasan ist so sauer, er will gar nicht mehr kämpfen. Der völlig verunsicherte Kampfrichter wendet sich ans Kampfgericht. Und AHA, es geht doch, vier Punkte bekommt Hasan dann mal doch für die letzte Aktion.

Der für den Samstag, 30.9. angesetzte Oberligakampf gegen RG Oberforstbach/ Sparta Kelmis ist ausgefallen, da die Oberforstbacher keine Mannschaft zusammengestellt bekamen. Erst wurden Krefeld für diesen Ausfall zwei Punkte in der Liga Wertung zugesprochen. Diese wurden aber wieder abgezogen, als die Oberforstbacher Tage später ihre Mannschaft komplett aus dem Ligabetrieb abmeldeten. Schade, dumm gelaufen aus Krefelder Sicht.

23.9.2017 Germania Krefeld gegen TV Essen Dellwig

6:20 Klatsche gegen Essen

Bisher hat es gegen den Ruhrgebietsverein noch nie geklappt, zu gewinnen. Dass das Ergebnis heute aber so niederschmetternd ausfallen sollte, schmerzte schon.

In dieser Aufstellung der Essener kann in der Oberliga wohl kein Verein etwas ausrichten können. Schließlich hatten die Essener gleich 7 Kämpfer ihrer vorjährigen Bundesligaringer eingesetzt. Da war kein Krefelder Kraut gegen gewachsen.

Dabei fing der Kampf noch vielversprechend für die Gastgeber an.

Im Leichtgewicht verliert der Krefelder Mert-Fatih Simsek gegen den Cristian-Vasile Vagiunic. Hier hat es der rumänische Nationalringer auf der Essener Seite gar nicht nötig, Freistil zu ringen. Er zieht bei Mert acht Kopfrollen zur technischen Überlegenheit.

Im Schwergewicht zieht der Krefelder Tim Focken gleich in den ersten Sekunden einen Kopfhüftzug! Na, es geht doch, die Essener sind auch nur Menschen. Die weiteren Minuten sehen wir einen typischen Schwergewichtskampf mit wenig Aktionen, aber Focken kann seinen knappen Punktevorsprung halten.

Sensationell dann der Kampf in der 61 Kiloklasse. Hier steht der jugendliche Jakub Marchlewski dem bärenstarken Bundesligaringer Kevin Schoska von Essen gegenüber. Der Essener hatte bisher jeden Kampf gegen die Krefelder Gegner gewinnen können, sogar gegen unseren Spitzenkämpfer Emil Gozalov konnte Schoska im Vorjahr zweimal gewinnen. So sehen wir wenig Hoffnung für unseren Nachwuchsmann, aber wir lassen uns gerne überraschen. Und das tut er dann, denn er lässt nichts anbrennen in seinem Kampf, sieht sehr aktiv aus und gibt auch im Bodenkampf keine Punkte ab. Dann kurz vor der Pause muss Schoska in die Bodenlage. Und hier vollbringt Jakub das nicht für Möglich gehaltene: Er hebt seinen Essener Gegner aus der Bodenlage aus und wirf ihn schulmäßig in die gefährliche Lage! Keine Frage, die Krefelder Fans sind hier ganz aus dem Häuschen, das hatte hier keiner auf dem Plan, ja darf der dass? Ja, das darf der Jakub, er bekommt sogar satte fünf Punkte für diesen vorzüglichen Wurf.

Aber wird er diesen Vorsprung über die Zeit retten können?

Schoska rennt dem Rückstand verzweifelt hinterher, er versucht alles, um aufzuholen. Hier fällt ihm aber gegen einen bärenstark sich wehrenden Marchlewski nicht besonders viel ein. Er schafft es ein paarmal, Jakub aus die Zone zu schieben und auch einmal durchzudrehen. Die Fans geben ihr Bestes, ihn ihren Mann zum Sieg zu brüllen.

In der fünften Minute kann der Krefelder seinen Gegner in der Bodenlage sogar einmal ankippen:
Jetzt steht es 8:4 für Jakub, ich kann es gar nicht glauben, es sieht nach einem Sieg für unseren Mann aus! In der letzten Minute kann Schoska noch dreimal seinen Gegner aus die Matte drängen, aber das reicht nicht mehr um den Kampf zu kippen. Dann ist die Sensation perfekt: 8:7 Punktesieg für den Krefelder! Die Krefelder Fans sind euphorisiert, ist da heute gar was drin für die Mannschaft?

