Saisoneröffnung 26. August ab 13 Uhr

Am 26. August ist es so weit: In und rund um die Sporthalle Steinstraße steigt ab 13 Uhr die große Saisoneröffnungspart mit Hüpfburg, Torwand, Grillspezialitäten, Waffeln und Getränken. Höhepunkt ist dann der erste Saisonkampf in der Oberliga NRW gegen Herdecke.

20294284_1460091744037404_1324820962978429534_n

Germania ist Verbandsligameister!

Der KSV Germania Krefeld ist mit 30:6 Punkten und damit zwei Punkten Vorsprung vor dem TV Essen-Dellwig II und dem KSV Jahn Marten Verbandsligameister und als Aufsteiger wieder für die Oberliga qualifiziert – ein Jahr nach dem freiwilligen Rückzug aus dieser dritthöchsten Liga in Deutschland. Gleichzeitig beendete die neuformierte zweite Mannschaft die Bezirksligasaison mit einem hervorragenden zweiten Platz. „Mehr hätten wir uns im Jubiläumsjahr nicht wünschen können“, betonte ein überglücklicher Georg Focken, Cheftrainer und Vorsitzender des Krefelder Traiditonsvereins, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert. Ob Germania nun tatsächlich im nächsten Jahr wieder in der Oberliga antritt oder freiwillig noch einmal in der Verbandsliga bleibt, will Focken der Mannschaft selbst überlassen: „Die Jungs haben sich den Auftritt sportlich verdient. Sie dürfen das allein entscheiden. Ehrgeizig wie sie sind, gehe ich mal davon aus, dass wir in der kommenden Saison wieder Oberligist sein werden“.

Ungläubiges Staunen

Der Auswärtskampf beim TuS Bönen am Samstag war gerade zu Ende gegangen, als Focken einen Anruf bekam, bei dem ihm die Kinnlade nach unten klappte. Gerade hatte seine durch diverse grippale Infekte geschwächte Mannschaft im letzten Verbandsligakampf sicher mit 24:14 gewonnen und damit ihre Hausaufgaben erledigt. Doch jedem der Ringer war eigentlich klar, dass das nicht zur Meisterschaft reichen würde, weil der bis dahin punktgleiche Tabellenführer Essen-Dellwig II (der zudem beide direkten Duelle gegen Krefeld für sich entschieden hatte) beim Tabellenachten VfK Lünen-Süd haushoher Favorit war und nichts anbrennen lassen würde. Daher glaubte Focken, als er am Telefon von der 18:19 Niederlage der Essener hörte, tatsächlich zunächst an einen Scherz. Erst als das Ergebnis wenige Minuten später vom Ringerverband NRW bestätigt wurde, kannte der Jubel unter den Krefelder Ringern keine Grenzen mehr und die von irgendwo herbeigezauberte Sektflasche kreiste im Überschwang zwischen den ekstatisch herumspringenden Leibern.

Furioses Saisonfinale

Zu Feiern gab es neben der unverhofften Meisterschaft gleich fünf Schultersiege in Bönen durch Nigel Weber, Emil Gozalov, Dieter Tschierschke jr., Sohayb Musa und Ayoub Bolakhrif, der nach rund einjähriger Verletzungspause im letzten Saisonkampf sein erfolgreiches Comeback in der ersten Mannschaft feierte – und dann noch in der „falschen“ Stilart. Denn die Verantwortlichen hatten tatsächlich bei der Benennung der Kämpfer ihn und Julian Olbrich verwechselt, was Ayoub aber nur mit einem „Dann sieg ich halt im Freistil“ kommentierte und eindrucksvoll umsetzte. Vier weitere Punkte kamen hinzu, weil der Gegner von Hasan Rahaal seinen Kampf aufgab. Auf Krefelder Seite gaben Ben Haeffner und Julian Olbrich ebenfalls direkt auf. Beide hätten mit ihrem grippalen Infekt nicht ringen können. Nur Amer Bolakhrif handelte sich eine unglückliche Schulterniederlage ein. Den Mannschaftskampf vorzeitig schon vor den abschließenden 75-Kilo-Kämpfen entschieden hatte Muammed Zakir Tan, der gegen den starken Lukas Korte (13 Siasonsiege) in 80 Kilo griechisch-römisch nur mit 0:2 nach Punkten verlor. Wieder einmal zeigte sich, dass auch verlorene Kämpfe den Sieg bringen können…

Katastrophe für Essen

Doch vergoldet wurde dieser Sieg erst durch die Essener Pleite. „Die haben sich offensichtlich verzockt“, konnte sich Focken ein Grinsen nicht verkneifen. Tatsächlich verzichtete Essens zweite Mannschaft auf den Einsatz einiger teurer Stars aus dem Zweitligateam. Nur fünf Kämpfer waren dabei, die auch bei den Kämpfen gegen Krefeld und die anderen Spitzenklubs der Verbandsliga auf der Matte standen. Und doch hätte es für Essen gereicht, wenn ihr Punktegarant Ekrem Gülönü (14 Saisonsiege) den Lünener Ulrich Obst (12 Siege, 5 Niederlagen) mit 4:0 geschlagen hätte. So war vielleicht der Masterplan. Am Ende kam aber nur ein 2:0 Sieg heraus. Hatten die Essener sich womöglich vom hohen 29:8 Sieg der Germanen über Lünen blenden lassen und den Gegner unterschätzt? Klar ist: Abschenken wollte Essen die Meisterschaft keinerfalls.

Fantastische Saisonbilanz muss gefeiert werden

„Jetzt müssen wir uns spontan noch etwas einfallen lassen für die Meisterfeier“, sagte Focken. Diese soll separat zum bereits geplanten Neujahrsfest stattfinden. Details stünden aber noch nicht fest.
Die Saisonanalyse indes ist schon fertig: Erfolgreichster Mannschaftsringer ist Sohayb Musa, der alle seine 18 Saisonkämpfe gewinnen konnte – mit einer Effizienz von unbglaublichen 99 Prozent! 61-Kilo-Mann Emil Gozalov kann stolz sein auf 16 Saisonsiege. Amer Bolakhrif aus der Germania-Jugend ist mit 14 Siegen im Leichtgewicht die Entdeckung des Jahres.

Mehr Siege als Niederlagen in der Verbandsliga weisen auch die Kampfbilanzen von Dieter Tschierschke jr., Nigel Weber, Muammed Zakir Tan, Julian Olbrich, Hasan Rahaal (Respekt, nach dem miserablen Saisonstart mit sechs Niederlagen), Philipp Haeffner, Rick Nürnberger und Waldemar Schäfer auf.

Mehr als beachtlich schlug sich auch das Bezirksligateam, dass mit 14:10 Punkten am Ende hinter Meister AC Ückerath mit sieben Punkten Rückstand Zweiter wurde. Eine positive Kampfbilanz weisen hier gleich elf Germanen auf: David von Cappeln, Ben Haeffner, Nigel Weber, Ayoub Bolakhrif, Jakub Marchlewski, Mert-Fatih Simsek, Muhammed Alkan, Dieter Tschierschke jr., Anton Sattler, Eniz Yagan und Hasan Rahaal. Gratulation!

Bericht: Michael A. Laumen, Pressebeauftragter

Unglückliche Auswärtspleite

Fünf Siege und doch den Mannschaftskampf verloren – das war heute bitter für Krefelds Ringerteam. Nach der 13:15 Niederlage bei der RG Hürth / Rheinbach hat Germania die Verbandsligatabellenführung an Essen-Dellwig abgegeben. Auch Marten und Hürth/Rheinbach haben bei einem noch ausstehenden Kampf einen Verlustpunkt weniger auf dem Konto.

Amer Bolakhrif gewann für Krefeld auf Schulter und auch Sohayb Musa holte 4 Punkte technisch überlegen. Emil Gozalov sicherte sich einen 3:0 Punktsieg. Für Hank Weber reichte es bei seinem Saisondebüt zu einem 1:0 Sieg. Mit dem selben Ergebnis war auch Julian Olbrich erfolgreich. Das alles reichte aber nicht, denn Manfred Grothe und Waldemar Schäfer verloren auf Schulter und Hasan Rahaal gab auf. Einzig Dieter Tschierschke mit 0:2 und Ben Haeffner mit 0:1 konnten ihre Niederlagen in Grenzen halten.

Am kommenden Samstag steht wieder ein Auswärtskampf an – allerdings eine vermeintlich lösbare Aufgabe. Denn der KSV Mülheim-Styrum ziert mit 0:14 Punkten das Tabellenende.

Bericht: Michael A. Laumen

Wieder alleine an Tabellenspitze

Durch einen – allerdings hartumkämpften – 18:12 Heimsieg gegen den AKS Rheinhausen bei gleichzeitiger Heimniederlage des TuS Aldenhoven im Verfolgerduell gegen Jahn Marten hat der KSV Germania Krefeld die Tabellenführung ausgebaut (10:2 Punkte). Zweiter ist nun wieder Jahn Marten mit 9:3 Punkten.

Beim auf Freitag vorverlegten Kampf gegen Rheinhausen (Trainer Georg Focken feierte am Samstag seinen 55. Geburtstag) taten sich die Krefelder schwer. Erst im letzten Kampf machten sie den Sieg endgültig klar. Muammed Zakir Tan gelang in 75 Kilo gr.-röm. ein 2:0 Punktsieg. Julian Olbrich fuhr in der 75 Kilo-Freistilklasse einen 1:0 Sieg ein. Erstaunlich schwer tat sich „Abonnementsieger“ Sohayb Musa, bis er dem defensivstarken Dimitri Wegner mit 3:0 dessen erste Niederlage beigebracht hatte. Ben Haeffner siegte auf Schulter (66 Kilo Freistil). Emil Gozalov (sein Gegner hatte Übergewicht) und Amer Bolakhrif (kein Gegner) bekamen jeweils vier Punkte geschenkt.
Rick Nürnberger handelte sich bei seinem Saisondebüt ebenso wie Dieter Tschierschke eine 0:2 Niederlage ein. Auf Schulter verloren Manfred Grothe (98 kg) und Waldemar Schäfer (130 kg).
Bereits am heutigen Montag geht es für Germanias Verbandsligateam auswärts bei der RG Hürth/Rheinbach weiter.

Die Fotos vom Kampf gegen Rheinhausen gibt es HIER.

Bericht: Michael A. Laumen

Erste Saisonniederlage, doch weiter Tabellenführer

Trotz einer 12:19 Niederlage bei der mit Erstligaringern verstärkten Zweitvertretung des TV Essen-Dellwig bleibt Germanias Verbandsligastaffel Tabellenführer, nunmehr punktgleich mit dem TuS Aldenhoven. In Essen gewann Muammed Zakir Tan auf Schulter, Waldemar Schäfer mit 3:0 (bleibt bei jetzt zwei Saisoneinsätzen ungeschlagen) und Julian Olbrich 1:0 nach Punkten. Sohayb Musas Gegner in 86 kg gr.-röm. hatte Übergewicht, so dass Musa kampflos 4 Punkte bekam und weiter ungeschlagen bleibt . Alle anderen Krefelder verloren, wobei Dieter Tschierschke gegen den noch ungeschlagenen Ertugrul Agca (3 Saisonsiege) einen starken Kampf ablieferte und bei seinem Verbandsligasaisondebüt nur 0:1 unterlag. Emil Gozalov hatte Erstligaringer Kevin Schoska am Rande einer Niederlage, lag bereits mit 14:0 Wertungspunkten scheinbar uneinholbar in Führung, doch dann verließen ihn die Kräfte. Er handelte sich noch eine 0:2 Punktniederlage ein.

Fotos vom Kampf gibt es hier

Bericht: Michael Laumen

Im Verbandsliga-Spitzenkampf Tabellenführung ausgebaut

In einer packenden Begegnung hat die Ringerstaffel des KSV Germania Krefeld den direkten Verfolger Jahn Marten mit 20 : 10 geschlagen und ihre Tabellenführung in der Verbandsliga auf zwei Punkte ausgebaut.

Das deutliche Ergebnis spiegelt indes nicht den engen Kampfverlauf wieder. Die begeisterten Zuschauer in der gutgefüllten Halle an der Steinstraße sahen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. So schien in 75 Kilo Freistil Krefelds Julian Olbrich gegen den bis dahin in dieser Saison ungeschlagenen Sharom Sobirov eindeutig auf der Verliererstraße. Er lag zeitweise 13 Wertungspunkte zurück, ehe ihm mit unbändigem Willen kurz vor Kampfende völlig überraschend ein Schultersieg gelang. Krefelds Youngster Amer Bolakhrif drehte in 57 Kilo Freistil ebenso wie Waldemar Schäfer (130 Kilo griechisch-römisch) bei seinem Saisondebüt einen Rückstand in einem 2:0 Punktsieg. Bolakhrif bleibt damit auch in seinem vierten Saisoneinsatz ungeschlagen. Dieselbe maklelose Kampfbilanz weisen Sohayb Musa (diesmal technisch überlegener Sieger in 86 kg gr.-röm.) und Emil Gozalov (4:0 Sieger in 61 kg gr.-röm.) auf. Vitali Jeschke steuerte bei seinem ersten Saisoneinsatz einen weiteren technisch überlegenen 4:0 Sieg bei (80 kg Freistil).

Eine umstrittene 0:1 Niederlage kassierte Philippp Haeffner in 98 kg Freistil. Nach einem gelungenen Angriff sprach der Ringrichter unverständlicherweise nicht ihm, sondern seinem Gegner, dem erfahrenen Martener Trainer Bekir Gencer vier Wertungspunkte zu, sonst wäre der Kampf zu Gunsten von Haeffner ausgegangen. Da er nun für ein Jahr in die USA geht, steht er im weiteren Saisonverlauf nicht mehr zur Verfügung.
Philipps Bruder Ben und Anton Sattler, beide noch Jugendliche, verloren 0:4, Muammed Zakir Tan gegen den starken Robin Winkelhaus (ungeschlagen in dieser Saison) knapp mit 0:1.
Am kommenden Wochenende muss Germanias Verbandsligateam (nunmehr 8:0 Punkte) beim Tabellenvierten TV Essen-Dellwig II antreten – ein schwer Kampf, denn die Essener fegten am Samstag das zuvor ungeschlagene Team der RG Hürth/ Rheinbach mit 23:8 von der Matte.

HIER die Bilder zum Kampf.

 

Bericht: Michael A. Laumen

Ben Haeffners großartiger Kampf gegen Ali Judeki

Hier das sehenswerte Kampfvideo aus der Verbandsliga-Begegnung KSV Germania Krefeld I gegen den KSV Kirchlinde vom vergangenen Samstag: Ben Haeffner vs. Ali Judeki.

Doppelsieg beim ersten Heimkampf der Saison

Endlich. Es ist wieder soweit! Nach der langen Pause startet wieder der erste Heimkampf der Saison 2016. Und diesmal in der Verbandsliga. „Wieso nicht Oberliga“, mag sich so mancher fragen, „sind die Krefelder denn sitzengeblieben?“ Nein, sind sie nicht. Sie haben sich freiwillig zurückversetzen lassen. Sie gönnen sich lediglich eine Verschnaufpause. Um ihren jungen Nachwuchsathleten eine Chance zu geben, sich einzufügen.
Und es hat ihnen offenbar gut getan. Denn nach dem überdeutlichen 29:5 Sieg gegen den KSV Kirchlinde ist die Stimmung sichtlich ausgelassen. Die Athleten tanzen anschließend sogar in der Sporthalle, einige Kämpfer können sogar bühnenreife Breakdance-Einlagen aufs Parkett legen.
In der 57 Kiloklasse gibt es ein 4 Punkte Geschenk der Gäste, weil sie hier keinen Athleten gegen den Krefelder Amer Bolakhrif stellen konnten.
Schon im ersten Kampf, dem Schwergewicht mit Talip Alkan gegen Marcel Dahlbeck von Kirchlinde, kocht die Stimmung in der vollen Halle. Hier geht es anfangs noch sehr knapp zu, die Führungen wechseln ständig. Aber am Ende der zweiten Halbzeit bricht der Kirchlinder konditionell total ein. Alkan gewinnt technisch Überlegen 23:7.
Im folgenden 61 Kilokampf schultert Emil Gozalov den Kirchlinder Timo Friedhoff schon in der ersten Minute mit einem schulmäßigen Kopfhüftzug. Nach dem Kampf kommt es zu tumultartigen Szenen: Die Gäste sind mit dem Ergebnis des Kampfes gar nicht einverstanden und stürmen die Matte. Jetzt bilden sich Rudel auf beiden Seiten, die sich kampfbereit gegenüberstehen. Die hitzigen Gruppen müssen getrennt werden, die Gemüter beruhigen sich allmählich.
Der Kampf des Abends findet in der 66 Kiloklasse statt. Hier stehen sich Ben Haeffner für Krefeld Ali Judeki aus Kirchlinde gegenüber. Der Krefelder hat hier heute seinen ersten Kampf in der ersten Mannschaft. Er ist erst zarte 14 Jahre alt, da kann man nicht zu viel erwarten da sein Gegner aus Kirchlinde ein gestandener Mann ist. Aber Haeffner versteckt sich nicht auf der Matte, das ist bei diesem Sport auch nicht möglich. Er kann sogar die Führung übernehmen. Doch sein Gegner holt auf, es ist ein Kampf auf Augenhöhe, Punkte fallen auf beiden Seiten. Dann klammert Judeki den Kopf von Haeffner und versucht ihn durchzudrehen. Wir wollen gar nicht hinsehen, denn das ist ein sehr unangenehmer Griff. Wird der Gegner jetzt unseren jungen Mann verrollen, so wie es noch letzte Woche bei dem Kampf in Aldenhoven in ähnlicher Situation passierte? Aber heute lässt es sich der Krefelder nichts gefallen! Er kann seinen Gegner abfangen und befördert ihn in die gefährliche Lage. Die Krefelder Fans sind außer sich, feuern ihren Mann aus vollen Lungen an. Wird er ihn schultern? Er macht es. Kaltblütig wie ein alter Hase! Er schnürt seinem Gegner die Luft ab und presst ihn die Schultern in die Matte. Die Krefelder stürmen vor Freude die Kampffläche und lassen den jungen Haeffner fliegen. Jetzt tobt die Halle! Nur in der Kirchlinder Ecke wird es still. Mucksmäuschenstill.
Ach in den anschließenden Kämpfen lassen die Krefelder nichts anbrennen, nur noch Hasan Rahaal verliert knapp nach Punkten und Manfred Grothe unterliegt mit einer Schulterniederlage.
Erwartungsgemäß holen der Krefelder Sohayb Musa in 86 Kilo und Julian Olbrich in 75 Kilo jeweils 4 Punkte für die Mannschaft mit einer technischen Überlegenheit, Philipp Haeffner gewinnt in 80 Kilo durch Aufgabe nach einer 5:0 Führung. Haeffner und Olbrich sind seit dem letztem Jahr aus dem Nachwuchs in die erste Mannschaft integriert worden. Sie gehören schon jetzt zu den Leistungsträgern der Mannschaft, haben in der Oberliga schon die meisten Kämpfe gewinnen können. Und in der Verbandsliga werden sie kaum zu schlagen sein.
Auch seit diesem Jahr neu dabei ist der in der 75 Kiloklasse kämpfende Muammed Zakir Tan von Krefeld. Bei ihm scheint jetzt der Knoten zu platzen, sein intensives Training mit Sohayb Musa und Waldemar Schäfer macht sich bezahlt. Auch bei seinem zweiten Kampf in der „Ersten“ kann er wieder erfolgreich von der Matte gehen. Heute macht er seinen Kampf nach einer deutlichen Führung noch mal spannend, als Jens Friedhoff von Kirchlinde in der zweiten Halbzeit noch mal zum Gleichstand aufholen kann. Und haargenau zum 6 Minuten Schlusspfiff gelingt Zakir Tan noch eine Zweierwertung, mit dem er den Kampf für sich entscheidet. Punktlandung von Tan!
Auch die zweite Mannschaft gewinnt heute 32:20 gegen TKV Hückelhoven in der Bezirksliga.
Hier kann der erst 16 Jahre junge Nigel Weber erstaunlicherweise beide Schwergewichtskämpfe für sich entscheiden. Ebenso bleibt Dieter Tschierschke in der 75 Kiloklasse in beiden Kämpfen ungeschlagen.

Neustart geglückt – Beide Mannschaften gewinnen zum Saisonauftakt

Nach dem freiwilligen Rückzug der ersten Mannschaft des KSV Germania Krefeld aus der Oberliga gelang der Saisonauftakt eine Klasse tiefer in der Verbandsliga. Die Krefelder Ringer gewannen beim TuS Aldenhoven mit 24 : 10 und stehen damit in der Tabelle direkt da, wo viele Experten sie auch am Saisonende erwarten – an der Tabellenspitze. Mit Schultersiegen glänzten Sohayb Musa, Muammed Zakir Tan und Amer Bolakhrif. Emil Gozalov, Julian Olbrich und Philipp Haeffner gewannen technisch überlegen.

Auch die zweite Mannschaft startete in der Bezirksliga-West mit einem Efolgserlebnis und belegt nach dem 32:24 gegen das zweite Team des TuS Aldenhoven ebenfalls Tabellenplatz 1. Hier tat sich besonders Dieter Tschierschke jr. mit zwei Schultersiegen in beiden 75 Kilo-Klassen hervor.

Bericht: Michael A. Laumen

Mitteilung

An alle Sponsoren, Förderer, Freunde, Fans und Zuschauer des KSV Germania Krefeld 1891 e.V.
Rückzug der Oberligamannschaft des KSV Germania Krefeld 1891 e.V.
In den letzten Jahren haben wir versucht, durch aktive Jugendarbeit unsere Mannschaften
vorrangig mit eigenen Leuten zu besetzen. Dabei stand im Vordergrund, unsere Sportler
vom Kindesalter über die Pubertät zu halten und an den Sport zu binden. Das ist uns auch
sehr gut gelungen. Wir begleiten unsere Jugendlichen ebenso im Bereich Schule und Beruf
und leben hier im Verein vorbildliche Integrationsarbeit. Durch unsere Arbeit dachten wir,
den Ringkampfsport in NRW nach vorne zu bringen. Scheinbar haben wir uns geirrt.
Durch die Öffnung der Ligen in Richtung Niederlande und Belgien werden unsere
Nachwuchssportler stark benachteiligt. Die Förderung von Kampfgemeinschaften spart
Jugendarbeit und sorgt dafür, dass der schwächere Verein stirbt, Beispiele dafür brauchen
wir sicherlich nicht anführen. Die gängige Masche, fertige Ringer einzukaufen, spart vielen
die Jugendarbeit.
Der Hauptgrund für den Rückzug unserer Oberligamannschaft ist allerdings der Beschluss
der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Ringerverbandes vom 31.05.2015, dass
in Zukunft alle EU-Ausländer starten dürfen, vermutlich, um noch mehr Jugendarbeit
einzusparen. Wir sind nicht bereit, unsere Eigengewächse gegen übermächtige Oberliga-
Mannschaften antreten zu lassen und werden mit unseren Jungs in der nächsten Saison in
der Verbandsliga antreten.
Wir werden weiterhin in Krefeld spannenden Ringkampfsport mit hervorragender
Stimmung in der Sporthalle an der Steinstraße bieten und freuen uns auf die Saison 2016.

 

Presseberichterstattung zu diesem Thema:

Rheinische Post Artikel 27.1.2016

Westdeutsche Zeitung Artikel 27.1.2016

 

 

Klatsche zum Oberliga-Saisonende – Platz 7 in der Abschlustabelle

Im letzten Saisonkampf ist Germanias Oberligateam gegen die RG Oberforstbach/ Sparta Kelmis mit 4:29 unter die Räder gekommen. Mit 11:21 Punkten landeten die Krefelder auf dem siebten Tabellenplatz, drei Punkte vor dem AC Mülheim am Rhein und fünf Punkte vor dem KSV Witten II, allerdings auch mit drei Punkten Rückstand auf die TSG Herdecke, die im Saisonverlauf lange hinter Germania gelegen hatte.

Meister wurde der KSV Hohenlimburg mit 25:7 Punkten vor dem KSK Konkordia Neuss und dem punktgleichen Oberforstbachern, die in Krefeld am Samstag nichts anbrennen und nur im Fliegengewicht einen Sieg zuließen. Emil Gozalov gewann hier technisch überlegen. Waldemar Schäfer und Vitali Jeschke verloren nur äußerst knapp 0:1. In beiden Kämpfen wäre mit etwas Glück auch ein Krefelder Sieg möglich gewesen. Alle übrigen Kämpfe gingen mit 4:0 an die Gäste.

Auch in dieser Saison war Germania das schon fast sprichwörtliche Verletzungspech wieder treu. Insofern war auch nicht mehr drin und der siebte Platz geht in Ordnung. Die meisten Saisonsiege holte Emil Golzalov mit 13 bei 3 Niederlagen und einer Effizienz von 79 %. Sohayb Musa war bei 11 Einsätzen 10 mal siegreich und weist damit die beste Effizenz im Team auf (89 %). Ebenfalls beachtlich ist Waldemar Schäfers Kampfbilanz: 12 Siege, nur 4 Niederlagen und eine Effizienz von 70 %.

Nicht so beachtlich ist das Abschneiden des Krefelder Verbandsligateams. Die zweite Mannschaft musste oft Ringer an die Erste abgeben oder bekam aus anderen Gründen nicht genug Personal zusammen. So holte sie nur vier Pluspunkte und ziert zum Saisonschluss Platz 8, was das Tabellenende bedeutet. Denn Aachen-Walheim und die RG Annen / Heros Dortmund hatten ihre Teams im Saisonverlauf bereits zurückgezogen, so dass es in der Verbandsliga keinen regulären Absteiger gibt.

Bericht: Michael Laumen

Überraschungsunentschieden gegen hohen Favoriten Ehrenfeld

Das Oberligateam des KSV Germania Krefeld hat am Samstagabend beim RC Ehrenfeld mit 20 : 20 eine zuvor kaum für möglich gehaltene Punkteteilung erreicht. Hier der Kampfbericht von Alex Jodas:

Eine wahre Berg-und Talfahrt der Emotionen erlebten wir am heutigen Kampftag in Ehrenfeld. Und am Ende waren beide Vereine zufrieden mit der Punkteteilung. Auch wenn dieser eine Punkt jeweils beiden Vereinen in der Tabelle nicht weitergeholfen hat. Denn Krefeld ist vom Verfolger Herdecke überholt worden und auf den Tabellenplatz 7 abgerutscht, Ehrenfeld ist von Oberforstbach abgehängt worden, auf den vierten Platz abgefallen. Trotzdem: das war ein klasse Kampftag mit Dramatik, Emotionen, und Adrenalin.

Wie konnte es dazu kommen?

Unsere Mannschaft steht heute wieder so schlecht, ich will heute eigentlich gar nicht mitkommen um mir das anzutun. Alex Wagner kann nicht antreten, Sohayb Musa, Rick Nürnberger Vitali Jeschke und Hasan Rahaal sind verletzt. Wir haben Probleme, überhaupt eine komplette Mannschaft zu stellen. Hank Weber erfährt 20 Stunden vor dem Kampf, dass er 5 Kilo abtrainieren muss. Aber er ist so diszipliniert, er schafft es bis auf den letzten Drücker, sich auf das Gramm genau mit 70 Kilo auf die Waage zu stellen.

Im Vorfeld komme ich mit einer älteren Dame ins Gespräch. Es stellt sich heraus, das sie die Großmutter von zwei Ehrenfelder Brüdern ist, die für Ehrenfeld ringen. Ich horche auf, kann man da vielleicht ein paar Insiderinformationen erfragen? Und tatsächlich, sie plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen. Ihr Enkel kann in der Mannschaft heute nicht antreten, weil er Schichtdienst hat. Ich bedanke mich für diese recht aufschlussreiche Information. Schließlich ist noch nicht gewogen worden, das sind „heilige“ Geheimnisse einer Mannschaft. Und ich stelle mich bei der Dame vor, dass ich zu der gegnerischen Mannschaft gehöre. Wir amüsieren uns über diesen Fauxpas, ändern können wir allerdings unsere Mannschaftsaufstellung aber eh nicht mehr.

Aber auch die Ehrenfelder stehen heute auch nicht in ihrer besten Aufstellung auf der Matte.

In der 57 Kiloklasse steht Emil Gozalov dem Ehrenfelder Muhammed Yildirim gegenüber. Emil hatte sich gegen seinen jugendlichen Widersacher im Hinkampf erst noch schwergetan, konnte ihn am Ende aber dennoch schultern.

Und auch heute liegt Emil gegen diesen starken Jugendlichen zurück, bei einem Durchdreher wird er abgefangen. Dann aber hat nur noch Emil das Sagen auf der Matte. Man kann sehen, die beiden sind Freistilkämpfer, sie stehen sich sehr tief gegenüber. Dennoch kann Emil die Hüfte von Yildirim umfassen. Ich denke, jetzt kommt der Überstürzer. Kommt aber nicht, denn der Ehrenfelder steht zu tief. Dann kommt eben der Kopfhüftzug. Vier Punkte, Jubel auf Krefelder Seite. Kurz vor der Pause zieht Emil eine Kopfschleuder. Hier erwischt Emil seinen Gegner kalt, der Ehrenfelder liegt platt auf der Schulter. Aber der Kampfrichter ist zu spät am Boden, um es zu sehen. Und schon flutscht der jugendliche aus der gefährlichen Lage. In der zweiten Halbzeit wird der Ehrenfelder wegen Passivität nochmal auf den Boden geschickt. Mir schwant hier nichts gutes, weil Emil hier vorher Punkte abgegeben hat. Aber diesmal packt er seinen Gegner „verkehrt“ um die Hüfte und hebt ihn aus. Und wie ein Greco Profi wandert er mit dem Ehrenfelder in den Armen zur blauen Zone, um ihn zu werfen. Und da ist sie, die Vierer Wertung die uns so frohlockt! Nach 5 Minuten beendet unser Mann mit technischer Überlegenheit den Kampf.

Nicht so schön anzuschauen ist der Schwergewichtskampf Talip Alkan gegen Ercan Jung. Talip ist überlegen, aber er schafft es Anfangs nicht, technische Wertungen zu erkämpfen. Den Armschulterzug zieht er nicht eng genug, hier kann er keine Punkte erzielen. Dann schiebt er seinen Gegner eben raus. Nicht besonders spektakulär. Aber immerhin bringt es Punkte. Wir wissen, das unser Talip nicht die beste Kondition hat. Aber sein Gegner hat eine noch schlechtere. Und so kann sich Talip in der zweiten Halbzeit an den Beinen seines Gegners bedienen. Jung kann vor Erschöpfung kaum mehr stehen. Eine halbe Minute vor Kampfende erlöst Talip seinen Gegner von seinen Qualen mit technischer Überlegenheit.

In der 61 Kiloklasse kämpft unser Dietrich Salamatin gegen Jean-Michel Hamian. Hier hat nur unser Mann die Hosen an. Er macht es wie immer, und er macht es gut: Er erkämpft sich den Fuß seines Gegners und wird Hintermann. Es ist nur unser Mann am Zug, der Ehrenfelder kann lediglich den Rückwärtsgang einlegen. Am Boden kann Salamatin mehrere lehrbuchmäßige Beinschrauben ziehen. Und so ist auch dieser Kampf vorzeitig technisch überlegen beendet.

Es steht 12:0 für Krefeld. Die Ehrenfelder sind total frustriert und glauben nicht mehr daran, dass da heute noch was drin ist für ihre Mannschaft. Zumal wir Krefelder normalerweise eine stärkere zweite Halbzeit haben.

Aber in der 98 Kiloklasse stellen wir keinen Gegner, Anton Sattler und Vitali Jeschke geben ihre Kämpfe gleich auf und Hank Weber verliert technisch unterlegen. Und jetzt steht es plötzlich 16:12 für Ehrenfeld!

Zum Glück kommt als nächstes Waldemar Schäfer gegen Markus Kurle, der die Krefelder Ehre in der 80 Kiloklasse wieder herstellt. Er macht es heute kurz. Als Kurle den Kopf von Waldemar klammert taucht unser Mann an die Hüfte von Kurle ab. Und dann geht alles ganz schnell, wie aus einem Guss kommen jetzt die Bewegungen. Dann fliegt auch schon Kurle. Er fliegt so rund und schön, hier kann man nur staunen, und entrückt sein vor Verzückung. Und jubeln. Das ist ein Wurf, den man ganz selten sieht, ich möchte sagen, hier ist Waldi der perfekte Wurf gelungen. Der ganz große Wurf. Und Waldi weiß, wie wichtig heute ein Sieg ist. So hält er Kurle in der gefährlichen Lage fest. Und beabsichtigt auch nicht, ihn da raus zu lassen. Er beendet den Kampf nach anderthalb Minuten mit einem Schultersieg. Jetzt ist wieder alles offen, Es steht 16:16 in der Mannschaftswertung.

In der 75 Kilo Griechisch Römisch Klasse tritt Ayoub Bolakhrif gegen Tim Stoll an. Ein Kampf, der mich ganz besonders interessiert. Diese Paarung haben wir bisher noch nicht gesehen, hier erwarte ich einen Kampf auf höchstem Niveau. Stoll war letztes Jahr zweiter bei den deutschen Meisterschaften und er hat dieses Jahr fast alle Kämpfe in der Oberliga gewonnen. Sogar den international erfahrenen ehemaligen Erstligaringer Sergiy Skrypka konnte er dieses Jahr bezwingen. Ayoub war letztes Jahr vierter bei den deutschen Meisterschaften und hat dieses Jahr auch die meisten seiner Kämpfe gewinnen können.

In der ersten Halbzeit ist es noch ein Kampf auf Augenhöhe. Hier dominiert Stoll vor allem mit Wertungen in der Bodenlage. Im Stand kann Ayoub seinen Gegner sogar an der Hüfte umklammern und überstürzen. Bis zur Pause steht es noch 8:4 für Stoll, hier ist noch alles drin für Ayoub. Die Nerven liegen wieder blank, vor allem bei den Ehrenfelder Fans, die dafür bekannt sind, auch mal gerne die Matte zu stürmen. Das geschieht heute nicht, was aber auch dem beherzten Vorgehen des Unparteiischen zu verdanken ist. Nach einigen Beleidigungen muss er zwei gelbe Karten und sogar eine rote Karte an Ehrenfelder Zuschauer verteilen. Langweilig wird es bei den Ehrenfeldern nicht, sie sind sehr hitzig. Ist das echt oder inszeniert? Wollen die Leute hier nur den Unterhaltungswert der Veranstaltung und damit die „Einschaltquoten“ steigern? Wäre eigentlich ganz schön raffiniert. Aber ich denke, das ist echt, sie sind mit ganzem Herzen dabei. Es ist eine Stimmung wie beim Catchen. Und dann macht man da mit: Man schimpft, man zetert, man johlt, man schreit, man kreischt man grölt. Kurz gesagt, man benimmt sich so richtig daneben. Hier darf man es. Das gehört hier sogar zum guten Ton. Das Adrenalin sprudelt munter. Es macht Spaß.

Aber Stoll ist ein harter Bursche, in der zweiten Halbzeit lässt er Ayoub sehr passiv aussehen, indem er ihn beidseitig aufzieht. Er kann bei unserem Mann sogar aus der Brustklammer einen Hüftschwung ziehen. Und als dann Ayoub wegen Passivität auf den Boden geschickt wird geschieht die Katastrophe: Ayoub kommt jetzt komplett unter die Räder, Stoll kann Ayoub mehrfach bis zur technischen Überlegenheit durchdrehen. Schade, Schade, das war es heute für uns, gewinnen können wir den Mannschaftskampf jetzt nicht mehr. Die Stimmung in der Halle ist jetzt natürlich bestens, die Ehrenfelder toben vor Begeisterung.
Mit einer so deutlichen Niederlage hätte ich in diesem Kampf nicht gerechnet, hier hatten wir eine knappe Niederlage erwartet.