Die Fans werden aber wieder schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Michael Rips gibt seinen Kampf gleich auf. Und dann gerät der Krefelder Ben Häffner gegen Ramzan Awtaew unter die Räder. Ben wird gleich in der ersten Minute mit vier Beinschrauben in Folge erwischt. Obwohl er auch gute Beinangriffe ausführt, fehlt immer noch ein Quäntchen, um Punkte daraus zu erzielen. So verliert er technisch unterlegen gegen den fünftplatzierten der Junioren Weltmeisterschaften. Also ist diese Niederlage keine Schande. Aber insgeheim hatte ich auch hier auf eine Überraschung gehofft, für die der junge Krefelder, der sich in blendender Form befindet, immer gut ist. Leider hat es heute noch nicht gereicht.
Jetzt liegt die Krefelder Mannschaft zur Pause 2:12 zurück.

Im 86 Kilo Klasse Griechisch Römisch steht Waldemar Schäfer für Krefeld dem Essener Wladislaus Eirich gegenüber. Hier hatten wir eigentlich einen Sieg auf den Plan. Schließlich hat Eirich noch in der Verbandsliga für Rheinhausen gekämpft. Damals hatte er gegen Sohayb Musa für Krefeld noch deutlich verloren.

Aber der junge Neu-Essener hat sich enorm entwickelt. Er kämpft in jeden Belagern überlegen. Er lässt Schäfer im Zwiegriff passiv aussehen und kann sogar einen Überstürzer ziehen. Am Ende kann Schäfer noch froh sein, dass die 4:12 Punkteniederlage nicht noch höher ausgefallen ist.

Der nächste Kampf in der 71 Kiloklasse verspricht ein Leckerbissen zu werden. Hier stehen sich die wohl beiden stärksten Griechisch Römisch Kampfer der Liga in dieser Gewichtsklasse gegenüber: Ayoub Bolakhrif für Krefeld gegen Alex Winke. Beide haben bisher alle ihre Kämpfe technisch überlegen oder auf Schulter gewonnen. In den bisherigen Begegnungen hatte der Essener immer die Oberhand behalten. Doch Ayoub ist inzwischen körperlich herangereift in bestechender Form.

Bei dem Kampf geht es gleich zur Sache, Winke setzt einen Kopfhüftzug an, Bolakhrif fängt ihn ab, setzt zum Überstürzer an und wird Hintermann. Zwei Punkte nach zehn Sekunden. Jetzt werden die Krefelder Fans wieder wach, es wird laut in der Halle. Ayoub versucht, Winke in der Bodenlage auszuheben, aber der Essener sperrt mit den Beinen. Jeder Versuch, einen Armdrehgriff oder Kopfhüftzug anzuwenden, tropft von Ayoub ab. Er lässt Winke aussehen wie einen verzweifelten Anfänger. Die Krefelder wittern Morgenluft und brüllen aus allen Rohren. Liegt hier gleich die nächste Sensation in der Luft? Und tatsächlich, aus dem Zwiegriff zieht Bolakhrif den Überstürzer. Jetzt liegt Winke gar in der gefährlichen Lage. Und nach nicht mal mehr einer Minute weiß man in Krefeld, wer in der Oberliga das sagen hat in dieser Gewichtsklasse: Denn jetzt vollstreckt Ayoub und schultert seinen Gegner! Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn!

Jetzt steht es 6:15 für die Essener. Leider verlieren Philipp Häffner, Julian Olbrich und Dieter Tschierschke die letzten drei Kämpfe knapp nach Punkten.

Auch wenn heute der Mannschaftskampf sehr deutlich verlorengeht, wir haben unseren Spaß gehabt und unsere Helden gefeiert. Und es hat sich nicht nach der totalen Demütigung angefühlt, schließlich haben wir drei Kämpfe gewonnen, von denen zwei gar nicht so erwartet waren.

Essen steigt heute auf die Tabellenspitze, weil Herdecke an diesem Kampftag verloren hatte, Krefeld steht mit einem ausgeglichenen Punktekonto auf dem 6 Platz.

Die zweite Mannschaft hat ihren Kampf gegen die Reserve von Walheim 56:0 gewonnen, weil die Aachener Mannschaft an diesem Tage erst gar nicht angereist kam. Somit steht Germania Krefeld II auf dem ersten Tabellenplatz der Bezirksliga.

Erste Oberliga-Niederlage: 14:21 gegen KSV Hohenlimburg / Umstrittene Entscheidungen an der Waage

9.9.17: Schon an der Waage war die Heimbegegnung gegen den KSV Hohenlimburg eigentlich entschieden: Gleich zwei Krefelder Kämpfer durften wegen einer Hautveränderung ihren Kampf nicht antreten. Kampfrichter und gegnerischer Trainer sahen es jeweils als Hautpilz an –  eine Meinung, die Krefelds Trainer Georg Focken nicht teilt (siehe Video-Interview am Ende des Beitrages).

TAmers Rötungatsächlich hatte sich Schwergewichtler Tim Focken am Mittag vor dem Kampf lediglich Druckstellen durch Treffer beim Paintballspielen zugezogen. 61 Kilo-Mann Amer Bolakhrif hatte eine Schürfung beim Taining oder Aufwärmen erlitten, die so unbedeutend war, dass er sie selber gar nicht bemerkt hatte (siehe Foto). Als die Hautrötung am Rücken beim Wiegen bemerkt wurde, war es für Krefeld zu spät, um den fast gleichstarken Ersatzkämpfer Jakub Marchlewski zu nominieren.

So verlief die erste Halbzeit des Mannschaftskampfes aus Krefelder Sicht sehr deprimierend. Nach der erzwungenen Aufgabeniederlage von Amer Bolakhrif, den technisch unterlegenen Niederlagen von Tim Focken Ersatzmann Nigel Weber und Mert-Fatih Simsek sowie der Punkteniederlage von Manfred Grothe liegt Krefeld schon 0:15 zurück. Das muss man kein Fachmann sein, um die verzweifelte Lage der Heimatmannschaft zu erkennen.

Dann kommt das erste Highlight aus Krefelder Sicht in der 66 Kiloklasse mit Ben Haeffner gegen Sultan Hussein Sulimani auf der Seite der Hohenlimburger. Mit dem Hohenlimburger hat der Krefelder Jugendliche heute einen ganz harten Brocken als Gegner. Denn Sulimani hat in seinem ersten Kampf gegen Essen Dellwig gegen den fünftplatzierten der Junioren-Weltmeisterschaft Ramzan Awtaew nur hauchdünn 6:7 nach Punkten verloren. Wird der erst 15 jährige Krefelder gegen diesen Spitzenmann bestehen können?
Und tatsächlich, Sulimani macht bei einem Beinangriff die ersten zwei Punkte, Haeffner kann aber zum Ausgleich kontern. Dann geht alles ganz schnell, die Punkte fallen jetzt im Sekundentakt. Doch leider für den Hohenlimburger, der blitzschnell eine Aktion nach der nächsten ausführt. Es steht schon 2:7 für den Hohenlimburger: Kommt Ben jetzt unter die Räder? Aber wer den Krefelder kennt, der weiß, das er zu keiner Zeit aufsteckt. Und jetzt greift Ben an. Gleich zweimal in Folge kann er einen Doppelbeinangriff erfolgreich durchführen. Sulimani liegt nur noch einen Punkt vorn. Jetzt kocht die Halle, die Fans wittern die Sensation. Es geht weiter in diesem schwindelerregenden Tempo, die Punkte purzeln auf beiden Seiten. Ein Kampf auf Augenhöhe.
Nach der Pause führt Ben sogar 14:12. Dann fängt ihn Sulimani ab und befördert Ben in die gefährliche Lage. Jetzt sieht es gar nicht gut aus für unseren Mann. Aber Ben windet sich in der Brücke. Und obwohl der Hohenlimburger ihn den Arm hebelt wie ein MMA Kämpfer und ihn fast auskugelt, kann sich der Krefelder mit letzter Anstrengung befreien!
Was für eine Dramatik. Sulimani führt am Ende der fünften Minute wieder mit zwei Punkten. Ben will den Sieg und greift noch mal an. Er könnte es noch kippen. Doch dieses Mal geht es nicht so gut aus wie in der letzten Woche. Am Ende heißt es 0:2 für die Mannschaftswertung. Eine knappe Punktniederlage gegen einen Spitzenmann – gefühlt ist das wie ein Sieg.