Aber verloren ist für uns noch nicht alles, ein Unentschieden ist allemal noch drin.

Jetzt lastet die Entscheidung wieder auf den letzten Kampf, wird es unser Philipp Haeffner gegen Paschalis Stavridis wieder richten? Erst sieht es nicht so aus, der Ehrenfelder führt erst mal. Die nächsten Punkte erkämpft unser Mann. Aber aufgepasst, Stavridis ist kein Fallobst, er erzielt eine Viererwertung. Bis zur zweiten Minute ist der Kampf recht ausgeglichen, es steht 7:5 für Philipp. Aber dann dreht Philipp auf. Mit unermüdlichen Beinangriffen zermürbt er seinen Gegner. Dreieinhalb Minuten müssen wir zittern. Aber Philipp macht wieder einen professionellen Job und gewinnt technisch überlegen. Jetzt platzt es aus uns heraus, jetzt haben wir Grund zum Jubeln. Und wie wir jubeln, schließlich haben unsere Männer doch noch ein Happy End in diesem erst so aussichtslos erscheinenden Kampfabend erringen können. 20:20 endet das Ergebnis des Mannschaftskampfes.

Es gibt also keinen Verlierer, die Wogen haben sich geglättet. Jetzt haben sich wieder alle lieb.

Mit diesem Unentschieden haben wir die Möglichkeit der Ehrenfelder, bei dem letzten Kampf gegen Hohenlimburg, bei einen Sieg noch Ligameister zu werden, verbaut. Hiermit steht also Hohenlimburg als Oberligameister fest, mit den drei Punktgleichen Verfolgern Neuss, Oberforstbach und Ehrenfeld.

Wir haben den 7. Tabellenplatz sicher, können am letzten Kampftag theoretisch noch auf den sechsten Platz aufsteigen.

12:21 Heimpleite gegen Konkordia Neuss

Drei Siege der Krefelder Ringer am Samstag waren einfach nicht genug. Die erhoffte Überraschung im Oberliga-Mannschaftskampf gegen den favorisierten KSK Konkordia Neuss blieb aus. Am Ende stand für den KSV Germania Krefeld eine verdiente 12:21 Heimniederlage auf dem Wertungsbogen.

Hier der Kampfbericht von Alex Jodas: Nach der 10:26 Niederlage gegen den Nachbar Neuss vom Hinkampf haben wir vor dem heutigen Kampf keine hohen Erwartungen. Aber in der Rückrunde schwächeln die Neusser, die für mich schon als sicherer Anwärter für die zweite Liga aussahen. In der Rückrunde verlieren sie vier von fünf Kämpfen und rutschen auf den dritten Platz.

Heute aber stehen die Neusser wieder fast in ihrer stärksten Aufstellung. Da wird es schwer werden für uns Krefelder, zumal Hasan Rahaal verletzt ausfällt, Rick Nürnberger und Dietrich Salamatin wegen Krankheit nicht antreten können.

Bei dem ersten Kampf in der 57 Kilo Klasse macht es unsere Leichtgewichtsperle Emil Gozalov gegen Alexander Kromm kurz. Nach knapp zwei Minuten fertigt er seinen Gegner technisch überlegen ab. Die Bude ist heute voll. Aber Stimmung will noch nicht so recht aufkommen.

Als nächstes folgt der Schwergewichtskampf mit unserem Alexander Wagner gegen Jonas Bilstein. Der Neusser Kämpfer ist dieses Jahr unbesiegt in der Liga. Bei Hinkampf hatte er unseren Alexander Wagner bei dem Punktestand von 11:8 noch schultern können. Wie sieht es heute aus? Man merkt, beide Kämpfer haben Respekt voreinander, sie „beschnuppern“ sich vorsichtig. Die erste Wertung holt sich Bilstein. Aber nach einer Minute greift der Neusser Alex Bein von außen an. Alex kontert mit seiner unnachahmlichen Schleuder: Bilstein liegt wie ein Käfer auf dem Rücken. Leider kann sich der Neusser in die blaue Zone retten, sonst wäre hier ein Schultersieg durchaus möglich gewesen.

Bilstein holt seinen Rückstrand auf . Kurz vor Kampfende riskiert Alex noch mal alles. Er versucht nochmal seine berüchtigte Schleuder. Leider zu unsauber und so wird er abgefangen. So verliert unser Mann diesmal knapp nach Punkten 4:11.

In der 61 Kilo Klasse muss sich Ben Haeffner gegen Mimoun Touba „opfern“. Ein sehr ungleicher Kampf, der Krefelder ist grade frische 14 Jahre alt geworden und muss sich für diese Gewichtsklasse auch noch „hochtrinken“. Touba ist ein erwachsener Mann mit Bundesligaerfahrung. Erwartungsgemäß verliert der Krefelder technisch unterlegen. Aber trotz dieser Niederlage kann man das Talent von Haeffner erkennen.

Manfred Grothe verliert ebenfalls technisch unterlegen und Vitali Alekseev auf Schulter. Es steht jetzt 14:4 für die Gastmannschaft.

In der 86 Kiloklasse tritt nach seiner zweimonatigen Verletzungspause endlich wieder Vitali Jeschke an. Sein Gegner Daniel Panczyszyn ist für uns ein unbeschriebenes Blatt. Ich erfahre, dass der 18 Jährige bei den Neussern als Kind im Verein war. Heute lebt er in England. Er wird für die Ligakämpfe extra eingeflogen und vom Bonn-Kölner Flughafen abgeholt. Puh, so ein Aufwand schon in die Oberliga! Aber ein gutes Training für den jungen Mann, da es in England keine Mannschaftskämpfe im Ringen gibt.

Eigentlich gehen wir davon aus, das Vitali seinen jungen Gegner bezwingen wird. Aber unser Mann ist fast 10 Kilo leichter. Und er ist natürlich nicht in Bestform nach seiner Verletzung. So unterliegt er knapp mit 2:4 Punkten.

In der 70 Kiloklasse im Freistil wird für Krefeld Hank Weber eingesetzt. Hank sollte eigentlich die 66 Kilo Greco für den verletzten Hasan Rahaal kämpfen. Er musste die Woche extra 6 Kilo abtrainieren. Aber kurzfristig wurde er in die 70 Kilo hochgesetzt, weil sich dort unser Rick Nürnberger krank gemeldet hatte. Hier verliert er gegen den ehemaligen Bundesligakämpfer Anatolij Efremov technisch unterlegen.

Es steht 4:19 für die Gäste aus Neuss, bei drei ausstehenden Kämpfen ist hier kein Sieg oder Unentschieden mehr für die Mannschaft möglich.

In der 80 Kiloklasse fährt Waldemar Schäfer endlich mal wieder einen technisch überlegenen Sieg für Krefeld ein. Waldi punktet vor allem am Boden. Beim Durchdreher kann er seinen Gegner Orhan Ceyhan schwindelig drehen.

Auch wenn das nur Ergebniskosmetik für das Mannschaftsergebnis darstellt, dieser Sieg tut fürs Selbstbewusstsein gut. So kommen wir nicht ganz so arg unter die Räder, zumal als nächster Kampf noch unser Sohayb Musa aussteht, bei dem man schon eine sichere „vier“ einplanen kann.
Aber sein Gegner in der 75 Kiloklasse Daniel Hofsetz wird „frech“, er umfasst Sohayb die Hüfte und schafft es fast, ihn überstürzen. „Wie respektlos“ kommt es aus mir heraus, ja was ist das denn? Aber Sohayb wird seinem Ruf gerecht und fängt seinen Gegner ab. Und stürzt seinerseits Hofsetz über. Endlich mal kann wieder lauthals gejubelt werden, ja, dar Sohayb schaukelt das Kind doch immer noch. Auf den kann man sich verlassen.

Nach dieser Aktion verstaucht er sich aber den Fuß. Jetzt kann er sich nur noch einbeinig wehren. Wir Zuschauer leiden mit unseren Mann, der jetzt humpelnd kämpfen muss. Aber auch nur auf einen Bein ist unser Mann immer noch brandgefährlich. Nach vier Minuten zieht Sohayb einen Kopfhüftzug, bei dem er Hofsetz in die gefährliche Lage befördert. Der Neusser windet sich, schafft es erst sogar, sich zu befreien. Aber Sohayb kennt keine Gnade und zieht ihn zurück. Schultersieg nach vier Minuten!
Beim letzten Kampf in der 75 Kilo Freistilklasse steht Philipp Haeffner eine besonders schwere Aufgabe bevor. Mit seinem Gegner mit dem exotischen Namen Lom-Ali Eskijev hat er den stärksten Gegner der Liga. Er hat dieses Jahr alle Kämpfe gewonnen, beim Hinkampf hatte er auch Philipp technisch überlegen geschlagen. Aber unser Mann hat sich im Verlauf der Saison enorm gesteigert. Eskijev führt zwar nach einer Minute 2:0 aber es ist diesmal ein Kampf auf Augenhöhe. Nach zwei Minuten holt Philipp auf, er setzt seinen Gegner unter Druck, dass ihm nur noch Mattenflucht bleibt. 2:1 steht es nun, kann Haeffner heute sogar die Sensation schaffen und gewinnen? Es sieht fast so aus, er erkämpft sich die Hintermannposition. Aber Eskijev will partout die zwei Punkte nicht abgeben obwohl Philipp von hinten an der Hüfte seines Gegners hängt. Eigentlich eine sichere „Zwei“, uns liegt schon der Jubel auf den Lippen. Eskijev ist ähnlich quirlig wie Haeffner, er kann sich aus jeder noch so aussichtslos erscheinenden Situation raus winden. So auch in diesem Falle, er kippt sogar unseren Mann in die gefährliche Lage. Aber Philipp kann sich retten. Und so verliert Haeffner nur knapp 1:5 nach Punkten. Eine Sensation für uns, wir feiern ihn wie einen Sieger. Wenn Philipp weiter so trainiert kann sich die Liga in den kommenden Jahren warm anziehen. Und auch wenn bei diesem Kampf wenige Wertungen gefallen sind, so war es doch der spannendste Kampf des Abends.

12:21 verlieren wir gegen einen übermächtigen Gegner recht deutlich.

Neuss klettert durch diesen Sieg wieder auf den zweiten Tabellenplatz. Dumm, dass unser direkter Verfolger Herdecke überraschenderweise gegen die hochfavorisierten Oberforstbacher gewonnen haben. Sie hängen uns jetzt mit gleicher Punktezahl im Nacken. Werden wir den sechsten Tabellenplatz halten können?

 

Bericht: Alex Jodas

Oberliga-Verfolger Herdecke holt auf / Zweite mit Niederlage am grünen Tisch

Die Tabellensituation für Germania Krefelds Oberligaringer wird immer prekärer. Während sie selbst am Wochenende kampffrei hatten, schlug Verfolger TSG Herdecke überraschend den Tabellenzweiten Konkordia Neuss auswärts mit 17:10 und schloss bis auf zwei Punkte auf.

Da die beiden übrigen Vereine, die in der Tabelle hinter Krefeld rangieren, der AC Mülheim am Rhein und der KSV Witten II, ihre Kämpfe aber verloren, bleibt Germania mit 10:16 Punkten noch Sechster. Die drei letzten Saisonkämpfe müssen die Krefelder aber gegen den Zweiten, Dritten und Vierten der Oberliga bestreiten, während Herdecke mit Witten und Mülheim noch zwei unmittelbaren Konkurrenten gegenübertritt. Allerdings macht Herdeckes Sieg gegen Neuss Mut, denn am Samstag steht Germanias Heimkampf gegen ebendiese Neusser an.

Nachdem die Krefelder vor einer Woche noch gegen Herdecke knapp die Nase vorn behielten, sollten sie auch gegen die zuletzt schwächelnden Neusser (vier der letzten fünf Kämpfe gingen verloren) nicht chancenlos sein. Eine volle Halle mit enthusiastischen Fans könnte dabei den Ausschlag geben, daher die dringende Bitte an alle Krefelder Ringersportfreunde: Unterstützt euer Team in diesem wichtigen Duell am Samstag in der Halle Steinstrasse 73 in Krefeld. Einlauf der Mannschaften ist um 19:30 Uhr.

Wieder einmal keine guten Nachrichten lieferte Germanias B-Team inder Verbandsliga. Nur mit acht Ringern trat es beim KSV Kirchlinde 1926 an. Daher wurde der Kampf mit 0:40 gewertet. Schade, denn wenn man nur die acht gerungenen Begegnungen zusammenzählt, hätte Krefeld mit 16:9 gewonnen: Amer Bolakhrif, Dieter Tschierschke, Frank Dohmen und Talip Alkan gewannen allesamt auf Schulter.

 

Bericht: Michael Laumen

Zitterheimsieg gegen Herdecke / Zweite verliert haushoch

Kein Abend für schwache Nerven – aber endlich einmal mit einem Happy-End für die Krefelder Oberligaringer, die zuletzt mehrfach hauchdünn den Kürzeren gezogen hatten.

Hin und her wechselte die Führung zwischen Germania und der TSG Herdecke. Stand es zu Beginn nach zwei klaren Siegen durch Emil Gozalov in 57 kg (technisch überlegen) und Alexander Wagner im Schwergewicht (auf Schulter) bereits 8:0 für die Krefelder, machte es Dietrich Salamatin im dritten Kampf des Abends (61 kg Freistil) ungewollt wieder spannend. Bis etwa 30 Sekunden vor Ende lag er gegen Tibor Pal 10:6 in Führung und hätte eigentlich nichts mehr riskieren müssen. Doch statt taktisch zu ringen, griff er nochmals die Beine seines bärenstarken Gegners (10 Saisonsiege) an. Diese Aktion mißlang und der Konter führte zu seiner Schulterniederlage. Noch lange nach Kampfende sah man Dietrich zerknirscht in der Ecke stehen – und vielen Zuschauern schwante, dass diese verschenkten Punkte sich am Ende wieder bitter rächen könnten.

Dieses Gefühl verstärkte sich noch, als auch die folgenden drei Kämpfe mit jeweils 0:4 gewertet wurden: Manfred Grothe (98 kg) trat verletzt an und gab daher direkt auf. Auch Publikumsliebling Hasan Rahaal (66 kg) ist ja immer noch durch seine Rippenverletzung gehandicapt, stellte sich aber in 66 Kilo dem starken Stephan Thoß (6 Saisonsiege), ging sogar überraschend 3:0 in Führung, hatte dann aber nicht mehr viel entgegenzusetzen und kassierte eine Schulterniederlage. Da Vitali Jeschke und Julian Olbrich verletzt sind und auch Marcel Jedidi nicht zur Verfügung stand, mußte mit dem unerfahrenen Andreas Ganske in der 86 Kilo-Klasse Krefelds vierter (!) Ersatzmann ran. Er machte seine Sache zwar gut, konnte technisch unterlegen aber Szabolcs Hatos‘ achten Saisonsieg nicht verhindern.

Nun stand es bereits 8:16 gegen die Krefelder. Rick Nürnberger beendete in 70 Kilo mit seinem ungefährdeten 3:0 Punktsieg die Durststrecke und leitete einen furiosen Endspurt der Germanen ein. Denn auch Waldemar Schäfer behielt in 80 Kilo griechisch-römisch, wohl dem Schlüsselkampf des Abends, gegen Nils Holk die Nerven. In der Hinrunde hatte er gegen ihn noch auf Schulter verloren. Dementsprechend vorsichtig ging er zu Werke, sammelte aber flleißig eine Wertung nach der anderen und holte so einen 2:0 Punktsieg. Sohayb Musa (75 Kilo griechisch-römisch) stellte dann in seinem Comebackkampf nach zweiwöchiger Verletzungspause erstmals wieder die Krefelder Führung her. Nach nur etwa 30 Sekunden hatte er seinen Gegner schon schwindlig gedreht und technisch überlegen gewonnen. Auch so hätte er die vier Punkte bekommen, weil Leo Lisin zu viele Kilos auf die Waage gebracht hatte, doch für die nun bestens gelaunten Zuschauer war diese Demonstration großer Ringerkunst wesentlich schöner.

Der Sieg für Krefelds Staffel aber war noch nicht in trockenenh Tüchern. 17:16 war der Zwischenstand. Wieder einmal mußte der letzte Kampf, die 75 Kilo Freistil, entscheiden und Philipp Haeffner die Nerven behalten. Doch Krefelds Nachwuchstalent zeigte, dass er mittlerweile ein echter Siegringer geworden ist. Nicht einmal kam er in eine gefährliche Lage, konnte selbst aber einige gute Aktionen zeigen und machte mit seinem 2:0 Punktsieg den Sack schließlich zu.

Mit nunmehr 10:16 Punkten festigten die Krefelder ihren sechsten Tabellenplatz. Kommende Woche haben sie kampffrei. Danach liegen dann allerdings mit Neuss, Ehrenfeld und Oberforstbach/Kelmis nur noch dicke Brocken (Tabellenplatz zwei bis vier) auf dem Weg zum Saisonende im Weg, so dass die Gafahr, ans Tabellenende abzurutschen, noch längst nicht gebannt ist. Der derzeit Letzte, Witten, hat bei einem Kampf weniger nur zwei Minuspunkte mehr.

Wieder einmal keinen Blumentopf zu gewinnen gab es für das zweite Team in der Verbandsliga. Gegen den Tabellenzweiten aus Lünen hagelte es eine deftige 8:32 Niederlage. Nur Vitali Alekseev konnte auf der Matte punkten (Schultersieg in 66 Kg). Mit nur vier Pluszählern liegt das Team auf dem vorletzten Platz.

Am Rande des gestrigen Kampfabends ließ sich Germanias Vorsitzender Jochen Haeffner bezüglich der Planungen für die kommende Saison schon einmal etwas in die Karten schauen. Unter Umständen soll das zweite Team aus der Verbandsliga zurückgezogen werden, um den jungen Nachwuchsringern in der Bezirksliga bessere Möglichkeiten zur Entfaltung zu bieten. Dem Oberligateam stehen dagegen wohl einige Verstärkungen ins Haus. Derzeit wird mit gleich drei Griechen für die mittleren Gewichtsklassen verhandelt.