Nach dem nächsten Kampf, bei dem der Krefelder Vitali Jeschke technisch unterlegen verliert, ist der Mannschaftskampf für Krefeld schon gelaufen. Es steht 21:0 für die Hohenlimburger, jetzt können wir auch rein rechnerisch schon nicht mehr gewinnen. Kommen die Krefelder jetzt vollends unter die Räder?
Stark kämpft heute auch wieder Ayoub Bolakhrif in der 71 Kilo Klasse. In nur einer Minute schlägt er Timo Golz technisch Überlegen. Hier ist unser Mann am Boden nicht zu bremsen, er hebt Golz mehrfach aus und lässt ihn fliegen.

Phillipp Haeffner hat ebenso wie sein Bruder Ben mit Ibraim Mandev einen sehr starken Gegner in seinem 80 Kilo Kampf. Wie stark Mandev ist, kann man daran ablesen, dass er in seiner ersten Oberligabegegnung sogar den Essener Bundesligakämpfer und Weltmeisterschaftsteilnehmer Beslan Abuev nach Punkten geschlagen hat.
Aber auch der große Haeffner kämpft heute wie entfesselt, er geht gleich in Führung. Mandev kann aufschließen. Aber dann gibt nur noch der Krefelder den Ton an. Er fegt Mandev geradezu von der Matte. Der Hohenlimburger kommt gar nicht mehr zum Zuge, er kann nur noch tatenlos zusehen, wie die Punkte für Phillipp fallen. Und dann, nach zwei Minuten, kann Haeffner seinen Gegner bei einem Doppelbeinangriff abfangen und in die gefährliche Lage befördern. Jetzt geht alles so schnell, das Publikum kommt mit dem Jubeln gar nicht mehr nach. Philipp drückt seinen Gegner mit dem Gesäß nieder – und hat Glück. Für den Bruchteil einer Sekunde liegt Mandev auf der Schulter. Unglaublich! Mit diesem Schultersieg hatten wir nicht gerechnet. Die Form unseres Mittelgewichtlers wird von Kampftag zu Kampftag immer besser.

Die nächsten vier Punkte fallen auch der Krefelder Mannschaft zu, denn Julian Olbrich hat keinen Gegner. Auch den letzten Kampf kann Krefeld für sich entscheiden. Dieter Tschierschke bleibt damit in dieser Saison in 75 Kilo ungeschlagen – und das, obwohl er als Freistiler in Griechisch Römisch eingesetzt wird. Hier schlägt er sich erstaunlich gut. Es sind keine spektakulären Techniken, die man bei ihm sieht, aber solide Handwerksarbeit, die sehr dienlich für die Mannschaft ist. Er gewinnt letztendlich 7:0 nach Wertungspunkten.

Auch wenn das Endergebnis von 14:21 recht deutlich aussieht, hätte Krefeld doch bei einem 4- Punkte-Sieg des nach Meinung der Germanen zu Unrecht am Kampf gehinderten 61 Kilo Manns Amer Bolakhrif den Mannschaftskampf gewonnen. Auch Tim Focken hätte es in 130 Kilo sicher seinem Hohenlimburger Kontrahenten schwerer gemacht als Ersatzmann Nigel Weber. Schwer wurde es für die Mannschaft heute aber auch, weil Alex Wagner, Waldemar Schäfer und Muhamed Tan zur Zeit in Urlaub sind. Angesichts dieser widrigen Umständen hat sich das Team hervorragend geschlagen.

Die zweite Mannschaft gewann im Vorfeld ihren ersten Kampf in der Bezirksliga deutlich mit 40:15 gegen TKV Hückelhoven. Die Krefelder Reserve ist sehr stark aufgestellt, ich würde sagen, heute sogar auf Verbandsliganiveau. Besonders aufgefallen ist hier Hasan Rahaal in der 66 Kiloklasse, der seine Gegner auf eleganteste Art und Weise besiegte. Seinen ersten Einsatz hatte Hossein Hedjabi Tschini Balagh für Krefeld, der den deutschen Jugenmeister Dennis Briske technisch überlegen schlagen konnte.

Krefelds Trainer Georg Focken hadert im Interview nach dem Duell gegen Hohenlimburg mit den Entscheidungen des Kampfrichters an der Waage, durch die gleich zwei Germanen nicht auf die Matte gelassen wurden, lobt aber die bisherigen Leistungen seines Teams in dieser Saison.

Oberligateam mit Traumstart: Zwei Siege zum Saisonauftakt!