Bericht: Michael Laumen

Knappe Oberliganiederlage: Hasan hatte es in der Hand

Beim AC Mülheim am Rhein hat Ringer-Oberligist KSV Germania knapp mit 18:20 verloren. Nunmehr punktgleich mit den Kölner Vorstädtern bleiben die Krefelder mit 8:16 Punkten zwar auf dem sechsten Tabellenplatz, doch die Schlusslichter Herdecke und Witten sind nur zwei Punkte schlechter. Der Heimkampf gegen die TSG Herdecke am kommenden Samstag hat daher schon einen vorentscheidenden Charakter für das Abschneiden in dieser Saison. Geht diese Begegnung verloren, droht ein Abrutschen auf den letzten Platz. Danach bleiben den Krefeldern nämlich nur noch drei Kämpfe – und die allesamt gegen Teams aus der oberen Hälfte.

Am vergangenen Samstag fehlte wie schon in der Vorwoche beim hauchdünnen 17:18 gegen Bonn-Duisdorf ein Quentchen Glück. Gleich das erste Kräftemessen des Abends, die vorgezogenen 66 Kilo griechisch-römisch, waren der Schlüsselkampf des Abends. Hier bot der mit einer Rippenverletzung angetretene Hasan Rahaal gegen Denis Hergert eine couragierte Leistung und lag bis 35 Selunden vor dem Ende nur knapp zurück. Wäre an dieser Stelle Schluss gewesen, hätte er nur einen Mannschaftspunkt abgegeben und Krefeld somit den Gesamtsieg gerettet. Doch wie so oft beim Ringen reicht eine kleine Unachtsamkeit.

Hasan hatte seinen Gegner aus der Bodenlage ausgehoben und übergestürzt. Eigentlich eine lehrbuchmäßige Aktion, doch leider nicht ganz sauber ausgeführt, so dass der Mülheimer auf dem Bauch landete und aus dieser Position selbst einen Kopfhüftzug ansetzen konnte, der doch noch zu Hasans 0:4 Schulterniederlage führte.

Jeweils technisch unterlegen 0:4 gaben Andreas Ganske, Manfred Grothe und Rick Nürnberger ihre Kämpfee ab – und die 130 Kilo waren auf Krefelder Seite fast schon traditionell nicht besetzt und brachten kampflos vier weitere Minuspunkte. Die fünf übrigen Germanen gewannen dagegen. Waldemar Schäfer drehte einen 1:8 Rückstand noch zu einem 13:8 Sieg und holte zwei Mannschaftspunkte. Emil Gozalev, Philipp Haeffner und Ayoub Bolakhrif gewannen technisch überlegen und Dietrich Salamatin auf Schulter jeweils 4:0.

„Klatsche“ für das Verbandsligateam

Weitaus deutlicher fiel die Niederlage in der Verbandsliga aus. Beim Tabellendritten RG Hürth / Rheinbach gingen die Krefelder mit 8 : 29 unter. Nur Dieter Tschierschke konnte seinen Kampf gewinnen (Schultersieg in 75 Kilo Freistil). Hank Weber bekam seine vier Punkte mangels Gegner geschenkt. Die Krefelder revanchierten sich dafür, indem sie die 98 Kilo unbesetzt ließen. Recht trostlos mit 4:18 Punkten rangiert Germania in der Verbandsligatabelle auf dem vorletzten Platz, nur einen Zähler besser als Mülheim-Styrum. Zum Glück droht kein Abstieg, weil sich mit Aachen-Walheim und der RG Annen / Heros Dortmund zwei Mannschaften vorzeitig aus dem Ligabetrieb zurückgezogen haben. Am kommenden Samstag kommt der Tabellenzweite VfK Lünen-Süd nach Krefeld.

Eklat beim Oberligakampf: Gewaltsamer Übergriff auf Kämpfer

Am Rande des Oberligakampfs in Mülheim kam es leider zu gewaltsamen Handlungen eines Zuschauers, der selbst Ringer bei den Kölner Vorstädtern ist und auch schon als Kampfrichter aktiv war, gegen die Krefelder Gäste. Germanias „Edelfan“ Alex Jodas erlebte das so: „Beim vorletzten Kampf erregt sich ein Fan von Mülheim über einen Kämpfer von Krefeld derart, dass er die Publikumsplätze verlässt und den Krefelder angreift. Hier kann er aber noch rechtzeitig zurückgehalten werden.

Aber am Ende des Kampfes passt der Mülheimer, der in der Hinrunde bei der Kölner Mannschaft im Schwergewicht eingesetzt wurde, unsere Kämpfer im Treppenhaus vor der Gastumkleidekabine ab. Hier kommt er gleich zur „Sache“ und will unseren jugendlichen Kämpfer die Treppe runterreißen und schlägt ihm ins Gesicht. Als ein anderer helfen will, schlägt er auch diesen und zerreißt ihm das Hemd.

Ich bin auch zugegen. Ich renne die Treppe herunter, schubse den tobenden Mann in die Ecke des Treppenhauses, wo ich ihn fixieren kann, indem ich mich an dem Geländer festhalte. Hier klammere ich ihn eine Zeit lang fest, bis ich den Eindruck habe, dass er sich beruhigt. Aber das hat er nicht, denn als ich ihn loslasse, attackiert er weitere Personen. Inzwischen sind so viel Leute hinzugekommen, das er „abgeführt“ werden kann. Es wird die Polizei gerufen und Anzeige erstattet.“ Dieser „Ausraster“ eines Einzelnen warf einen Schatten auf den ansosnten sehr friedlichen Kampfabend.

 

Bericht: Michael Laumen

Bittere Heimniederlagen in Ober- und Verbandsliga

Am Samstag hat Germanias Oberligateam gegen Bonn Duisdorf denkbar knapp mit 17 : 18 den Kürzeren gezogen. Zuvor hatte auch das Verbandsligateam gegen Mülheim-Styrum den Heimkampf 12: 27 verloren.

Germanias „Edelfan“ Alex Jodas hat seine persönlichen Eindrücke in dem folgenden Kampfbericht zusammengefasst:

„Dass es heute eine schwere Begegnung geben würde war uns Krefeldern klar. Denn schon im Hinkampf hatten wir knapp gegen die Bonner Mannschaft verloren, die in der Tabelle einen Platz hinter uns liegt. Wenn wir den heutigen Kampf gewinnen, würden wir an diesen Gegner auf den fünften Platz vorbeiziehen. Dann könnten wir endlich mal wieder Höhenluft in der Tabelle schnuppern. Aber genug des Konjunktivs, es sollte leider nicht so kommen.

Der Kampf beginnt heute mit dem vorgezogenen 86 Kilo Freistilkampf mit unserem Marcel Jedidi gegen David Harth. Unser Mann ist der Ersatzmann für unseren verletzten Julian Olbrich der wiederum die bisherige Vertretung für den immer noch verletzten Vitali Jeschke war. Auch wenn Marcel hier „nur“ als der Ersatz vom Ersatz antritt ist er aber noch lange nicht zu unterschätzen. In der Verbandsliga hat er fast alle seine Kämpfe gewinnen können, auch hatte er letzte Woche gegen Witten bei seinem ersten Oberligaeinsatz einen Erfolg verbuchen können. Heute aber ist er gegen seinen erfahrenen Bonner Gegner ohne Chance und verliert technisch unterlegen.

Überrascht sind wir als dann ebenso Emil Gozalov technisch Unterlegen verliert. Das kennt man von ihm ja gar nicht. Aber gegen seinen Bonner Gegner Vasileios Tersenidis ist dies keine Schande. Schließlich hatte er zu Bonner Blütezeiten in der ersten Bundesliga gekämpft.

Der Gegner im Schwergewicht von unserem Alexander Wagner gibt gleich auf.

Dietrich Salamatin tritt gegen Daniel Lajger aus Bonn an. Er walkt bei diesem „Kampf der Generationen“ seinen jugendlichen Gegner mit Beinangriffen ordentlich durch. Und nach anderthalb Minuten kann er ihn schultern.

Jetzt steht es 8:8 Unentschieden für die Mannschaftswertung, es ist also noch alles drin für uns.

Im folgenden 98 Kilo Kampf können wir heute sogar mal einen Mann aufstellen und der macht es sogar sehr gut: Michael Rips kann auf Augenhöhe gegen seinen 10 Kilo schweren Gegner Artur Ortmann kämpfen. Nachdem Michael 6:0 zurückliegt kann er sogar noch auf 6:3 aufschließen. Wird er diesen Kampf noch zu seinen Gunsten kippen können? Leider nicht, aber mit der knappen 8:3 Punktniederlage können wir zufrieden sein.

8:10 führt die Bonner Mannschaft zur Pause, hier ist noch alles offen.

In der 66 Kiloklasse folgt der Schlüsselkampf des Abends. Hier steht für uns Hasan Rahaal auf der Matte. Dieses Jahr ist es sein zweiter Einsatz für unseren Mann, der mit einem Wahnsinnstalent gesegnet ist, mit Trainingseinsatz aber umso weniger. Und das rächt es sich nun auf der Matte: Im Stand kann er seinen Bonner Gegner Daniel Persch noch beherrschen, er kann ihm sogar einen Kopfhüftzug „verpassen“. Aber statt ihn zu schultern wird er von seinem Gegner übertragen. Und nun geschieht das tragische, Persch kann den Arm von Hasan beim Durchdreher einklemmen. Das bedeutet das Ende für Hassans Auftritt, denn hier hat unser Mann keine Abwehrmöglichkeiten. Der Bonner kann beliebig einen Durchdreher nach dem anderen ziehen, ich will es gar nicht mit ansehen, wie hier Hasan vorgeführt wird. Nach acht Durchdrehen verliert Hasan technisch Unterlegen. Es tut mir leid für ihn, es war eine sehr unglückliche Niederlage.

Es steht jetzt 8:14 für die gegnerische Mannschaft, jetzt wird es verdammt schwer, diesen Kampf noch für Krefeld zu wenden, zumal noch ein paar starke Gegner folgen.

In der 80 Kilo Klasse macht Waldemar Schäfer gegen Salih Sahin wieder alles richtig. „Waldi“ setzt seinen Gegner ständig unter Druck, lässt ihn Passiv aussehen, wird mehrfach Hintermann. So sammelt er Punkt für Punkt zu einem soliden 9:0 Punktesieg. Das sind drei Punkte für die Mannschaft, es steht jetzt nur noch 11:14 für Bonn.

Bei dem folgenden 70 Kilokampf Rick Nürnberger gegen Dennis Monschau sieht es Anfangs aus, als würde unser Mann unter die Räder kommen. Nach einer halben Minute schon liegt er 0:5 zurück. Aber er steckt nicht auf. Mit Beinangriffen kann er Wertungen aufholen. Jetzt wird es endlich auch mal lauter in der Halle, denn hier zeigt uns Rick eine starke kämpferische Leistung. Von Monschau kommt jetzt gar nichts mehr, in der zweiten Halbzeit ist nur noch Rick am Zug. Er kippt den Kampfverlauf zu einem 10:5 Sieg! Jubel in unserem Fanblock, denn diesen Gewinn hatten wir gar nicht auf dem Plan. Jetzt keimt wieder Hoffnung auf.

Es steht nach diesem Kampf 13:14 für Bonn, aber wird das für den Mannschaftssieg reichen? Zumal in dem folgenden Kampf in der 75 Kilo Klasse unser stärkster Mann Sohayb Musa verletzungsbedingt nicht antreten kann. Aber im Mittelgewicht sind wir Krefelder bekanntlicherweise sehr stark aufgestellt. Denn hier steht heute unser Ayoub Bolakhrif dem Bonner Michael Schubert gegenüber. Ayoub wiegt grade mal knapp über 70 Kilo und er ist mit seinen 17 Jahren noch sehr jung. Wird er sich gegen seinen erwachsenen Gegner behaupten können? Ja, er kann. Und wie! Er geht den Kampf an wie ein Berserker, sein Gegner weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Ayoub wird Hintermann. Er „angelt“ sich seinen Gegner aus der Bodenlage. Wie ein Fisch zappelt Schubert in den Armen des Jugendlichen. Aber es nützt ihm herzlich wenig. Denn jetzt kommt der Überstürzer! Und damit die vier Punkte für diese vorzügliche Aktion. In der zweiten Halbzeit steht es 13 :0 für Ayoub. Jetzt muss er ihn nur noch zweimal aus der Matte schieben, das reicht für eine 15:0 technischen Überlegenheit.

Jetzt führt unsere Mannschaft zum ersten Mal heute mit 15:14. Ja, das sieht doch schon viel besser aus. Aber es hilft uns leider nicht weiter. Denn im letzten Kampf hat Philipp Haeffner mit Stefan Daniliuc einen erfahrenen alten Bundesliga-Hasen als Gegner. Und wie wir schon im Hinkampf gesehen hatten, da ist nichts zu machen für unseren Philipp, der Bonner gewinnt technisch Überlegen gegen unseren Mann. Das bedeutet für unsere Mannschaft eine knappe 17:18 Niederlage! Schade, schade schade, wir waren heute so nahe dran am Erfolg. Eine knappe Niederlage ist eine undankbare Sache. Man hat verloren, ob knapp oder deutlich ist letztendlich egal. Die schmeckt mir gar nicht. Aber diese Kröte muss ich heute schlucken.

An diesem Oberligakampftag gibt es eine faustdicke Überraschung: Konkordia Neuss verliert seinen zweiten Kampf gegen Köln Ehrenfeld 17:18. Können sie jetzt ihre Aufstiegsambitionen zu Grabe tragen? Hohenlimburg steht nun drei Punkte vor Neuss an der Tabellenspitze. Wollen die frisch aus der zweiten Bundesliga abgestiegenen Sauerländer überhaupt wieder aufsteigen?

Bisheriger Tabellenletzter Köln Mülheim gewinnt 19:15 gegen Witten, Herdecke verliert 13:19 gegen Hohenlimburg. Somit gibt Köln Mülheim die Rote Laterne an Herdecke ab. Krefeld gibt den 5 Tabellenplatz an Bonn Duisdorf ab und rutscht auf den 6 Platz ab.

Bei der „Zweiten“ lief es heute auch nicht besser. Gegen das Schlusslicht in der Verbandsliga Mülheim Styrum verlor die Krefelder Reserve 12:27. Erwähnenswert bei dieser Kampfpaarung waren die beiden Schultersiege der „Ringeropas“ von Mülheim, Achim Locker und Ralf Zickler mit 52 beziehungsweise 54 Jahren.“

EIn herzliches Dankeschön an Alex Jodas für diesen Bericht.

Oberligateam rückt nach Auswärtssieg auf Platz 5 vor

Einen ganz wichtigen Sieg landeten Germanias Oberligaringer gestern mit 23 : 15 beim bis dato punktgleichen KSV Witten II. Mit nunmehr 8:12 Punkten rücken die Krefelder in der Tabelle an Duisdorf vorbei einen Rang nach oben auf Platz 5.
Obwohl die 130 Kilo unbesetzt blieben, weil Alexander Wagner nicht zur Verfügung stand, und Germania dadurch 4 Punkte vorab als Gastgeschenk ablieferte, war der Erfolg letztlich ungefährdet. Denn Dietrich Salamatin, Philipp Haeffner und Sohayb Musa (alle technisch überlegen), Waldmar Schäfer (Aufgabe des Gegners) und Rick Nürnberger (3 vom Gegner eingesetzte Ausländer) erzielten jeweils 4:0 Punkte. Marcel Jedidi holte ein 3:0. Emil Gozalov unterlag gegen den starken Idris Ibaev (8 Saisonsiege) 0:3. Neuling Mushtag Aliabulfazli (66 kg) war bei seinem Debüt technisch unterlegen wie auch Michael Rips in 98 Kilo.
Am kommenden Samstag trifft Germania in der Oberliga auf den jetzt punktgleichen TKSV 1906 Duisdorf. In der Hinrunde waren die Bonner Vorstädter 20:16 siegreich. Da ist also noch eine Rechnung offen.

Germanias zweite Mannschaft unterlag gestern in der Verbandsliga beim Tabellenvierten AKS Rheinhausen auf der Matte mit 8 : 31. Doch gleich drei Gewichtsklassen konnten nicht besetzt werden (70, 80 und 130 kg). Einzig Dieter Tschierschke gelang ein Sieg (75 kg Freistil, auf Schulter). Anton Sattler gewann durch Übergewicht des Gegners. Das Team steht weiter auf Platz 7. Nächsten Samstag wartet mit dem Tabellenneunten Mülheim-Styrum (1:19 Punkte) eine lösbare Heimaufgabe.

 

Bericht: Michael Laumen

Rückrundenauftakt mit Oberliganiederlage und Sieg der „Zweiten“

Zum Rückrundenauftakt verliert Germania Krefelds Oberligateam zu Hause gegen den teils recht ruppig agierenden KSV Hohenlimburg nach großem Kampf mit 10:16. Waldemar Schäfers Schultersieg, Emil Gozalevs technisch überlegenes 4:0 und Julian Olbrichs 2:0 in 86 Kilo Freistil reichen nicht für eine Überraschung gegen den Tabellenzweiten. Die ersten vier Punkte geben die Krefelder schon an der Waage ab, weil sie in 98 Kilo keinen Kämpfer stellen können. Wegen des Wechsels der Stilarten in den einfach besetzten Gewichtsklassen zum Rückrundenauftakt tritt Freistilspezialist Alexander Wagner jetzt im Schwergewicht bei den 130 Kilo-Kolossen an, macht seine Sache gegen den wesentlich schwereren Sebastian Fiedler auch gut und verliert nach Punkten nur 0:1. Überraschend verliert aber auch Sohayb Musa seinen ersten Saisonkampf nach zuvor sieben Siegen mit 0:1 gegen Sergiy Skrypka. Hier hatte Krefelds Trainer Georg Focken Punkte für seine Staffel eingeplant. Mit jeweils 0:2 nach Punkten können Hasan Rahaal, Rick Nürnberger und Philipp Haeffner ihre Niederlagen zwar in Grenzen halten, jedoch wäre mit etwas Glück für Krefeld mehr drin gewesen. Einzig Dietrich Salamatin muss gegen den bei neun Siegen in dieser Saison ungeschlagenen Vladimir Todorov Tumparov technisch unterlegen 0:4 die Segel streichen.

Germanias Oberligateam bleibt mit nunmehr 6:12 Punkten weiter auf dem sechsten Tabellenplatz, ist jedoch nach dem Sensationssieg des Letzten AC Mülheim am Rhein gegen Tabellenführer Neuss nur noch zwei Punkte vom Abstiegsrang entfernt. Umso wichtiger ist nun ein Erfolg am 31.10. beim punktgleichen Tabellennachbarn KSV Witten II.

Germanias Verbandsligateam landete (nach zuvor zwei Siegen am grünen Tisch) am Samstag den ersten Saisonerfolg auf der Matte mit 22:14 gegen den TuS Bönen und steht mit 6:12 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Am kommenden Samstag geht es zum Vierten AKS Rheinhausen.

 

Ein Bericht von Michael Laumen

17.10.2015 Germania verliert bei der RG Oberforstbach/ Sparta Kelmis 10:17

Ringer-Oberliga NRW. Bericht von Alex Jodas: Eine 10:17 Niederlage vergällt uns den Samstagabend. Wie konnte das passieren? Wir haben völlig unnötig verloren. Weil wieder einige unserer wichtigsten Kämpfer fehlten, Alex Wagner war privat verhindert, Vitali Jeschke, Manfred Grothe und Talip Alkan sind verletzt. Eine Verletzungsseuche, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison zieht. Aber genug gejammert, hier die Kämpfe:

57 Freistil, Emil Gozalov gegen Kyashif Mehmedov Salimov: Erwartet routiniert fertigt unser Leichtgewicht seinen jugendlichen Gegner ab. Am Boden überrascht uns Emil mit einer exotischen Variante der Beinschraube. Nicht wie gewöhnlich mit den Armen, hier dreht er sie mit den Beinen. Nicht ganz ungefährlich, aber bei diesem Gegner kann er sich solche Experimente erlauben. Nach vier Minuten gewinnt unser Emil technisch überlegen.

Im Schwergewicht können wir keinen Gegner stellen.

Lukasz Demczuk verliert auf Schulter, Michael Rips ist gegen Magomed-Said Omarov technisch unterlegen.

Einen großartigen Kampf macht unser Dietrich Salamatin gegen den sehr starken Adam Zhanbolatov in der 66 Kilo Klasse. Das Leistungsvermögen des Oberforstbachers kann man daran ermessen, das er bisher 90 Prozent seiner Kämpfe gewonnen hat. Nach vier Minuten liegt unser Mann nach Beinangriffen sogar mit 5:2 in Führung. Letztendlich verliert Dietrich ganz knapp nach Punkten 6:5.

Ebenso beeindruckt Waldemar Schäfer mit seinem 3:0 Sieg gegen Andreas Hunds in der 80 Kilo Klasse.

Seinen dritten Einsatz hat heute Ayoub Bolakhrif seit seiner Verletzungspause gegen gegen Oliver Knorr in der 70 Kilo Klasse. Knorr wehrt sich tapfer, Ayoub findet gegen ihn im Stand keine Mittel. Am Boden aber kann er Knorr ausheben. Und wenn Ayoub seinen Gegner in den Armen hält ist es um ihn auch schon geschehen: Er stürzt ihn über, es gibt 5 Punkte hierfür. Jubel auf Krefelder Seite. Bei den Oberforstbachern hingegen wird es leise.
Kurz vor der Pause wird Ayoub Hintermann. Die zwei Punkte hierfür werden noch nicht gegeben, Knorr hat seine Knie noch nicht auf dem Boden. Aber Ayoub will mehr, er hebt ihn aus und will ihn überstürzen. Leider übersieht er hierbei die Uhr. So unterbricht der Pausenpfiff diese Aktion und es gibt gar keine Punkte dafür. Ayoub gewinnt dennoch diesen Kampf 11:1 nach Punkten. Hier wäre sogar eine technische Überlegenheit drin gewesen.

Sehr knapp geht es zu bei dem 80 Kilo Freistilkampf Julian Olbrich gegen Talgat Gaziyev. Die beiden liefern sich ein Kopf an Kopf „Rennen“, bei dem Julian bis kurz vor Schluss noch vorne liegt. Leider lässt er sich noch das Heft aus der Hand nehmen und verliert knapp nach Punkten 3:6.

Einen übermächtigen Gegner hat unser jugendlicher Philipp Haeffner in der folgenden Begegnung in der 75 Kilo Freistilklasse: Murad Madajev, seit Jahren in der Liga ungeschlagen. Letztes Jahr hatte er sogar unseren stärksten Kämpfer der Mannschaft, Levan Rechjavilli, schultern können.
Dieses Jahr ist Madajev nicht mehr ganz so dominant in der Liga, er hat sogar einen Kampf verloren.
Mit weichen Knien verfolgen wir diesen Kampf, neben mir sitzt die Mutter, die jetzt besonders tapfer sein muss und mitleidet.

Wir können unseren Augen gar nicht trauen, was wir dann auf der Matte sehen: Rotzfrech greift Philipp die Beine seines Gegner an. Ja, hat der Junge den gar keinen Respekt? Nein, hat er nicht!Vielmehr kippt er seinen Gegner auf den Rücken. Und nun er führt tatsächlich! Ich erlaube mir Tänzchen mit der Mutter.
Danach aber punktet nur noch der Oberforstbacher. Wird Philipp jetzt doch noch völlig untergehen? Aber Philipp hält dennoch gut dagegen, es ist fürwahr ein Kampf auf Augenhöhe. Und nach der Pause erlaubt es sich Philipp tatsächlich noch einmal, diesem „Übergegner“ zwei Punkte bei einem Beinangriff zu „stehlen“. Und nun kommt von Madajev nicht mehr viel. Philipp verliert nur 4:11 nach Punkten. Wir feiern ihn nach dem Kampf wie einen Gewinner. Das ist für uns heute die Sensation des Tages.

Im letzten Kampf des Tages stehen sich in der 75 Griechisch Römisch Klasse Sohayb Musa dem Oberforstbacher Abouboukar Toutaiev gegenüber. Sicher wird der Gegner von Oberforstbach Kanonenfutter für unseren Sohayb sein, zumal sein Gegner noch jugendlich ist. Denken wir uns erst noch. Zumal unser Mann seit Jahren ungeschlagen in der Liga ist. Aber Sohayb muss schnell erkennen, dass er es mit einem harten Burschen zu tun hat. Beide finden keine Mittel, Griffe zu ziehen. Es ist kein schöner Kampf weil keine Wertungen fallen. Auch auf dem Boden kann der Oberforstbacher Sohaybs Attacken abwehren. Schließlich entscheidet der Kampfrichter den Kampf, indem er Sohayb einen Punkt für Aktivität erteilt.
Bei diesem Kampf imponiert mir der junge Abouboukar Toutaiev, der unserem stärksten Kämpfer der Mannschaft das Leben heute so schwer gemacht hat. Sehen wir hier heute einen neuen Stern in der Ringerszene aufgehen?

Am letzten Kampftag der Hinrunde verliert Krefeld den Kampf heute mit 10:17. In der Tabelle hat sich mit dem 6 Tabellenplatz nichts für uns verändert. Sensationell verliert Herdecke gegen dem Schlusslicht AC Köln Mülheim. Hierbei frage ich mich, warum die Herdecker ihren Schwergewichtler Max Lodwich mit Übergewicht in die 98 Kiloklasse gesetzt haben und dadurch diesen Mannschaftskampf verloren haben? Ehrenfeld konnte dem zweitplatzierten Hohenlimburg mit einem 19:19 Unentschieden einen Punkt abnehmen. Spitzenreiter Konkordia Neuss gewinnt erwartungsgemäß gegen Witten II.

Ein Sieg und drei Niederlagen für unsere Teams an den letzten beiden Kampftagen

Unser Oberligateam verbucht einen Heimsieg und eine unglückliche Auswärtsniederlage. Das Verbandsligateam kommt noch nicht richtig in Schwung und verliert seine beiden letzten Begegnungen.

Hier die Kampfberichte von Alex Jodas.

Kampftag 12.9.2015, Ringer-Oberliga: Germania Krefeld gegen AC Köln Mülheim

Heute treffen wir auf den Tabellenletzten Köln Mülheim in der Turnhalle auf der Steinstrasse. Die Kölner sind im Vergleich zum Vorjahr stark geschwächt, sie haben die Abgänge von Nikolaus van Berkum, Lom-Ali Eskijev, Kai Burkon, Azamat Batuev und Anton Dok zu verkraften. Also eine einfache Aufgabe für unsere Germania-Jungs? Weit gefehlt. Unsere Mannschaft ist nämlich weiterhin stark geschwächt. Vitali Jeschke ist diese Woche noch im Urlaub, Rick Nürnberger und Ayoub Bolakhrif sind weiterhin verletzt.

Emil Gozalov beginnt gegen Max Furin mit einem knappen 6:0 Punktsieg. Da hatten wir uns mehr erhofft, das sind nur zwei Punkte für die Mannschaft.

Der Einsatz im Schwergewicht von Talip Alkan war heute ein geschickter Schachzug der Germania Führung. Unser bisheriger Mann in dieser Gewichtsklasse, Razvan-Constantin Oprescu ist einfach mit seiner erst einjährigen Ringer Zugehörigkeit noch zu unerfahren.

Talip kämpft gegen Aslan Bisanov sehr solide, er liegt bis zur vierten Minute 0:4 zurück. Wir sind mit einer Punktniederlage schon zufrieden, schließlich haben wir in den letzten drei Kämpfen in dieser Gewichtsklasse immer mit technischer Unterlegenheit verloren.

Dann aber, als der Mülheimer Talip am Mattenrand raus schieben möchte, taucht unser Mann an die Hüfte von Bisanov ab und schleudert ihn in die gefährliche Lage! Jetzt steht es 4:4, die Halle tobt. Talip kann sogar noch einmal Hintermann werden. Er gewinnt 6:4 dann sicher seinen Kampf!

Alexander Wagner muss in 96 Kilo gegen den stärksten der Mülheimer Mannschaft antreten. Schaman Kasumov ist dieses Jahr von der zweiten Bundesliga aus Witten nach Köln gewechselt. Er hat diese Saison noch keinen Kampf verloren. Und Alex hat mit seinen drei Jahren Trainingsrückstand nicht die beste Kondition. Dennoch vollbringt er die unglaubliche Energieleistung, nur gaaaanz knapp mit 0:2 nach Punkten zu verlieren. Das ist nur ein mickriger Mannschaftspunkt für die Mülheimer. Wir hatten hier viel schlimmeres befürchtet.

Dumm läuft es dann für uns mit der Schulterniederlage von Dietrich Salamatin und der technischen Unterlegenheit von Vitali Alekseev.

Nach fünf Kämpfen in der Pause steht es jetzt 3:9 für die Mülheimer. Können wir das noch aufholen?

In der 86 Kiloklasse kämpft jetzt Waldemar Schäfer gegen den Mülheimer Kemal Arslan. Hier wird dem Publikum ein unschöner Kampf geboten. Waldemar steht einem Mann gegenüber, der mit allen Mittel versucht, dem Kampf auszuweichen. Es sieht schon nach Arbeitsverweigerung aus, was der Mülheimer hier abliefert. Dann ist Arslan auch noch so flutschig wie ein Stück nasse Seife. Hat er sich etwa mit Öl eingerieben? Der Mülheimer erhält vier Verwarnungen wegen Passivität. Nach dem Regelwerk des letzten Jahres wäre der Mülheimer damit disqualifiziert worden. Heute aber quält er sich und das Publikum durch diesen Kampf. Waldemar gewinnt dann doch noch deutlich mit 9:1 nach Punkten.

In der 70 Kilo Klasse hat unser Dieter Tschierschke keinen Gegner.

Es steht nun 10:9 für uns Krefelder, als nächstes folgt der 80 Kilo Kampf von unserem Julian Olbrich gegen Rene Brück. Unser Mann gefällt mir immer besser, er ringt bedächtig aber überlegen. Nach der unglücklichen Schulterniederlage letzte Woche kämpft er sehr vorsichtig. Nach zwei technisch blitzsauberen Beinangriffen führt er 4:0. Dann greift Brück das Bein von Olbrich, versucht Hintermann zu werden. Aber Julian kontert lehrbuchmäßig. Nach dreieinhalb Minuten kann er seinen Mülheimer Gegner schultern! Das war wohl die Entscheidung für uns, es steht 14:9 zwei Kämpfe vor Schluss, und beim letzten Kampf steht Sohayb Musa auf der Matte. Was kann uns da noch passieren?

Als nächstes bekommen wir in der 75 Kilo Klasse sogar einen ehemalig international erfolgreichen iranischen Kämpfer zu sehen. Der Mülheimer Abbas Goli Garmestani war im Kader der iranischen Nationalmannschaft, mehrmals iranische Mannschaftsmeister und Vizeasienmeister. Aber unser Philipp Haeffner lässt sich davon gar nicht beeindrucken, er kann über die volle Zeit mitkämpfen und verliert sogar nur nach Punkten 2:15! Eine beachtliche Leistung für unseren erst 17 jährigen Nachwuchsringer.

Im letzten Kampf des Abends in der 75 Kilo Griechisch Römisch Klasse hat unser Sohayb Musa mit Maksym Motora einen offensichtlich recht jungen Gegner. Ich kenne ihn nicht. Aber er tut mir im Vorfeld schon leid. Denn ich kenne Sohayb Musa.

Motora kämpft die erste Minute sogar recht tapfer. Er lässt Sohayb aus dem Stand keine Schwungriffe ziehen. Sohayb wird zweimal Hintermann. Dann besitzt Motora die Frechheit und schiebt Musa aus der Matte. Das gibt einen Punkt für den Mülheimer. Das gefällt unserem Mann gar nicht.

Als Motora dann in die Unterlage gerät, dreht ihn Sohayb zweimal durch. Aber das reicht ihm nicht. Er hat schlimmeres im Sinn. Er liest den „Jungen“ vom Boden auf, indem er ihn an seinem Kopf packt. Und dann verabreicht er ihm eine Kopfschleuder aus der Bodenlage wobei Motora durch die Luft fliegt. Oh Mein Gott , stehe dem, „Jungen“ bei, lass ihn einen starken Nacken haben.

Der „Junge“ überlebt, Sohayb bekommt vier Punkte. Aber davon nicht genug, als nächstes gibt es für uns einen Nachschlag: Das gleiche nochmal. Es tut beim Zuschauen schon weh, wie der Junge mit seinem Kopf durch die Luft geschleudert wird. Aber wir haben uns heute hier nicht versammelt, um Mitleid zu haben. Schließlich wollen wir gewinnen. Ein Ringkampf ist letztendlich kein Kuscheltreff.

Sohayb braucht ein wenig mehr als eine Minute um technisch Überlegen zu gewinnen, und so feiern wir einen 18:12 Mannschaftssieg. Das heißt, das wir mit 4:4 in der Oberligatabelle einen ausgeglichenen Punktestand haben und uns weiterhin auf dem 5 Platz befinden. Ehrenfeld überrascht in dieser Saison mit einen Sieg gegen die bisher ungeschlagenen Oberforstbacher, Neuss wird seiner Favoritenrolle mit dem Sieg gegen Hohenlimburg gerecht und Herdecke kann seinen ersten Sieg gegen Bonn Duisdorf „einfahren“.

Unsere zweite Mannschaft verliert ein wenig unglücklich 12:25 gegen RG Hürth/ Rheinbach.

 

Kampftag 19.9.15, Ringer-Oberliga: Herdecke gegen Krefeld

Eine Mannschaft zu stellen ist wie einen Sack Flöhe hüten. Auch wenn dieses mal Vitali Jeschke aus dem Urlaub wieder zurück ist, kann Alexander Wagner aus beruflichen Gründen nicht antreten. Rick Nürnberger und Ayoub Bolakhrif sind immer noch verletzt. Es ist vertrackt. So geht es uns die letzten vier Kämpfe, wir hätten bisher alle gewinnen können.

Manchmal muss man als Fan sehr leidensfähig sein.

Der Kampf beginnt mit der 57 Kiloklasse mit unserem Emil Gozalov gegen Tibor Pal. Unser Emil macht einen gewohnt sicheren Job. Er gewinnt souverän 13:0 nach Punkten. Schade, da wäre sicher auch eine technische Überlegenheit drin gewesen, wir benötigen heute dringend jeden Mannschaftspunkt.
Unser Schwergewichtler Razvan-Constantin Oprescu verliert technisch Unterlegen.
In der 61 Kiloklasse ist unser Lukasz Demczuk gegen Walter Lisin haushoch überlegen. Nach nur einer halben Minute Kampfzeit schultert Lukas seinen Gegner nach einem Kopfhüftzug! Beim jubeln verschütte ich fast mein Bier. Macht nichts, ist ja genug von da.

Im 98 Kilo Freistil verliert unser Michael Rips gegen den hoch favorisierten Dennis Böddeker ebenso schnell auf Schulter. Nach dem Kampf humpelt der Herdecker von der Matte. Böddeker ist am Fuß verletzt. Wäre Alexander Wagner heute sein Gegner gewesen hätte er direkt aufgegeben erzählt er später.

Ärgerlich. Aber wir wollen hier heute auf der Matte gewinnen. Und das ist noch drin. Auch noch, als beim nächsten Kampf in der 66 Kilo Klasse Dietrich Salamatin auf Schulter verliert.

In der Pause steht es 12:7 für die Herdecker. Letztes Jahr stand es in dieser Phase des Kampfes 15:4 für die Gastgeber, und wir konnten den Mannschaftskampf doch noch gewinnen. Und wir stehen in der zweiten Halbzeit gleichstark wie im Vorjahr. Auch wenn heute für uns Phillipp Haeffner in der 75 Kiloklasse statt Levan Rechviasvili kämpft. Der 75 Kilo Mann von Herdecke, Nima Habibivand ist verletzt. Das heißt, wir können frohen Mutes unser Pausenbier trinken. Noch schmeckt es. Noch!