Damit hatte keiner gerechnet: Germania Krefeld, Aufsteiger in die Ringer-Oberliga NRW, steht nach den ersten zwei Kampftagen ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz. Dass mit der TSG Herdecke im Heimkampf zum Auftakt (19:15) und jetzt Samstag Konkordia Neuss auswärts (14:12) die beiden Erstplatzierten der Vorsaison geschlagen wurden, macht die Sache noch sensationeller. Krefelds Team besteht nur aus Eigengewächsen und ist das Jüngste der Liga. Zudem fehlt mit Emil Gozalev, der die gesamte Hinrunde gesperrt ist, derzeit einer der erfolgreichsten Ringer der vergangenen Saison – und Sohayb Musa, der Punktegarant der letzten Jahre, hat den Verein Richtung Zweite Liga verlassen.
Doch wieder einmal zahlt sich die hervorragende Nachwuchsarbeit des KSV aus. Die Jugendlichen Nigel Weber (Schultersieg gegen Herdecke), Jakub Marchlewski und Mert-Fatih Simsek (technisch überlegener Sieg in Neuss gegen den Deutschen B-Jugend-Meister Ibrahim Deziev) kommen in der rauhen Oberligaluft bislang hervorragend zurecht – und dem gerade einmal 15-jährige Ben Haeffner gelang in Neuss sogar ein Sieg gegen den bärenstarken ehemaligen Erstligaringer Anatolij Efremov.
Von den erfahreneren Krefeldern haben Alexander Wagner, Ayoub Bolakhrif, Julian Olbrich und Dieter Tschierschke bislang noch eine weiße Weste. Ob das auch am Samstagabend nach dem nächsten Heimkampf noch so ist? Germania trifft dann um 19:30 Uhr auf den KSV Hohenlimburg, der mit einer Niederlage gegen Essen-Dellwig in die Saison gestartet ist. Eine große Zuschauerkulisse haben sich unsere Krefelder Jungs redlich verdient.

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Aline Focken ist Vizeweltmeisterin 2017

Wieder ein großartiger Erfolg für die Krefelder Ringerin Aline Focken vom KSV Germania Krefeld. Ende August wurde sie Vizeweltmeisterin in der Klasse bis 69 Kg. Trotz einer Verletzung, die sie in der Vorbereitung behindert hatte, war sie auf den Tag topfit und ging in Paris sehr konzentriert auf die Matte. Nach Siegen gegen Danute Dominikaityte, Elmira Sysdykowa, Nasanburmaa Ochirbat und in letzter Sekunde gegen  Han Yue traf sie im Finale auf Sara Dosho. Es war die Neuauflage des WM-Finales von 2014, in dem Focken die Japanerin geschlagen hatte.  In diesem Jahr drehte Dosho den Spieß um und siegte mit 3:0 nach Punkten. Die Krefelderin war mit dem Vize-WM-Titel dennoch mehr als zufrieden, denn damit hatte sie im Vorfeld selbst nicht gerechnet.

 

Saisoneröffnung 26. August ab 13 Uhr

Am 26. August ist es so weit: In und rund um die Sporthalle Steinstraße steigt ab 13 Uhr die große Saisoneröffnungspart mit Hüpfburg, Torwand, Grillspezialitäten, Waffeln und Getränken. Höhepunkt ist dann der erste Saisonkampf in der Oberliga NRW gegen Herdecke.

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Aline bleibt Germania Krefeld treu – trotz Zweitwohnsitz im Schwarzwald

Nicht alles, was in der Zeitung steht, stimmt. Aline Focken dementiert den Inhalt des heutigen Beitrages aus der Rheinischen Post auf Facebook mit diesen Worten: „Kurze und eindeutige Klarstellung: Ich verlasse NICHT die Seidenstadt! Es ist richtig, dass ich einen Zweitwohnsitz in Triberg (nicht in Freiburg) angemeldet habe und ab sofort auch dort wochenweise trainiere.
ABER ich bleibe zu 100% meinem Heimatverein dem KSV Germania Krefeld 1891 e.V., meinem Landesverband Ringerverband Nordrhein-Westfalen, meinen Bundesstützpunkt Dormagen und meinem Olympiastützpunkt Rheinland treu!
Unter keinen Umständen werde ich wechseln und ziehe es auch keineswegs in Erwägung. Ich trainiere an beiden Orten und profitiere auch davon, gehöre aber weiterhin fest in mein NRW-Team und bin dort und in meinem Verein auch sehr glücklich!
Leider sind falsche Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, worüber ich mich schon sehr ärgere!“

Artikel aus der Rheinischen Post Krefeld vom 09.08.2017: Aline Focken verlässt die Seidenstadt