Als nächster Kampf in der 86 Kiloklasse folgt die ewige Paarung Waldemar Schäfer gegen Nils Holk. Ich habe spaßeshalber mal nachgeschaut, seit 2012 stehen sich die beiden immer gegenüber. Und jedes Mal gewann Waldi nach Punkten. Immer knapp, aber immer behielt er die Oberhand. So gehe ich sehr entspannt in den Kampf. Waldemar scheinbar auch. Denn schon nach 22 Sekunden läuft er in einen Kopfhüftzug, bei dem er zum Glück außerhalb der Aktionszone landet. Na ja, denke ich mir, das kann passieren, das holt Waldi schnell wieder auf. Er erkämpft sich die Hintermann Position, liegt nur noch zwei Punkte hinter Holk. Aber dann lässt sich Waldemar von Holk zu sehr „obenrum“ schnüren. Und dann passiert es, ganz unspektakulär und harmlos wirkt er, der Kopfhüftzug den Holk dann unserem Mann verpasst. Waldi wird schon noch kontern. Denke ich mir. Es ist doch immer noch gut gegangen mit dem Waldi. Aber das Bier hat meine Sinne getrübt. Waldi kontert nicht, sondern er liegt unter den massigen, um 6 Kilo schwereren Fleischmassen von Holk begraben.

Flehentlich schaut Waldi zu mir herauf. Was kann ich tun? Den Feueralarm auslösen? Licht ausschalten? Dem Kampfrichter die Augen zuhalten? Ich kann Waldi nicht helfen. Tatenlos muss ich mit ansehen, wie diese grobe Person unserem Mann die Luft abschnürt. Und dann folgt der unbarmherzige Pfiff des Schiedsrichters: Schulterniederlage!

Ahhhhrg, ich verbeiße mich in meinen Bierbecher! Ich hasse Bierbecher, ich hasse Schiedsrichter, ich hasse Schulterniederlagen. Mir fällt im Moment gar nichts ein, was ich nicht hasse. Ja, sogar das Bier in meiner Hand hasse ich. Um dem Ausdruck zu verleihen schlucke ich das Bier demonstrativ herunter. In einem Schluck. .

Jetzt wird es sehr schwer für uns, den Mannschaftskampf zu gewinnen.

Dieter Tschierschke hält sich in der 70 Kilo Klasse in der für ihn fremden Griechisch Römisch Klasse gegen Daniel Beucke beachtlich und verliert nur knapp nach Punkten 1:6.

Wenn jetzt Vitali Jeschke in der 80 Kilo Klasse deutlich nach Punkten gegen Szabolcs Hatos gewinnt oder ihn gar schultern sollte, können wir sogar noch gewinnen. Leider ist der Herdecker ein harter Brocken. Er kämpft sehr passiv und gibt mit seiner 0:3 Punktniederlage nur ein Mannschaftspunkt gegen uns Krefelder ab.

Jetzt können wir nicht mehr gewinnen, die letzten beiden Kämpfe sind also „nur noch“ Ergebniskosmetik.

Aber diese Kosmetik fällt sehr hart für die Herdecker aus. Philipp Haeffner demontiert in der 75 Kilo Klasse seinen Gegner Althof Felix mit einer technischen Überlegenheit nach 5 Minuten.

Als wolle er den ganzen Frust der Mannschaft ablassen „schlachtet“ Sohayb Musa seinen Gegner mit zwei Kopfpressgriffen geradezu ab. Der arme Herdecker gerät unter die Räder des gar nicht gut gelaunten Musas. Nach eineinhalb Minuten schultert er seinen Gegner. Das wäre gar nicht nötig gewesen. Denn der Herdecker hatte eh Übergewicht.

Leider verlieren wir den Mannschaftskampf 17:18 denkbar knapp und unglücklich. Wie oben schon erwähnt, manchmal muss man als Fan sehr leidensfähig sein.

Die große Sensation des Tages: Der bisher zweitschwächste Verein der Oberliga, der KSV Witten 07 II gewinnt knapp gegen den hoch favorisierten RC Ehrenfeld 1976 mit 17:16. Neuss erkämpft sich mit einen deutlichen 30:8 Sieg gegen TKSV 1906 Duisdorf weiter den Weg zur zweiten Bundesliga. RG Oberforstbach/ Sparta Kelmis verliert knapp 15:17 gegen KSV Hohenlimburg. In der Tabelle steht Neuss ungeschlagen an der Spitze vor Hohenlimburg und Ehrenfeld, Krefeld ist auf den 7.Tabellenplatz abgerutscht.

Unsere zweite Mannschaft hat erwartungsgemäß gegen die starken Lüner Ringer 24:13 verloren.

Verbandsligateam holt erste Punkte, Oberligastaffel verliert kanpp

Germanias Oberligakämpfer unterliegen beim TKSV 1906 Duisdorf knapp mit 16 : 20. Jeweils vier Punkte durch Sohayb Musa (Schultersieg), Alexander Wagner (3A.) und Emil Gozalov (ÜG) sowie ein 3:0 Punktsieg von Dieter Tschierschke und ein 1:0 von Waldemar Schäfer reichen leider nicht, weil sich unsere übrigen fünf Kämpfer jeweils 0:4 Niederlagen einhandeln. Mit 2:4 Punkten stehen wir in der Oberligatabelle auf Platz 5. Am 12.9. empfangen wir Schlusslicht AC Mülheim am Rhein in Krefeld auf der Steinstraße.

Die ersten beiden Punkte hat unser Verbandsligateam beim KSV Mülheim-Styrum eingefahren. 20 zu 17 hieß es am Ende auf der Matte für uns, aber weil der Gastgeber nur mit acht Ringern antrat, wurde die Begegnung sogar mit 36 : 0 für Germania gewertet. Mit 2 : 4 Punkten stehen wir in der Verbandsliga nunmehr auf Platz 6. Am Samstag kommt der Tabellennachbar RG Hürth/ Rheinbach.

 

Hier der komplette Kampfbericht von Alex Jodas:

5.9.2015 Bonn Duisdorf gegen Germania Krefeld

Es sieht nicht gut aus heute für uns Krefelder. Drei Männer fehlen, Ayoub Bolakhrif und Rick Nürnberger sind verletzt, Vitali Jeschke befindet sich im Urlaub. Können wir heute diese Ausfälle kompensieren?

Ausgerechnet heute steht Bonn Duisdorf so stark wie nie diese Saison. Sie haben drei „Altringer“ aus ehemaligen Bundesligazeiten reaktiviert. Da muss bei uns alles optimal laufen, damit wir überhaupt eine Chance haben.

In der 57 Kiloklasse hat der Gegner von Emil Gozalov Übergewicht. Er gibt gleich auf. Schade, die Kämpfe von Emil sind immer sehenswert, aber wir haben hier schon mal 4 Punkte sicher.

Razvan-Constantin Oprescu und Vitali Alekseev und Philipp Haeffner verlieren erwartungsgemäß technisch unterlegen.

Ganz schlecht läuft es im nächsten Kampf für unseren Neuzugang Dietrich Salamatin. Gegen Vasileios Tersenidis in der 61 Kiloklasse muss er nach eineinhalb Minuten wegen Passivität in die Bodenlage. Hier zieht der Bonner einen Durchdreher nach dem anderen, so dass der Kampf in kurzer Zeit technisch überlegen endet. Verdammt, verdammt verdammt! Damit hatten wir nicht gerechnet, wir hatten hier einen Sieg für Salamatin auf unserer Rechnung.

Dann der Kampf in der 98 Kilo Klasse mit unserem Alex Wagner gegen den ehemaligen Erstligisten Mojjtaba Hashemikhan. Der Gegner von Alex ist schon in die Jahre gekommen. Das hindert ihn aber nicht daran, munter anzugreifen. Aber Alex ist hellwach. Er kann in seiner geschmeidigen Art und Weise kontern und macht die Punkte. Aber Hashemikhan lässt nicht locker und kann somit unseren untrainierten Alex zumindest ermüden. So kann der Bonner noch ein 7:7 erkämpfen.

Dieter Tschierschke gewinnt in der 70 Kilo Klasse gegen Michael Schubert nach Punkten 9:1.

Einen ganz starken Kampf macht heute unser Waldemar Schäfer gegen David Harth. Der Bonner kommt auch aus der Riege der ehemaligen Bundesligakämpfer. Das hindert Schäfer aber nicht, frech und erfolgreich gegen den Favoriten zu kämpfen. Er lässt ihn passiv aussehen obwohl „Waldi“ fünf Kilo leichter ist als sein Gegner. Schließlich gewinnt er sogar mit einem Armdrehgriff 2:1 knapp diesen Kampf. Hut ab für diese Leistung!

Der nächste Kampf zwischen Julian Olbrich ist der Schlüsselkampf des Abends. Wenn alles glatt läuft können wir noch gewinnen. Es sieht auch gut aus für Julian, gegen Salih Sahin kämpft er überlegen, er kann mit einem Beinangriff souverän zwei Punkte erkämpfen. Dann wird er bei einem zu zögerlich ausgeführten Rotationsangriff abgefangen. Der Bonner dreht ihn durch, dabei kommt unser Mann kurz in die Schulterlage. Und blitzschnell, als könne er es nicht erwarten, pfeift der Kampfrichter diesen Kampf ab. Nein, das darf doch nicht sein, das war es für uns, hiermit haben wir den Mannschaftskampf verloren.

Im letzten Kampf erwartet uns aber noch ein Leckerbissen. Hier stehen sich mit Sohayb Musa und Ibrahim Mavua Kazai die besten 75 Kilo Griechisch Römisch Kämpfer der Liga gegenüber. Der Bonner Kazai kommt aus der ersten Bundesliga. Die beiden Typen können unterschiedlicher nicht sein, Kazai klein, bullig, muskelbepackt, Sohayb Musa groß und schlaksig. Der Bonner ein gestandener Mann, Sohayb mit seinen 19 Jahren noch jugendlich. Wenn ich Sohayb nicht kennen würde, keinen Cent würde ich auf ihn verwetten.

Und es sieht auch erst so aus, als würde Ibrahim Mavua Kazai auf der Matte die Oberhand gewinnen. Hat hier heute Musa seinen Meister gefunden? So wird Sohayb wegen Passivität in die Bodenlage geschickt. Hier dreht der Bonner Sohayb einmal durch. Aber Sohayb hat lange Arme und Beine. Und beim zweiten, nicht so sauber gedrehten Durchdreher kann Sohayb die Drehung mit seinen langen „Tentakeln“ abbremsen. Er windet sich aus der Umklammerung des Bonners. Und nun liegt Kazai in der gefährlichen Lage! Diese Position scheint dem Bonner fremd zu sein. Und Sohayb ist professionell genug, Ibrahim nicht mehr raus zu lassen. Es sieht schon grotesk aus, wie dieser dünne Junge nun diesem gestandenen Mann die Luft abwürgt. Und wir Krefelder Fans genießen diesen Augenblick. Frenetisch schreien wir unseren Frust aus der Lunge während das Bonner Publikum verstummt. Sohayb vollstreckt mit einem Schultersieg. Er ist nun seit Jahren in der 75 Kiloklasse weiterhin ungeschlagen! Und für kommende Gegner von Musa gilt die Warnung: Dieser Mann ist nicht durchzudrehen, versucht es erst gar nicht.

Unsere Mannschaft verliert denkbar knapp 20:16.

Besser lief es diesmal für unsere zweite Mannschaft in der Verbandsliga. Sie siegen 36:0 gegen Mülheim Styrum, die schon auf der Waage verloren, weil sie nur 8 Ringer stellten.

In der Oberliga verlor Köln Mülheim gegen Witten II. Damit scheint Mülheim diese Saison die schwächste Mannschaft der Liga zu sein. Neuss gewinnt gegen Ehrenfeld und bestätigt hiermit seine Favoritenstellung. Herdecke schwächelt weiterhin und verliert knapp gegen Hohenlimburg.

Erster Oberligasieg, Verbandsligateam dagegen chencenlos

Es ist der 29. August: Erster Heimkampf heute in Krefeld. In der Halle ist es heiß wie in der Waschküche. Trotzdem ist es rappel voll.
Der Mannschaftskampf beginnt mit 57 Kilo Freistil . Unser Emil Gozalov steht dem jungen Idris Ibaev gegenüber. Kurz vor der Pause wird Gozalov Hintermann. Er kann bei Ibaev mehrere Beinschrauben drehen. Und nur durch den Pausenpfiff wird verhindert, dass Emil ihn bis zur technischen Überlegenheit dreht.
12:1 für Gozalov bedeuten 3 Punkte für die Mannschaftswertung.

Unser Schwergewichtler Razvan-Constantin Oprescu verliert erwartungsgemäß technisch unterlegen. Schließlich ist er ja mit erst einem Jahr Ringertraining noch ein Anfänger.

In der 61 Kilo Klasse kämpft unser Neuzugang Dietrich Salamatin gegen Bahtiyar Dündar. Dietrich ist Freistilspezialist, daher kämpft er im Griechisch Römisch recht unorthodox. Wie ein Freistilkämpfer taucht er ab, und statt ans Bein zu greifen fasst er die Hüfte seines Gegners. Jetzt knickt er seinen Gegner kurzerhand nach hinten und Schultert ihn. So einfach geht das. 4 Punkte für die Mannschaft, damit hat Salamatin bisher eine unbefleckte Weste, er hatte letzte Woche gegen Hohenlimburg auch einen Schultersieg eingefahren. Ein wertvoller Neuzugang, denn letztes Jahr musste die Mannschaft in dieser Gewichtsklasse meist vier Punkte abgeben.

Der Kampf des Abend ist die 98 Kilo Paarung zwischen Alexander Wagner und Ufuk Canli. Canli kämpft in Witten normalerweise in der ersten Mannschaft in der zweiten Bundesliga. So rechnen wir uns nicht so viel aus für Alexander, der ja seit Jahren überhaupt nicht mehr trainieren kann.

Aber Ufuk Canli findet keine Mittel gegen unseren Mann, in der ersten Halbzeit fällt noch kein Punkt. Nach dreieinhalb Minuten erwischt Alex seinen Gegner mit einen Doppelbeinangriff kalt. Er hebt ihn aus und knallt ihn platt wie eine Flunder auf den Rücken. Die Sensation liegt in der Luft, Alex kann Ufuk jetzt sogar schultern. Die Halle tobt. Leider kann sich Canli aus der gefährlichen Lage raus winden.
Im weiteren Kampfverlauf baut Alex konditionell ab. So kann der Wittener knapp 6:4 nach Punkten gewinnen. Eine Niederlage, die sich wie ein Sieg anfühlt. Schließlich gibt das nur einen Mannschaftspunkt für Witten.

Rick Nürnberger macht es in der 66 Kilo Klasse kurz: Er schultert Turaevm Rivojedden nach einem Beinangriff in nur zwei Minuten.

Es steht 11:5 für unsere Mannschaft, wir können bei diesem komfortablem Vorsprung entspannt in die Pause gehen.

Kurz und schmerzlos macht es auch unser Dauerbrenner Vitali Jeschke. In nicht mal 2 Minuten fertigt er seinen Gegner Aldin Dikezi technisch Überlegen ab. Im Sekundentakt frisst Jeschke die Punkte. Beim Zuschauen wird es einem ganz schwindelig.

Sehr hart geht es zu bei dem Kampf Hank Weber gegen Pascal Witte. Streckenweise sieht es so als, als würden sich die beiden Prügeln. Mit 0:14 kann Hank für die Mannschaft immerhin noch einen Punkt retten, es gibt 3 Punkte für Witten.

Technisch Überlegen endet der 86 Kilo Kampf für Waldemar Schäfer gegen Julian Zimmermann.

Einen soliden Punktesieg fährt Julian Olbrich gegen Diyar-Murat Dündar in der 75 Kilo Klasse ein. Olbrich schließt gut die Lücke in der 75 Kilo Klasse, die der Abgang von Levan Rechjavilli hinterlassen hat. In den Ringerkreisen wird man sich fragen, wer ist Julian Olbrich? Julian kommt von MMA Kampfsport. Letztes Jahr hatte er noch bei Krefeld in der dritten Mannschaft gekämpft. Er hat dieses Jahr aber einen enormen Leistungssprung vollzogen. So hat er letzte Woche den Zweitliga erfahrenen Hohenlimburger Sergiy Skrypka überraschend nach Punkten besiegt.

Richtig Stimmung kommt nochmal auf bei dem letzten Kampf des Abends Sohayb Musa gegen Nick Jacobs. Der Wittener Jacobs kämpft sehr passiv, lässt kaum Griffe zu. Aber Sohayb setzt ihn unter Druck, dass Nick Jacobs nur noch Mattenflucht bleibt. Da gibt jedes Mal einen Punkt für Musa. Nach zwei Minuten wird Sohayb Hintermann. Er hebt seinen Gegner aus und stürzt ihn über. Nach Viereinhalb Minuten gelingt unserem Mann die technische Überlegenheit gegen diesen starken Gegner. Es steht 25: 8 für die Krefelder Mannschaft. Das ist ein eindrucksvoller Start in die Oberligasaison. Mit dieser Mannschaft hätten wir wohl letzte Woche auch Hohenlimburg schlagen können.
In der Verbandsliga bei der zweiten Mannschaft lief es nicht so gut. Da unterlagen die Germanen gegen AKS Rheinhausen 11:22. Hier fehlten vor allem unsere beiden Freistilkämpfer Philipp Haeffner und Dieter Tschierschke, die sich zur Zeit noch auf Klassenfahrt befinden.

In der Oberliga gibt es mit der Niederlage von Herdecke gegen Ehrenfeld eine Überraschung. Die Herdecker lagen letztes Jahr noch auf dem zweiten Tabellenplatz der Liga, wogegen Ehrenfeld vorletzter war. Hier scheint sich eine Kräfteverschiebung anzudeuten. Auch einen schlechten Saisonstart hat der Kölner Verein AC Mülheim am Rhein. Im Vorjahr war der Verein noch dritter. Diese Saison haben die Kölner die ersten zwei Kämpfe der Oberliga deutlich verloren. Kein Wunder, schließlich sind ihre Spitzenringer Lom-Ali Eskijev und Nikolai van Berkum nach Neuss gewechselt und die Punktegaranten im Schwergewicht Azamat Batuev und Anton Dok treten in Mülheim nicht mehr an. Wird die Mannschaft gar mit dem Abstieg zu kämpfen haben?

Bericht: Alex Jodas

Niederlagen zum Saisonauftakt

Die Oberligaringer verlieren beim Aufstiegsaspiranten KSV Hohenlimburg mit 14 zu 21, unsere Verbandsligastaffel denkbar knapp mit 18 zu 19 in Bönen.

Neuzugang Dietrich Salamatin landet gleich seinen ersten Oberligasieg für Germania auf Schulter. Auch Vitali Jeschke siegt auf Schulter, Waldemar Schäfer holt 4:0 technisch überlegen. Julian Olbrich steuert einen 2:0 Punktsieg bei, doch das reicht nicht gegen den starken Zweitligaabsteiger Hohenlimburg.

Germania Krefelds zweite Mannschaft trat als Aufsteiger zum ersten Verbandsligakampf beim TuS Bönen an. Trotz Schultersiegen von Patrick Laumen, Vitali Alekseev und Hank Weber sowie einem technisch überlegenen 4:0 von Sohayb Musa sowie einem 2:0 Erfolg von Muammed Zakir Tan ging die Begegnung verloren, denn Krefeld konnte die 80 kg Freistil nicht besetzen und verschenkte so vier mögliche Punkte.

Am kommenden Samstag (29.8.) ist der erste Oberligaheimkampf gegen Witten II. Das Verbandsligateam empfängt den AKS Rheinhausen.

Erfolgreiche Oberligasaison endet auf Platz Vier / Steigt die zweite Mannschaft als Landesliga-Dritter auf?

RP 22.12.14 Letzter OberligakampftagIn gleich zwei Zeitungsartikeln behandelt die Rheinische Post heute die Erfolgssaison des KSV Germania Krefeld. Der 34:3 Kantersieg über die RG Hürth/ Rheinbach zum Abschluss bedeutet Platz vier in der Oberliga (20:12 Punkte), nur einen Punkt hinter Vizemeister TSG Herdecke. Meister wurde überlegen der TV Essen-Dellwig (31:1 Punkte).

Die besten Krefelder tummeln sich in der 75-Kilo-Klasse mit jeweils 14 Siegen in 15 Kämpfen. Der griechische Neuzugang Levan Rechviasvili verlor im Freistil nur gegen den Oberforstbacher Murad Madajev (mit 15 Siegen in 15 Kämpfen bester 75 kg Freistilringer der Liga). Grieschich-römisch-Spezialist Sohayb Musa weist in der Liga-Datenbank mit 87 % eine um drei Prozent geringere Effizienz als Levan auf, doch seine einzige Niederlage handelte er sich bei seinem Ausflug in die nächsthöhere 86 Kilo Klasse gegen den in 15 Kämpfen in diesem Limit ungeschlagenen Jorgisbell Alvarez Hernandez von Konkordia Neuss ein. Somit ist Sohayb der beste 75-Kilo Grecoringer der Liga. Unser Mann in 86-Kilo griechisch-römisch, Sohaybs Trainingspartner Waldemar Schäfer, belegt im internen Ranking mit 13 Siegen bei nur drei Niederlagen Platz drei.

RP 22.12.14  Das war das Krefelder Sportjahr 2014In der Landesliga landet unsere zweite Mannschaft nach der 12:26 Heimniederlage am letzten Kampftag gegen den Zweiten der Tabelle, den KSV Simson Landgraaf, mit 18:10 Punkten auf dem dritten Platz. Dennoch könnte das zum Aufstieg in die Verbandsliga reichen, denn neben dem Landesligameister VfK Lünen-Süd soll ein weiteres Team hochrücken – und Landgraaf darf das nicht sein, weil sie ihre Staffel im vergangenen Jahr aus der Oberliga zurückzogen.
Erfolgreichster Landesligakämpfer in dieser Saison bei den Germanen ist Eniz Yagan, der in 75 kg gr.-röm. alle seine 13 Kämpfe gewann.

In der Bezirksliga belegt unsere dritte Mannschaft in der Abschlusstabelle Platz vier (6:14 Punkte). Mehrmals gelang es nicht, genug Ringer zu mobilisieren, um ein schlagkräftiges Team zu stellen. Zweimal musste Germania „mangels Masse“ einen Kampf gar mit 0:56 abschenken.  Im kommenden Jahr sollte das nicht mehr passieren, denn eine ganze Anzahl junger Kräfte aus unserem Nachwuchsbereich ist dann erstmals kampfberechtigt Schadlos hielt sich in der dritten Mannschaft in diesem Jahr Andreas Ganske mit Siegen in allen seinen acht Einsätzen.

Germanias Oberligateam triumphiert in Witten

22:15 gewinnt Krefeld in der Oberliga gegen den KSV Witten II. Hier der Kampfbericht Alex Jodas:

Es ist der 3.Oktober 2014, heute geht’s zu der zweiten Mannschaft nach Witten. Wir treffen uns an der Turnhalle zur Abfahrt. Der Mannschaftsbus ist schon losgefahren. Nur haben sie unseren 57 Kilo Mann, Emil Gozalov, vergessen. Durch einen Zufall, weil wir auf Enis Yagan warten, der zu spät zum Treffpunkt kommt, merken wir, dass Emil in der Halle eingesperrt wurde. Er hatte sich noch schnell wiegen wollen. Nun steht er verzweifelt am Ausgang und kommt nicht mehr raus. Zum Glück bemerken wir es.
Es fehlen heute zwei Leistungsträger: Sohayb Mousa hatte sich aus privaten Gründen heute abgemeldet. Und Alex Wagner, der einen tragischen Todesfall in der Familie erlitten hat. Für ihn können wir keinen Ersatz stellen, diese Nachricht kam zu spät. Werden wir diese Ausfälle ausgleichen können?
Mit Emil in der 57 Kilo Freistilklasse fängt es für uns wie gewohnt gut an. Er schultert seinen Gegner Bahtiyar Dündar nach nur 1 Minute 20. Dabei zeigt er uns die spektakuläre Technik, die wir von Alex Wagner kennen: Er klammert den Oberarm des Gegners, schnürt sein Bein um das von Dündar. Und dann geht es mit einer Schleuder nach hinten. Diese Technik sagt uns sehr zu, wir quittieren sie mit wildem Applaus.
Dann folgen drei Niederlagen für uns. Tim Focken verliert nach Punkten, Vitali Alekseev verliert technisch unterlegen und in der 98 Kiloklasse habe wir keinen gestellt. Es steht 4:11 für Witten. Das kann uns nicht schocken, wir haben eine gewohnt schwächere erste Halbzeit.
Denn jetzt dreht Dieter Tschierschke in der 66 Kilo Freistilklasse gegen Denis Rerich mächtig auf. Ganz im Stile von Vitali Jeschke erarbeitet er sich Punkt um Punkt mit Beinangriffen aus allen Positionen. Er gewinnt technisch überlegen ohne Gegenpunkte abzugeben. Hiermit ist die Wende eingeleitet.
Waldemar Schäfer tut es Dieter gleich und gewinnt in der 86 Kilo Griechisch Römisch Klasse gegen den körperlich wesentlich stärkeren Martin Tasev 9:0 nach Punkten. Die Mannschaftswertung steht nun 11:11 unentschieden.
Der Schlüsselkampf des Abends stellt nun Fahim Nasari gegen Ayoub Bolakhrif im 66 Kilo Griechisch Römisch dar. Wir befürchten einen knappen Ausgang des Kampfes. Aber Ayoub lässt nichts anbrennen. Im Gegenteil, er heizt seinem Gegner mächtig ein, so dass er nur rückwärtsgehen kann. Der Wittener erhält eine Passivitätsverwarnung nach der anderen. Es sieht schon nach Arbeitsverweigerung aus. Der Mattenrichter ist es dann auch leid und schickt Nasari in die Bodenlage. Wie wir es von unserem Mann kennen, hebt er seinen Wittener Gegner aus. Der weiß sich nicht anders zu helfen, als Ayoub unverfroren ans Bein zu greifen. Der Schiedsrichter pfeift ab und Ayoub erhält für diese Unsportlichkeit zwei Punkte. Nasari wird erneut in die Bodenlage geschickt. Diesmal gibt es für den Wittener kein Entrinnen: Mit einem ordentlichen Knall wirft Ayoub seinen Gegner auf den platten Rücken und gibt ihm eine Kostprobe von der gar nicht mehr so weichen Matte. Der Wittener erhält die „Höchststrafe“ von 5 Punkten! Wir toben vor Freude. Nach nicht mal 4 Minuten bekommt Nasari eine vierte Verwarnung und wird disqualifiziert.
Vitali Jeschke gewinnt nach Punkten gegen den Wittener Lukas Faber in der 86 Kilo Freistilklasse.

Unser Levan Rechviasvili spielt in der 75 Kilo Freistilklasse gegen Diyar-Murat Dündar die erste Geige. Levan fertigt seinen Gegner in 2 Minuten technisch überlegen ab. Er präsentiert uns hier eine bunte Kollektion aus Freistiltechniken, die wohl nicht nur sein Gegner staunen lässt.
Im letzten Kampf in 75 Griechisch Römisch gibt es für uns eine überraschende Niederlage: Eniz Yagan läuft gegen Nick Jacobs von Witten in den tückischen Kopf-Hüft Zug. In der gefährlichen Lage wird unser Mann nach einer Minute geschultert. Das ist hart für unseren starken Mann. Hätte er sich noch retten können wäre dieser Kampf wohl ganz anders ausgegangen. Aber dieser Konjunktiv hilft ihm auch nicht weiter. Diese Niederlage wird ihm noch lange genug die Laune verderben.
Aber dem Sieg der Mannschaft hat der letzte Kampf kein Abbruch getan, ein 15:22 Sieg für Krefeld bedeutet den vierten Tabellenplatz in der Oberliga. Damit stehen wir in der Wertung vor unserem nächsten Gegner Oberforstbach.

Bericht von Alex Jodas zum Kampfabend am 13.9.14

Ein Beitrag von Alex Jodas:
Es ist der 13.9.2014. Wir sind heute in der Steinstraße eingetroffen, um zu feiern. Schließlich ist diese Woche Aline Focken Weltmeisterin im Ringen geworden. Ja, genau, Weltmeisterin. Wenn man es ausgeschrieben sieht, mag man es kaum glauben. Nicht Kreismeisterin, nicht Landesmeisterin oder deutsche Meisterin, nein, sie ist das höchste geworden, was man werden kann: WELTMEISTERIN! Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Auf diesem überbevölkerten Globus mit seinen 4 Milliarden Menschen gibt es keine Frau, die stärker ist als Aline in dieser Sportart. Und sie ist an diesen Abend hier in Krefeld. Frisch zurückgekehrt aus Usbekistan. Müde, zerschunden aber glücklich. Ich bin davon dermaßen überwältigt. Da muss ich meinen Gefühlen Ausdruck verleihen und ihr gratulieren. Ich habe noch nie eine Weltmeisterin beglückwünscht. Wie macht man das? Einfach Hände schütteln? Einfacher gesagt als getan. Wahrscheinlich ist sie schon ganz genervt von den Beglückwünschungen. Da kann ich sie doch nicht auch noch belästigen. Aber ich mache es. Hier beim Ringen geht das.
Sie wird unsterblich sein. Wie Jacob Koch, Ringerweltmeister aus Neuss, nach dem sogar eine Straße benannt wurde. Oder der Kran von Schifferstadt. Ich schüttele ihr die Hand. Ich erwarte einen Schraubstockgriff, jetzt wird sie mir die Hand zerquetschen befürchte ich schon. Aber nichts von dem. Eher vorsichtig ergreift sie meine Hand. Und sie freut sich sogar. Ich kann ein wenig mit ihr plaudern. Mit einer lebenden Legende!
Die Halle ist wieder übervoll, auch Presse und Fernsehen sind da. Es gibt eine Ehrung für Aline. Es ist sogar ein Lied von Carsten Weber für sie komponiert worden. Ole ole ola, Aline ist Welmeistaaa tönt der Ohrwurm immer noch in mir. Ein Hit!
Dann beginnt der Mannschaftskampf gegen die Ehrenfelder aus Köln. Die Partystimmung wird getrübt durch den Ausfall von unserem Punktegarant Levan Rechviasvili. Er ist auf einem internationalen Turnier in Griechenland. Weiterhin fehlt Lukasz Demczuk urlaubsbedingt. Dann aber der Hammer der schlechten Botschaften: Emil Gozalov hat beim offiziellen Wiegen 100 Gramm Übergewicht. Das heißt, wir haben in dieser Gewichtsklasse gleich vier Punkte an die Gegner verschenkt. Obwohl der Kampf auf der Matte wohl sicher gewonnen worden wäre. Wegen 100 lumpigen Gramm, wir können es kaum fassen! Jochen ist dermaßen sauer, dass er gleich ganz die Brocken hinschmeißen möchte. Er ist gar nicht mehr zu beruhigen. Können unsere anderen Kämpfer diese Ausfälle kompensieren?
Es fängt aber gut an für uns. Tim Focken kämpft in der Schwergewichtsklasse stark gegen den Ehrenfelder David Haubrich in Griechisch-Römisch. Er schiebt seinen Gegner aus der Matte, kann die Hintermann-Position erkämpfen und erhält bei einer Schleuder sogar vier Punkte. Bis kurz nach der Pause führt Focken 7:1. Aber dann verletzt er erneut sein Knie, mit dem er in letzter Zeit ständig Probleme hatte. Kann er die Führung über die Zeit bringen? Es wird eine Quälerei, auch für uns, ihn so leiden zu sehen. Der Gegner wittert Morgenluft und holt nun einen Punkt nach dem anderen auf. Aber Tim ist ausgebufft genug, den Sieg über die Zeit zu retten! Jubel für den ersten Kampf auf der Matte, da ist heute also noch was drin.
Bei dem Kampf Alexander Wagner gegen Wladimir Zimmermann zaudert Alex gar nicht lange. Er schnürt ihm die Arme und „wickelt“ sein Bein um das von Zimmermann. Wir wissen schon, was jetzt kommt, für den Kölner Kämpfer wird es eine Überraschung: Denn wenig später befindet er sich nach einer Schleuder in der für ihn sehr misslichen gefährlichen Lage. Und Alex Wagner will es heute kurz und schmerzlos machen. Er schultert in nur 38 Sekunden! Puh, das tut den Nerven gut, so kann es weitergehen.
Sehr stark heute auch wieder Dieter Tschierschke gegen Enes Özcan in der 66 Kilo Freistilklasse. Ein absolut ausgeglichener Kampf, bei dem der Ehrenfelder ganz knapp mit einem 4:3 Punkt-Sieg die Nase vorne behält. Das gibt nur einen Punkt für die Ehrenfelder Mannschaft, damit können wir sehr zufrieden sein.
Sohayb Mousa muss heute in der 86 Kiloklasse Griechisch Römisch gegen Patrick Arndt antreten. Ich höre, Sohayb hat Grippe, er wollte gar nicht antreten. Aber auch mit Grippe mache ich mir bei Sohayb keine Sorgen. Er kämpft zwar nicht so explosiv wie gewohnt, kann aber ungefährdet einen 12:0 Punktsieg gegen einen völlig passiven Gegner einfahren.
Der Schlüsselkampf des Abends ist für uns die 66 Kilo Griechisch Römisch Klasse Ayoub Bolakhrif gegen Robin Pelzer. Auf dem Papier ist der Ehrenfelder stärker einzuschätzen, er ist mehrfacher deutscher Jugendmeister und mit seinen 23 Jahren kompakter und erfahrener als der jugendliche Ayoub, der dieses Jahr vierter der deutschen Meisterschaften wurde. Und so sind wir auch sehr überrascht, als Ayoub bis in die erste Minute mit 3:0 führt. Aber bei diesem Kampf wird uns kein Happy End beschert, Pelzer schleudert Bolakhrif in die gefährliche Lage und schultert ihn. Verdammt, verdammt, verdammt, das war es jetzt für uns, denke ich mir, das können wir nicht mehr aufholen. Als dann noch Vitali Jeschke hauchdünn nach Punkten gegen Maximilian Otto verliert steht es 14 zu 9 für die Ehrenfelder. Und in den verbleibenden zwei Kämpfen fehlt uns noch unser Top Kämpfer Levan. Das wars, schließe ich innerlich diesen Mannschaftskampf schon ab. Wunder gibt es nur im Märchen. Aber nicht beim Ringen. Da gilt nur das Gesetz des stärkeren. Das ist Physik.
Aber da habe ich die Rechnung ohne den jungen Nachwuchskämpfer Phillip Häffner gemacht. Schlaksig steht er auf der Matte gegen den stabileren Erwachsenen Olexandr Kogan in der 75 Kilo Freistilklasse. Da bin ich ja mal gespannt, vielleicht wird er sich ja gut wehren können. Vorletzte Woche hatte er in der zweiten Mannschaft ein sehr gutes Bild abgegeben. Aber heute kämpft er in der Oberliga. Das ist ein andere Klasse.
Sein Gegner versucht ihn oben einzuschnüren. Er scheint ein Griechisch Römisch Kämpfer zu sein. Aber Häffner lässt sich nicht auf seinen Stil ein. Gekonnt löst er sich und greift quicklebendig das Bein des Gegners. Kogan hat keine Chance zu kontern, Häffner wird Hintermann. Wie ein Profi geht Phillip weiter diesen Weg, bis es sogar 8:0 für ihn bis zur Pause steht. Der Ehrenfelder muss sich sogar noch in den Pausenpfiff retten, denn Häffner hatte in der Bodenlage einen engen Einsteiger angesetzt, der wohl kaum abzuwehren wäre.
Ich fürchte in der zweiten Halbzeit, dass Phillip vielleicht noch auf Schulter verlieren könnte. Aber diese Befürchtungen sind vollkommen unbegründet. Er kämpft weiter konzentriert wie in der ersten Runde. Und gewinnt sogar technisch überlegen! Ich kann es kaum glauben. Da wird ein Kämpfer aus der zweiten Mannschaft geholt und kann die Lücke, die Levan hinterlassen hat, ohne Probleme stopfen. Häffner ist heute für mich der Herr der Ringer.
Der letzte 75 Kilo Kampf Griechisch Römisch ist dann eher nur noch eine Formalität. Denn auf Waldemar Schäfer kann man sich verlassen. Er macht nicht viel Federlesens mit Alexander Giels und schultert ihn in nur einer Minute. Mit 17:14 haben wir Krefelder diesen Mannschaftskampf gewonnen. Der erste Sieg dieses Jahr unter diesen erschwerten Umständen. Umso höher ist er anzuerkennen, umso höher war die Dramatik, umso größer der Jubel. Ein Tag der Superlative! Eine Berg und Talfahrt der Emotionen! Und Jochen findet auch wieder sein Lächeln wieder. Es will ihm an diesen Abend gar nicht mehr aus seinem Gesicht weichen.

Bericht über den Kampftag aus der Rheinischen Post Krefeld vom 15.09.::

Germania gegen Ehrenfeld.

 

Erster Oberligapunkt im dritten Kampf

17:17 Unentschieden beim KSK Konkordia Neuss.

Hier der Kampfbericht von Alex Jodas:
Es ist Freitag der 5.September, wir treten in Neuss an. Nicht nur das Wetter ist besser geworden. Wir wissen, das es heute gegen Neuss knapp wird, das wir aber eine reelle Chance auf den Sieg haben. So ein Debakel wie letztes Jahr, wo wir aufgrund von Verletzungen in der Mannschaft nur einen Kampf gewinnen konnten, wird es dieses Jahr wohl kaum geben. Leider ist unser 61 Kilo Kämpfer Lukas Demczuk urlaubsbedingt ausgefallen und es steht kein Ersatz zur Verfügung. Dummerweise haben die Neusser den gerade in dieser Gewichtsklasse fast unschlagbaren Mimon Touba eine Gewichtsklasse höher gesetzt und dafür einen unerfahrenen Jugendlichen eingesetzt. Ärgerlich!
Die erste Halbzeit läuft wie gewohnt schlecht für uns.
Sohayb Musa verliert technisch unterlegen gegen den 10 Kilo schwereren ehemaligen Pan Amerikanischen Meister und olympiaqualifizierten Kubaner Jorgisbell Alvarez Hernandes in der 85 Kilo Griechisch Römisch Klasse.

Einzig unser Neuzugang Emil Cozalov kann seinen Kampf in der ersten Halbzeit gewinnen. Emil konnte aufgrund der Sperrfrist heute zum ersten Mal für Krefeld an den Start gehen. Wir erwarten viel von ihm. Schliesslich ist er mehrfacher aserbeidschanischer Meister und hat auch internationale Titel gewonnen. Ungewohnt sein Kampfstil: Er dreht eine Piruette und greift ans Bein des Gegners. Dabei geht er ein hohes Risiko ein, sein Gegner German Deziev kann hier teilwiese kontern. Auch im Bodenkampf ist Cozalov nicht immer sicher, man sieht ihm seine zweijährige Pause an. Aber er ist überlegen genug, um einen klaren 20:4 Punktesieg einzufahren. Es gibt hierfür 4 Mannschaftspunkte.
Tim Focken verliert auf Schulter, in der 61 Kilo Klasse verschenken wir 4 Punkte, weil wir keinen Gegner stellen.
Alex Wagner kämpft gegen den bulligen Kubaner Valliant Jackson Cantero in der 96 Kilo Freistilklasse. Cantero war mehrfacher italenischer Meister und hat jahrelang in der ersten Bundesliga gekämpft. Mit 40 Jahren ist er aber nicht mehr der Jüngste. Weil er griechsch römisch Spezialist ist schnürt er Alexander im Kopfbereich. Allein beim Zuschauen bekommt man fast schon einen steifen Nacken. Cantero erzielt vier Punkte bei einer Schleuder. Aber Alex steckt nicht auf und erkämpft sich, soweit es seine Kondition zulässt, bei einem Beinangriff die Hintermannposition. Man kann sehen, dass er sich den Kampf gut einteilen muss, um nicht einzubrechen. Alex verliert 1:8 nach Punkten. Diese knappe Punktniederlage ist für uns ein Erfolg. Die zwei Mannschaftspunkte, die er der Neusser Mannschaft hier abnimmt, werden für Krefeld noch sehr wichtig sein.
Wir liegen nach der ersten Halbzeit 4:14 zurück. Für den aussenstehenden Betrachter sieht es hoffnunglos für Krefeld aus. Die Neusser Fans feiern lautstark, als hätten sie den Mannschaftssieg schon in der Tasche. Wir Krefelder hingegen sind auch zufrieden mit dem Zwischenergebnis.“So gut“ sind wir bei den bisherigen Mannschaftkämpfen noch nicht gestartet. Denn wir wissen um unsere Stärke in der zweiten Halbzeit.
Dieter Tschierschke verliert in der 66 Kilo Freistil Klasse wie erwartet hoch nach Punkten (0:13 ) gegen den übermächtigen 29 jährigen Anatoly Efremov. Aber unser jugendlicher Kämpfer rettet hiermit einen Punkt für die Krefelder Mannschaft. Zwischenstand für die Neusser Mannschaft: 17:4. Die Neusser brüllen immer lauter.
Leiser werden sie beim nächsten Kampf. Hier tritt in der 66 Kilo griechisch römisch Klasse Ayoub Bolakhrif gegen Mimon Touba an. Es ist der Schlüsselkampf des abends. Mimon Touba ist ehemaliger Bundesliga Ringer und der stärkste dieser jungen Saison bei den Neussern.
Auf der Matte sehen wir einen beinharten Kampf auf Augenhöhe. Mimon schafft es, den ersten Punkt zu erkämpfen indem er Ayoub aus der Matte drängt. Aber er sieht passiver aus, Ayoub zieht ihn auf während Touba wie ein nasser Sack in seinen Armen h‰ngt. Nach zwei Passivitätsverwarnungen ist es der Kampfrichter endlich leid und schickt den Neusser in die Bodenlage. Und hier geschieht das unglaubliche: Der jugendliche Ayoub hebt ihn aus der Bodenlage aus und schafft es tatsächlich, den erwachsenen Bundesligakämpfer überzustürzen! Es steht 4:1 für Ayoub! Wir Krefelder Fans sind ganz aus dem Häuschen, das hätten wir im Traum nicht erwartet. Auf der Neusser Seite hingegen wird es schlagartig leise.
Der weitere Kampf verläuft dann nicht mehr so ansehnlich, denn mit einem unschönen Kopfstoss erteilt der Neusser Ayoub eine klaffende Kopfwunde. Ich unterstelle ihm keine Absicht. Dennoch geht er bei dieser Aktion zu hart vor. Das war nicht nötig.
Touba kann diesen Punkterückstand nicht mehr aufholen. So endet der Kampf verdient mit diesem sensationellen Sieg. Es steht 17: 6 für Neuss, die Aufhohljagt beginnt!
Ähnlich unschön beginnt der 85 Kilo Freistilkampf Vitali Jeschke gegen Kirill Surikow. Direkt in der ersten Aktion sticht der Neusser versehentlich mit dem Finger Vitali ins Auge. Es sieht schlimm aus für unseren Kämpfer, der sich auf dem Boden krümmt. Sein Trainer Georg Focken, der Physotherapeut Detlef Wegner und der Kampfrichter schauen sich sein Auge an. Und wirken ganz geschockt. Oh weh, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Aber Jeschke beiflt die Zähne zusammen und stellt sich wieder dem Kampf. Surikow beginnt überlegen, er kann Jeschke aus der Matte drängen. Aber das wars dann auch für den Neusser. Ab jetzt punktet nur noch Jeschke mit Beinangriffen von allen Seiten. Surikow bleibt nur noch die Defensive. Leider reicht es nicht für eine technische Überlegenheit, 13:2 für Vitali bedeuten drei Punkte für die Krefelder Mannschaft: 17:9 für Neuss, es wir enger für unsere Gastgeber.
Weiter geht es mit der Gewichtsklasse 76 Kilo im Freistil. Levan Rechviasvili gegen Michael Efremov. Hier müssen wir uns keine Sorgen um unseren griechischen Neuzugang machen, Levan macht einen gewohnt professionellen Kampf und beendet schnell mit technischer Überlegenheit.
17:13 für Neuss, jetzt werden die Gesichter länger auf der gegnerischen Seite. Jetzt kommt es auf den letzten Kampf an, 76 Kilo griechisch römisch, Waldemar Schäfer für Krefeld gegen Gökalp Sel. Sel ist bisher ein unbeschriebenes Blatt für uns. Er ist mir mir bei dem Jakob Koch Turnier in Neuss aufgefallen, dort hat er einen starken Eindruck hinterlassen. Auch bei seinem ersten Mannschaftskampf dieses Jahr war er technisch Überlegen.
Wer wird heute die Überhand gewinnen? Diese Frage ist schnell beantwortet. Schäfer fackelt nicht lange. Er wird Hintermann. Beim Durchdreher sieht es schlecht aus für Sel. Waldemar klammert den Arm mit ein. Dadurch hat der Neusser keine Abwehrmöglichkeit bei den Durchdrehern, die jetzt folgen werden. Und es folgen einige, die alle frenetisch von uns gefeiert werden. Schäfer macht es kurz und schmerzlos, technisch überlegen in wenigen Minuten! Der letzte Kampf bringt die Entscheidung zum 17:17, Unentschieden für die Mannschaften. Ich kann meine Schadenfreude darüber nicht verbergen, den Neussern die Party verdorben zu haben. Ich schäme mich ein wenig für meine Häme, aber die Scham hält sich in Grenzen. Als hätte der Pfingssturm Ela in Neuss nicht genug Schaden angerichtet, wurde die Stadt nun auch noch von den Krefelder Ringern heimgesucht!

So war Germanias Jahr 2013

Die Rheinische Post Krefeld hat in gleich drei Berichten das Jahr 2013 der Krefelder Ringer zusammengefasst. „Germania Krefeld beendet die Saison auf Rang sieben“, „Das erste Jahr in der neuen Halle“ und „Aline Fockens (bislang) bestes Jahr“.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Medienvertretern für die umfangreiche Berichterstattung im Jahr 2013 bedanken und ihnen sowie allen Mitgliedern, Freunden. Förderern und Fans des KSV Germania Krefeld alles Gute für 2014 wünschen.

Im Namen des Vorstands
Michael Laumen
Pressesprecher KSV Germania Krefeld

g1 001Aline Fockens bislang bestes JahrDas erste Jahr in der neuen Halle

Sieger der Herzen bei knapper Niederlage gegen Tabellenführer Essen

Es ist der letzte Heimkampf der Saison. Gegen Essen: unseren Angstgegner. Tabellenerster, beim Hinkampf sind wir noch total unter die Räder gekommen. Nach dem Debakel von letzter Woche in Neuss ist unser Selbstbewusstsein sowieso ziemlich dahin.
Aber dann die große Überraschung, Alexander Wagner ist wieder da! Es hieß ja, der springt diese Saison nicht mehr ein. Und nun ist er da, leibhaftig steht er vor mir, ja kann jetzt noch was passieren, haben wir da nicht schon so gut wie gewonnen? Zumindest einen tollen Kampf mehr werden wir sehen, das ist gewiss.
Alexander Wagner steht im Schwergewichtskampf dem zehn Kilo schwereren Christian Jäger gegenüber. Ich erwische Christian vorher auf dem Flur, wie er nervös an seinen Fingernägel knabbert. Damit hatte er nicht gerechnet, dass er in Krefeld gegen Alex Wagner kämpfen muss. So hatte er sich das wahrscheinlich nicht gedacht. Er hatte sich vermutlich eine gemütliche kampflose Begegnung wie bei dem Hinkampf vorgestellt.
Christian kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit in Neuss. Ein hochbegabter Ringer, der mit Neuss den Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft hatte. Doch der Zahn der Zeit hat ein wenig an diesem einst so tadellosen Adoniskörper genagt. Jäger ist mit knapp unter 40 schon leicht in die Jahre gekommen.
Im Kampf belauern sich die beiden. Es sieht nicht passiv aus was die beiden hier machen, aber man merkt, beide ringen sehr vorsichtig, tun sich nicht weh. Dann greift Jäger die Beine von Alexander an. Es sieht schon so aus, als müsste er den Punkt abgeben. Doch wer Alexander kennt der weiß, dass hier noch lange nicht das letzte Wörtchen gesprochen wurde. Denn Wagner greift in Jägers Armbeuge und hakt gleichzeitig sein Bein ein. Es folgt eine Konterschleuder, bei der Jäger in die gefährliche Lage katapultiert wird! Brausender Applaus, so kennen wir Alex.
Weiter geht es eher gemütlich, Wagner kann noch zwei Punkte mit einem Beinangriff erkämpfen. In der letzten Minute kann Jäger Wagner noch einen Punkt abringen: Der Kampf endet 5:1.

Bei dem 96 Kilo Kampf steht Sergey Blumenstein einen schon optisch überlegenen Björn Holk gegenüber. Holk wiegt volle 96 Kilogramm, Sergey ist über 10 Kilogramm leichter. Björn Holk ist erfolgreichster Ringer dieser Oberligasaison, er hat bisher alle Kämpfe gewonnen, die meisten auf Schulter oder technisch überlegen. Kein Wunder, hat er über Jahre in der ersten Liga gerungen. Er wird sogar bei Wikipedia beschrieben: „Björn Holk wurde unter anderem drei mal Deutscher Meister im Mittelgewicht und startete bei Welt- und Europameisterschaften“ steht hier unter anderem.
Wenn Holk mit dem Rücken zu uns steht kann man von Sergey gar nichts mehr sehen. So breit ist er, dass er ihn vollkommen verdeckt. Aber Sergey kann sich erst noch ganz gut verkaufen. Als er dann in die Unterlage gerät kann er den Durchdreher und Überstürzer nicht verhindern. Auch aus dem Stand kann Holk für diese Gewichtsklasse eher untypische elegante Überstürzer werfen. Es kommt wie es kommen muss: Technische Überlegenheit für Holk.

Der spannendste Kampf des Abends dann Vitali Jeschke gegen Schamil Kasumov. Vitali wurde in die höhere 84 Kilo Klasse gesetzt. Man sieht den Gewichtsunterschied den Kämpfern deutlich an. Von Anfang an geht es zwischen den beiden beinhart zu. Die beiden greifen ständig die Beine an, man sieht die beiden unermüdlich auf-und abtauchen. Es fallen aber keine Punkte, so gleichwertig sind die beiden. Unverständlicherweise erteilt die Kampfrichterin Vitali eine Verwarnung mit 30-Sekunden-Countdown. Das heißt, wenn kein Ringer in den 30 Sekunden eine Wertung erzielt, erhält Vitali eine Verwarnung und der Gegner erhält einen Punkt. Von da an gibt Vitali noch mehr Gas und greift an wo es nur geht. Und er kommt durch mit einem Beinangriff, er muss nur noch den Hintermannpunkt erzielen. Leider ist das bei diesem stabilen Gegner leichter gesagt als getan. Dummerweise gerät Jeschke bei diesem auskämpfen als erster in die blaue Zone: 0:1 für den Essener Kämpfer.
In der zweiten Runde geht es noch wilder zu. Vitali setzt seinem Gegner hartnäckig zu. Er kann das Bein seines Gegners erwischen. Den Punkt hat er aber lange noch nicht, der Gegner ist zäh wie Leder. Jeschke aber auch, und Schlussendlich kommt es dann doch zu einem hochverdienten knappen 2:1 Sieg für Jeschke.
Dann im 66 Kilo Freistilkampf die Paarung Dieter Tschierschke gegen Dietrich Salamatin. Hier sieht überraschenderweise der Essener Kämpfer erstmal überlegen aus. Mehrfach erwischt er das Bein von Tschierschke, der aber schlimmeres mit geschickter Abwehr verhindern kann. Dennoch arbeitet sich der Essener Punkt für Punkt an seinen Sieg heran, es steht schon 5:0 für Dietrich.
Gegen Ende der zweiten Halbzeit wirkt der Essener schwächer und Dieter wittert seine Chance. Jetzt dreht er auf, um seinen Gegner zu zermürben. Und diese Rechnung geht auf, er erwischt Salamatin am Bein, kann Hintermann werden. Nun steht es 5:5. Aber nicht genug damit setzt Tschierschke einen Nackenhebel an. Und dann passiert das, womit hier keiner gerechnet hat: Der Essener kippt in die gefährliche Lage. Und wie in einem kitschigen Liebesfilm kommt es zum dramatischen Happy End für Krefeld: Der erfahrene 35 jährige Kämpfer aus Essen geht in die Knie, das heißt, genau gesagt, er geht auf die Schulter. Tosender Applaus bei den Krefelder Fans, ich tanze mit meiner linken Nachbarin, die ich gar nicht kenne, einen Freudentanz. Rechts wird nicht getanzt. Hier sitzen die Essener. Mit runtergeklappten Kinnladen.
In 74 Kilo Griechisch Römisch stehen sich Sohayb Musa Eduard Klipel gegenüber. Wir sehen einen nicht so ansehnlichen Kampf, der Essener kämpft zu passiv, lässt kaum Griffe zu. Erst bei einem hektischen Gerangel am Mattenrand zeigt Sohayb blitzschnelle Reflexe und zieht eine Schleuder. Die Aktion wird mit drei Punkten belohnt.

Der Mannschaftskampf endet 14 zu 23. Auf dem Papier haben wir verloren, im Herzen haben wir diesen Kampftag gewonnen. Mit so einem „knappen“ Ergebnis haben wir gegen die bisher so überlegene Essener Mannschaft nicht gerechnet. 5 Kämpfe haben wir gewonnen, 5 Kämpfe die Essener.
In dieser Aufstellung werden die Essener am letzten Kampftag in Neuss wohl nicht gewinnen können. Dort wird es noch sehr spannend werden, zumal es für die Essener um den Aufstieg geht.

Bericht von Alex Jodas, 14.12.3013